Deutsche Wasserwirtschaft: Branchenbild 2025

GZ Ausgabe GZ-3-2026 vom 29. Januar '26 | Infrastruktur & Technik
von Doris Kirchner
GZ Fahnen

Mit dem „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025“ geben ATT, BDEW, DBVW, DVGW, DWA und VKU in Abstimmung mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund einen aktuellen Überblick über die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland. Interessierte Öffentlichkeit und Politik erhalten damit die Möglichkeit, sich umfassend über die Leistungen der Branche, die Vielfalt ihrer Aufgaben und die aktuellen Herausforderungen zu informieren.

Die sechste Ausgabe des Branchenbildes dokumentiert erneut die hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Wasserwirtschaft. Gerade in Krisenzeiten wird deutlich, wie wichtig eine jederzeit zuverlässige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung als alltäglich genutzte und elementare Leistungen der Daseinsvorsorge sind. Ob Trinkwasser in bester Qualität oder die zuverlässige Entsorgung der Abwässer: Das ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Sie funktionieren bestens und auf einem sehr hohen Niveau – auch im europäischen und internationalen Vergleich. Zentrales Ziel der deutschen Wasserwirtschaft ist es, die hohen Qualitätsstandards zu sichern und – wo immer möglich und notwendig – zu verbessern.

Trinkwasser in bester Qualität und die zuverlässige Entsorgung von Abwässern sind in Deutschland selbstverständlich. Diese Leistungen werden täglich genutzt und bilden eine elementare Grundlage für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Die deutsche Wasserwirtschaft arbeitet auf einem sehr hohen Niveau – sowohl im europäischen als auch im internationalen Vergleich. Diese Leistungsfähigkeit dokumentiert das Branchenbild 2025, das im Namen der führenden Verbände der Wasserwirtschaft an den Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Jochen Flasbarth, übergeben wurde.

Mit dem „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025“ geben ATT, BDEW, DBVW, DVGW, DWA und VKU in Abstimmung mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund erneut einen aktuellen Überblick der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland sowie zukünftige Herausforderungen. Zentrales Ziel der deutschen Wasserwirtschaft ist es, die hohen Qualitätsstandards zu sichern und zu verbessern.

Jährlich stehen den 83,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern rund 176 Milliarden Kubikmeter Süßwasser zur Verfügung, das sich in unserem gemäßigten humiden Klima durch Niederschläge erneuert (Quelle: UBA, Wasserwirtschaft in Deutschland). Die Gesamtnutzung des verfügbaren Wasserdargebotes in Deutschland beträgt 10,1 Prozent, wobei die öffentliche Wasserversorgung einen Anteil von 3 Prozent ausmacht. Laut der europäischen Statistikbehörde „Eurostat“ trennt die Warnschwelle von 20 Prozent eine problemfreie wasserreiche Region von einer wasserarmen Region. Ein Wassernutzungsindex von über 40 Prozent deutet auf große Knappheit hin. Deutschland befindet sich daher in einer günstigen Ressourcensituation.

Deutschland besitzt eine vielfältige Ver- und Entsorgungsstruktur mit öffentlich- und privatrechtlichen Unternehmensformen. Im Jahr 2022 existierten laut Statistischem Bundesamt insgesamt rund 5.600 Unternehmen der öffentlichen Wasserversorgung in Deutschland. Größtenteils handelt es sich um kleine Regie- und Eigenbetriebe von Kommunen, da die kommunale Selbstverwaltung mit zumeist ortsnaher Wasserversorgung die Basis bildet.

Auch im Abwassersektor existiert auf der Basis der in Deutschland fest verankerten kommunalen Selbstverwaltung eine große Anzahl an kleineren Unternehmen in Form von Regie- und Eigenbetrieben. Der größere Anteil der angeschlossenen Einwohnerwerte wird jedoch über wenige große Abwasserentsorger entsorgt. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 6.600 Abwasserentsorgungsbetriebe.

