Messegeschäft boomt: Rekordbilanzen in München und Nürnberg
von Doris Kirchner

Die Messegesellschaften in München und Nürnberg ziehen für das Geschäftsjahr 2025 eine äußerst positive Bilanz. Während die Messe München laut ersten Hochrechnungen das umsatz- und ergebnisstärkste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte verzeichnet, meldet die NürnbergMesse den höchsten Umsatz in einem ungeraden Messejahr.
Jahr der Superlative
„2025 war für die Messe München ein Jahr der Superlative“, betonen die Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel. Acht der zwölf Weltleitmessen des Portfolios fanden statt, darunter bauma und IAA MOBILITY als besucherstärkste Messen Deutschlands. Ergänzt wurde das Programm durch Leit- und Fachmessen wie BAU, INHORGENTA, transport logistic, LASER World of PHOTONICS, automatica, drinktec, productronica, ISPO und EXPO REAL, die als zentrale Plattform der Immobilienwirtschaft neue Impulse setzte.
Insgesamt zogen 18 Eigenveranstaltungen sowie 73 Gastveranstaltungen mit zusammen rund 34.000 Ausstellern 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher an. Damit verbunden waren Kaufkrafteffekte von über 5 Milliarden Euro, von denen 80 Prozent in München und Bayern verblieben. Die Messe München verweist auf ihren Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung und ihre Rolle als Plattform für Innovation und internationalen Handel.
Die Messe München schließt Hochrechnungen zufolge das Jahr mit einem Umsatzrekord von rund 600 Millionen Euro und einem Ergebnis von 100 Millionen Euro ab. Das EBITDA liegt voraussichtlich bei 165 Millionen Euro. Der Standort München trägt mit 520 Millionen Euro Umsatz und einem Ergebnis von 85 Millionen Euro überdurchschnittlich stark dazu bei.
Investitionen in den Standort
Parallel investiert das Unternehmen gezielt in die Zukunft des Standorts. Mit dem Projekt „Gelände der Zukunft“ startet 2026 ein umfangreiches Modernisierungsprogramm für das Messegelände in München-Riem. Bis 2030 sollen über 70 Millionen Euro in Instandhaltung und Modernisierung fließen. Dazu gehören bauliche und infrastrukturelle Maßnahmen sowie der Ausbau digitaler Angebote, darunter großflächige LED-Installationen und Informationsscreens. Für 2026 erwartet die Messe München wieder einen regulären Veranstaltungszyklus mit neun Eigenmessen wie analytica, IFAT, EXPO REAL und electronica.
Stolze Nürnberger
Auch die NürnbergMesse blickt auf ein starkes Jahr 2025 zurück. Mit rund 350 Millionen Euro Umsatz erzielte das Unternehmen den höchsten Wert, der jemals in einem ungeraden Messejahr erreicht wurde – trotz geopolitischer Spannungen, Protektionismus und einer schwächelnden deutschen Wirtschaft. Die 150 Veranstaltungen verzeichneten weltweit über 31.000 Aussteller und rund 1,4 Millionen Besucherinnen und Besucher auf 1,1 Millionen Quadratmetern Ausstellungsfläche.
Dynamisch entwickelten sich insbesondere Fachmessen mit Sicherheits- und IT-Schwerpunkt, darunter Enforce Tac, it-sa und Perimeter Protection. Auch die KOMMUNALE sowie die erstmals in Nürnberg ausgerichtete Interlift trugen maßgeblich zum Ergebnis bei.
Eine halbe Milliarde für Investitionen
In den kommenden zehn Jahren plant die NürnbergMesse Investitionen von über 500 Millionen Euro. Schwerpunkte sind die Modernisierung der Frankenhalle, der Neubau einer neuen Ausstellungshalle mit Eingangsgebäude sowie der Ausbau erneuerbarer Energien, unter anderem durch eine großflächige Photovoltaikanlage. Ergänzt wird dies durch das modernisierte Mitarbeiterzentrum „NXT74“, das nach DGNB-Standards realisiert wurde.
Ausbau im Service
Parallel baut die NürnbergMesse ihren Servicebereich weiter aus, der inzwischen rund ein Viertel zum Konzernumsatz beiträgt. Eine neue E-Commerce-Plattform soll ab 2026 Bestellprozesse digitalisieren und vereinheitlichen.
Für 2026 zeigt sich die Messe optimistisch: Mit rund 150 geplanten Veranstaltungen weltweit, davon 66 in Nürnberg, erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 390 Millionen Euro. Zu den Höhepunkten zählen die 75. Spielwarenmesse und die Jubiläumsausgabe der IFH. Ein Schwerpunkt bleibt das Sicherheitscluster, mit dem Nürnberg seine Rolle als führender europäischer Standort für Sicherheitstechnik, Cybersecurity und den Schutz kritischer Infrastrukturen weiter ausbauen will.
