Geschäftsentwicklung 2025 der LBS Süd: Bauspardarlehen als Wachstumsmotor
von Doris Kirchner

Deutschlands größte Landesbausparkasse LBS Süd, die 2023 aus einer Fusion der LBS Südwest mit der LBS Bayern hervorgegangen ist, hat ihr Finanzierungsgeschäft im Jahr 2025 weiter ausgebaut. Das Volumen der bewilligten Kredite stieg auf rund 3,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,1 Mrd. Euro). Mehr als die Hälfte, knapp 1,8 Mrd. Euro, entfiel auf Bauspardarlehen. Deutlich verringert habe sich dagegen das Neugeschäft, wie Vorstandsvorsitzender Stefan Siebert in Stuttgart mitteilte.
„Das Volumen der bewilligten Bauspardarlehen hat sich in den vergangenen drei Jahren annähernd verdreifacht“, erläuterte Siebert. Dies belege den Kernnutzen des Bausparens. Die Kunden profitierten von festen Darlehenszinsen, die deutlich unter dem aktuellen Marktniveau lägen. Weitere rund 1,5 Mrd. Euro der Bewilligungen betrafen Vor- und Zwischenfinanzierungen sowie sonstige Baudarlehen. Der gesamte Kreditbestand der LBS Süd belief sich zum Jahresende auf 25,5 Mrd. Euro.
Nach den Rekordabschlüssen infolge der Zinswende hat sich das Bausparneugeschäft wieder auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. In Baden- Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz wurden 2025 rund 180.000 neue LBS-Verträge mit einer Netto- Bausparsumme von 10,6 Mrd. Euro abgeschlossen (2024: 13,9 Mrd. Euro). Trotz des rückläufigen Gesamtmarktes konnte die LBS Süd ihren Marktanteil mit 37,3 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (37,2 Prozent) halten. Der Bestand an Bauspareinlagen lag Ende 2025 bei 32,1 Mrd. Euro.
Auf dem Immobilienmarkt setzte sich die bereits 2024 begonnene Erholung fort. Ein gesunkenes Preisniveau und ein stabilisierter Zinskorridor von drei bis vier Prozent sorgten für mehr Bewegung. In Bayern werden die Immobilienvermittlungen der Sparkassen-Finanzgruppe über die Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH abgewickelt. Deren Zahlen werden im April erwartet. Die Kreditauszahlungen der LBS Süd blieben mit 3,2 Mrd. Euro auf hohem Niveau. Einschließlich ausgezahlter Bausparguthaben stellte das Institut seinen Kunden im vergangenen Jahr rund 7,5 Mrd. Euro für Eigenheimerwerb sowie Bau- und Modernisierungsvorhaben zur Verfügung. Zudem vermittelte die Plattform Forum Direktfinanz, an der die LBS Süd beteiligt ist, vor allem an Sparkassen Kredite in Höhe von 2,5 Mrd. Euro, was einem Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Mit rund 45 Prozent des bewilligten Darlehensvolumens war die Entschuldung bestehender Finanzierungen der häufigste Verwendungszweck. Gut 30 Prozent entfielen auf den Kauf von Wohnungen, Eigenheimen oder Mehrfamilienhäusern. Für Modernisierungen wurden mehr als 13 Prozent eingesetzt, für Neubauten lediglich rund sechs Prozent. Siebert zufolge spiegeln die Zahlen die Zurückhaltung im Neubau und die Dynamik im Bestandsmarkt wider. Die durchschnittliche Darlehenssumme pro Vertrag lag im Kauf und Neubau bei 143.000 Euro, bei Modernisierungen dagegen bei knapp 27.000 Euro.
Neue regulatorische Vorgaben
Seit dem 1. Januar 2025 steht die LBS Süd unter direkter Aufsicht der Europäischen Zentralbank. Der Wechsel war eine Folge der Fusion der früheren Landesbausparkassen Südwest und Bayern. Die neuen regulatorischen Vorgaben seien anspruchsvoll und mit hohem personellem Aufwand verbunden, erklärte der Vorstandsvorsitzende. 2026 werde ein weiterer Schritt in Richtung Regelbetrieb erwartet.
Mit der Zusammenführung der Bausparbestände wurde die Fusion auch technisch vollzogen. Insgesamt wurden die Daten von 2,6 Mio. Bausparern mit 3,6 Mio. Verträgen in ein gemeinsames System überführt. Unterstützt wurde das Projekt von der Finanz Informatik GmbH.
Im laufenden Jahr folgt die IT-Konsolidierung und Weiterentwicklung, bei der auch Künstliche Intelligenz in Kundenbetreuung und Prozessoptimierung eine größere Rolle spielen soll.
Betriebsergebnis
Das vorläufige Betriebsergebnis 2025 liegt bei knapp 100 Mio. Euro und damit fast doppelt so hoch wie 2024 (55 Mio. Euro). Ausschlaggebend war vor allem der gestiegene Zinsüberschuss infolge des höheren Zinsniveaus. Gleichzeitig belasteten Sondereffekte wie die technische Fusion und das sogenannte EZB-Onboarding das Ergebnis.
Weiterhin großer Handlungsbedarf besteht laut Siebert beim Thema Wohnungsmarkt. Es fehle an Wohnungen, insbesondere im wirtschaftsstarken Süden Deutschlands. Gleichzeitig wachse der Modernisierungsbedarf im Bestand, während hohe Gesamtkosten den Erwerb von Wohneigentum erschwerten. Notwendig seien verlässliche staatliche Rahmenbedingungen und eine stabile Förderkulisse. Zudem regte der LBS-Chef an, über einen Verzicht auf die Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb nachzudenken, um insbesondere jüngeren Menschen und Familien den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern.
Insgesamt sieht sich die LBS Süd gut aufgestellt, um die Finanzierung künftiger Wohnbauinvestitionen zu unterstützen. Bausparen biete auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Sicherheit und Planbarkeit, betonte Siebert. Wer langfristig spare, schaffe sich Eigenkapital und sichere sich günstige Darlehenszinsen. Rund 2,5 Mio. Kundinnen und Kunden vertrauen dem Institut, das eine Gesamtbausparsumme von knapp 165 Mrd. Euro verwaltet. Die vorläufige Bilanzsumme für 2025 liegt bei rund 38 Mrd. Euro.