Diversifiziertes Geschäftsmodell bewährt sich: BayernLB erzielt 2025 solide Erträge
von Doris Kirchner

„Unser Jahresergebnis spiegelt die Robustheit unseres Geschäftsmodells und die Stärke unserer Tochter DKB wider. Trotz des gesunkenen Zinsniveaus haben wir insgesamt solide Erträge erzielt und verfügen weiterhin über eine komfortable Kapitalausstattung“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Stephan Winkelmeier, bei der Vorlage der Geschäftszahlen 2025 in München. Nach vorläufigen Zahlen wurde ein Ergebnis vor Steuern von 1,375 Mrd. Euro erzielt. Damit lag es unter dem Vorjahreswert von 1,579 Mrd. Euro, der jedoch von außergewöhnlichen Sondereffekten, unter anderem Beitragsrückerstattungen, begünstigt war. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 1,028 Mrd. Euro nach 1,228 Mrd. Euro im Jahr zuvor.
Der Zinsüberschuss im Konzern lag 2025 bei 2,656 Mrd. Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 2,720 Mrd. Euro. Ursache für den Rückgang war vor allem das niedrigere Zinsniveau. Positiv entwickelten sich dagegen die Erträge aus dem Einlagen- und Kreditgeschäft der DKB.
Der Provisionsüberschuss stieg auf 554 Mio. Euro nach 531 Mio. Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend war insbesondere das gestiegene Geschäftsvolumen im Unternehmenskundengeschäft der BayernLB. Ein geringerer Ergebnisbeitrag aus dem Kartengeschäft der DKB wurde durch Zuwächse im Geschäftskunden- und Wertpapiergeschäft teilweise ausgeglichen.
Die Risikovorsorge belief sich auf minus 375 Mio. Euro und lag damit unter dem Vorjahreswert von minus 491 Mio. Euro. Bei der BayernLB entfiel ein wesentlicher Teil auf das Geschäft mit Unternehmenskunden, unter anderem aufgrund einer Erhöhung sogenannter Post Model Adjustments zur Absicherung geopolitischer Risiken. Zusätzlich wurden in einigen Einzelfällen Rückstellungen gebildet.
Im Immobilienportfolio der BayernLB waren angesichts des weiterhin schwierigen Marktumfelds insbesondere im Bereich Gewerbeimmobilien zusätzliche Vorsorgen erforderlich. Weitere negative Bewertungseffekte in Höhe von 61 Mio. Euro wurden im Fair-Value-Ergebnis verbucht. Bei der DKB konzentrierte sich die Risikovorsorge vor allem auf das Privatkundengeschäft.
Der Bestand an Post Model Adjustments zur Abdeckung möglicher geopolitischer Risiken im Konzern wurde auf 412 Mio. Euro erhöht, nach 378 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Quote notleidender Kredite (NPL-Quote) verbesserte sich auf 1,0 Prozent nach 1,2 Prozent im Jahr zuvor. Dies führt der Konzern unter anderem auf erste Erholungseffekte im Immobilienportfolio sowie einen Rückgang notleidender Kredite im Unternehmenskundenportfolio zurück.
Das Fair-Value-Ergebnis sank auf 305 Mio. Euro nach 360 Mio. Euro im Vorjahr, was unter anderem auf Marktwertveränderungen im Kredit- und Handelsgeschäft zurückzuführen ist. Die sonstigen Ergebnisbestandteile gingen deutlich auf 7 Mio. Euro zurück; 2024 hatten außerordentliche Effekte zu einem deutlich höheren Wert von 159 Mio. Euro geführt.
Der Verwaltungsaufwand im Konzern stieg auf 1,697 Mrd. Euro nach 1,602 Mrd. Euro im Jahr 2024. Der Anstieg ist vor allem auf tarif- und inflationsbedingte Kostensteigerungen sowie Investitionen in Projekte und die IT-Infrastruktur zurückzuführen. Auch die Aufwendungen für Bankenabgabe und Einlagensicherung erhöhten sich auf 60 Mio. Euro nach 51 Mio. Euro. Grund dafür war die Dotierung des freiwilligen Zusatzfonds im Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe.
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme der BayernLB stieg auf 276,9 Mrd. Euro nach 267,7 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Gleichzeitig reduzierten sich die risikogewichteten Aktiva auf 65,3 Mrd. Euro.
Die harte Kernkapitalquote (CET1) verbesserte sich auf 20,9 Prozent gegenüber 18,7 Prozent im Vorjahr. Die Cost-Income-Ratio lag bei 48,2 Prozent nach 42,5 Prozent im Jahr 2024, während die Eigenkapitalrentabilität auf 10,5 Prozent zurückging.
Im Segment „Immobilien & Sparkassen/Finanzinstitutionen“ stieg das Vorsteuerergebnis deutlich auf 226 Mio. Euro nach 125 Mio. Euro im Vorjahr. Hintergrund war vor allem ein im Vergleich zum Vorjahr geringerer Risikovorsorgebedarf im Immobiliengeschäft. Das Geschäft mit Sparkassen und Finanzinstitutionen erzielte ein stabiles Ergebnis von 97 Mio. Euro. Die Förderbank BayernLabo steuerte 65 Mio. Euro zum Segmentergebnis bei.
Das Segment „Corporates & Markets“ erreichte ein Vorsteuerergebnis von 140 Mio. Euro nach 239 Mio. Euro im Vorjahr. Zwar konnten Zins- und Provisionsüberschuss durch eine Ausweitung des Neugeschäfts gesteigert werden, jedoch belasteten deutlich höhere Risikovorsorgezuführungen das Ergebnis.
Die DKB übertraf mit einem Vorsteuerergebnis von 1,175 Mrd. Euro den Wert des Vorjahres (1,116 Mrd. Euro). Der Zinsüberschuss stieg leicht auf 1,859 Mrd. Euro, während der Provisionsüberschuss aufgrund geringerer Beiträge aus dem Kartengeschäft auf 201 Mio. Euro zurückging. Der Ergebnisanstieg ist vor allem auf eine gesunkene Risikovorsorge zurückzuführen.
Ausblick 2026
Für das Jahr 2026 erwartet der BayernLB-Konzern laut Vorstandschef Winkelmeier ein Ergebnis vor Steuern zwischen 1,1 und 1,3 Mrd. Euro. Aufgrund geopolitischer Risiken und wirtschaftlicher Unsicherheiten sei die Prognose jedoch mit erhöhten Unsicherheiten verbunden. Weitere Details zu den Geschäftszahlen 2025 sowie Informationen zur Ausschüttung an die Anteilseigner will die Bank mit der Veröffentlichung ihres Geschäftsberichts am 29. April bekannt geben.