Wero in Bayerns Kommunen: Neue Zahlungsoption auf dem Vormarsch
von Peter Höcherl

Ein Gastbeitrag von Peter Höcherl, Geschäftsleitung S-Public Services: Mit Wero steht Kommunen eine neue europäische Online-Bezahlmethode zur Verfügung. In Bayern wird sie über GiroCheckout sowie im Zuge der Einführung der ePayBL-Version 4 breit nutzbar. Was bedeutet das konkret für Städte, Gemeinden und Landkreise – und wie gelingt der Einstieg?
Die Digitalisierung kommunaler Leistungen ist vielerorts weit vorangeschritten. Anträge werden online gestellt, Bescheide digital versandt – und immer häufiger erfolgt auch die Bezahlung elektronisch. Mit dem Ausbau digitaler Services wächst auch der Anspruch an ein zeitgemäßes und verlässliches E-Payment-Angebot.
Für kommunale Entscheidungsträger bedeutet das, das eigene Zahlungsportfolio regelmäßig zu überprüfen und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Neben Nutzerfreundlichkeit spielen dabei Aspekte wie Sicherheit, Integrationstiefe und langfristige Verlässlichkeit eine zentrale Rolle.
Mit Wero steht seit Kurzem eine neue europäische Bezahlmethode zur Verfügung, die nun auch für Städte, Gemeinden und Landkreise relevant wird. Kommunen, die die E-Payment-Plattform GiroCheckout der S-Public Services bereits für ihre Online-Services einsetzen, können die Zahlart direkt integrieren.
Rollout in der Breite über ePayBL
In Bayern spielt darüber hinaus die AKDB eine zentrale Rolle. Sie betreut mit der ePayBL die E-Payment-Infrastruktur von mehr als 1.000 Kommunen im Freistaat. Mit dem Rollout der Version 4 wird Wero dort technisch verfügbar und kann im Zuge der regulären Umstellung in bestehende Online-Verfahren eingebunden werden.
„Mit der Migration auf die neue ePayBL-Version steht Wero unseren bayerischen Kunden technisch zur Verfügung“, erläutert Volker Müller, Leiter Business Development Bund und Länder bei der AKDB. Für die Kommunen bedeutet das, dass sie die neue Zahlungsoption nutzen können, ohne ihre Systemlandschaft grundlegend verändern zu müssen.
Dass Wero nun in die ePayBL integriert wird, bewertet Müller als folgerichtigen Schritt: „Bei mehr als 1.000 ePayBL-Kunden allein in Bayern rechnen wir ab Mitte des Jahres mit einem deutlichen Hochlauf.“ Die enge Abstimmung mit S-Public Services ermögliche es, die Einführung im Rahmen der Migration auf Version 4 koordiniert zu begleiten.
Durch die weite Verbreitung von ePayBL entsteht eine Skalierung, die vielen Kommunen zusätzliche Planungssicherheit verschafft.
Zahlungssicherheit und europäische Perspektive
Aus Sicht der AKDB sind mehrere Aspekte bei der Einführung der neuen Zahlungsoption relevant. Wero verfolgt das Ziel, eine souveräne, digitale Zahlungsinfrastruktur in Europa zu stärken. Hinzu kommt die grenzüberschreitende Ausrichtung der Initiative. Wero sorgt im europäischen Umfeld für Kontinuität und Nachhaltigkeit“, betont Müller. Wero ist nicht nur als nationale Lösung angelegt, sondern auch perspektivisch auf eine breitere Nutzung innerhalb Europas ausgerichtet.
Für die kommunale Praxis spielt vor allem die Zahlungssicherheit eine zentrale Rolle. „Für die Abwicklung von Verwaltungsleistungen ist es wichtig, dass Zahlungen eindeutig zugeordnet werden können“, so Müller. Das reduziere Abstimmungsaufwand in den nachgelagerten Haushalts- und Fachverfahren und unterstütze einen reibungslosen Ablauf.
Insbesondere bei gebührenpflichtigen Online-Leistungen, bei denen der Verwaltungsprozess unmittelbar an den Zahlungseingang geknüpft ist, ist diese Verlässlichkeit von zentraler Bedeutung. Sie unterstützt eine durchgängige digitale Abwicklung ohne zusätzliche manuelle Prüfschritte.
Unterstützung bei der Umsetzung
Für Kommunen stellt sich nun vor allem die praktische Frage der Umsetzung: Welche Schritte sind erforderlich, welche internen Bereiche sollten eingebunden werden, und wie erfolgt die Aktivierung konkret?
Um hier Orientierung zu bieten, hat S-Public Services eine Webinarreihe konzipiert, die sich gezielt an Verantwortliche in Kommunen und Landkreisen richtet. Thematisiert werden organisatorische Abläufe, technische Voraussetzungen und typische Fragestellungen aus der Praxis. Ergänzend steht ein Leitfaden zur Verfügung, der die Einführung strukturiert beschreibt.
Im Kern umfasst der Weg zu Wero wenige Schritte: die Entscheidung für die Zahlart, die Beauftragung bei S-Public Services, die technische Freischaltung über GiroCheckout oder im Zuge der ePayBL-Umstellung sowie die anschließende Information der Bürgerinnen und Bürger. Da Wero in bestehende Plattformen integriert ist, entsteht kein separates IT-Projekt. Die Umsetzung erfolgt einfach durch Konfigurationsänderungen am vorhandenen Angebot.
Mit dem flächendeckenden Rollout der ePayBL-Version 4 im Laufe des Jahres wird Wero in Bayern breit verfügbar sein. Für Städte, Gemeinden und Landkreise erweitert sich damit der Gestaltungsspielraum im kommunalen E-Payment. Ob und in welchem Umfang die neue Zahlungsoption eingesetzt wird, liegt in der jeweiligen kommunalen Entscheidung – die technische Grundlage dafür ist bereits geschaffen. Für mehr digitale Souveränität sollten Kommunen diesen Schritt zeitnah umsetzen.