„Eine verlässliche Versorgung mit Trinkwasser und eine sichere Entsorgung von Abwasser sind für Deutschland unverzichtbar. Unsere Branche stellt diese Ver- und Entsorgungssicherheit seit Jahrzehnten sicher – und wird dies auch künftig tun. Angesichts der wachsenden Herausforderungen sind erhebliche Investitionen erforderlich, um die Leistungsfähigkeit der Wasserwirtschaft dauerhaft zu erhalten und zu stärken“, erklärten die Branchenvertreter. Folgenden zentralen Herausforderungen müsse man sich in den kommenden Jahren stellen:

1. Erhalt und Modernisierung der Infrastruktur: Ein Großteil der Wasser- und Abwasserinfrastruktur in Deutschland ist bereits mehrere Jahrzehnte alt. Leitungsnetze, Wasserwerke, Pumpstationen und Kläranlagen müssen kontinuierlich instandgehalten, modernisiert oder erneuert werden. Der damit verbundene hohe Investitionsbedarf stellt für Kommunen und Versorgungsunternehmen eine zentrale Herausforderung dar.

2. Anpassung an den Klimawandel: Extremwetterereignisse
wie Starkregen, Überschwemmungen, aber auch längere Trockenperioden nehmen zu. Die Wasserwirtschaft muss ihre Infrastruktur und Betriebsprozesse resilient und flexibel gestalten, um Versorgungssicherheit und Abwasserentsorgung auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zu gewährleisten.

3. Schutz der Trinkwasserressourcen und Sicherung der Wasserqualität: Die Sicherstellung einer kontinuierlich hohen Trinkwasserqualität bleibt oberstes Ziel. Dabei gilt es, die Wasserressourcen vor Belastungen durch Pflanzenschutzmittel, Arzneimittelrückstände und andere Spurenstoffe zu schützen und die Folgen anthropogener Eingriffe zu minimieren.

4. Umsetzung gesetzlicher Vorgaben: Nationale und europäische Vorschriften, wie die Kommunalabwasserrichtlinie, müssen zuverlässig umgesetzt werden. Dies erfordert Anpassungen bei Planung, Betrieb und Reporting, insbesondere in kommunal getragenen Unternehmen.

5. Bewältigung von Nutzungskonflikten: Die Nachfrage nach Wasser steigt in Industrie, Landwirtschaft, Energieerzeugung und privaten Haushalten. Die begrenzten Ressourcen erfordern eine koordinierte Nutzung, um Konflikte zu vermeiden und die Versorgung langfristig sicherzustellen.

6. Demografische Entwicklungen und strukturelle Veränderungen: Sinkende Bevölkerungszahlen in ländlichen Regionen, gleichzeitig steigende Anforderungen in urbanen Zentren, beeinflussen Planung, Netzdichte und Investitionsentscheidungen. Die Wasserwirtschaft muss flexibel auf regional unterschiedliche Bedürfnisse reagieren.

Insgesamt zeigen die Daten und Kennzahlen des Branchenbildes 2025, dass die deutsche Wasserwirtschaft auf einem sehr hohen Niveau arbeitet, ihre Leistungsfähigkeit jedoch nur dann dauerhaft gesichert werden kann, wenn Investitionen, rechtliche Rahmenbedingungen und Klimaanpassung auch künftig verlässlich unterstützt werden.

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

Ihre optimale Website-Nutzung

Diese Website verwendet Cookies und bindet externe Medien ein. Mit dem Klick auf „✓ Alles akzeptieren“ entscheiden Sie sich für eine optimale Web-Erfahrung und willigen ein, dass Ihnen externe Inhalte angezeigt werden können. Auf „Einstellungen“ erfahren Sie mehr darüber und können persönliche Präferenzen festlegen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Detailinformationen zu Cookies & externer Mediennutzung

Externe Medien sind z.B. Videos oder iFrames von anderen Plattformen, die auf dieser Website eingebunden werden. Bei den Cookies handelt es sich um anonymisierte Informationen über Ihren Besuch dieser Website, die die Nutzung für Sie angenehmer machen.

Damit die Website optimal funktioniert, müssen Sie Ihre aktive Zustimmung für die Verwendung dieser Cookies geben. Sie können hier Ihre persönlichen Einstellungen selbst festlegen.

Noch Fragen? Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Nutzer in der Datenschutzerklärung und Impressum!

Ihre Cookie Einstellungen wurden gespeichert.