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(GZ-8-2024 - 18. April)
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► KKW-Kommunenbefragung 2023:

 

Kernergebnisse zur Kommunalen Wärmeplanung

 

Zum Jahreswechsel ist das Gesetz zur Kommunalen Wärmeplanung in Kraft getreten. Einige Kommunen haben bereits begonnen, ihre Pläne zu entwerfen, andere haben schon konkrete Schritte unternommen. Mit der Auswertung seiner zweiten Befragung zur KWP liefert das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) der Deutschen Energie-Agentur (dena) einen aktuellen Überblick darüber, was bei der Kommunalen Wärmeplanung zu beachten ist und wo Nachbesserungsbedarf besteht.

Zu den zentralen Erkenntnissen zählt zunächst, dass die Umsetzung der Wärmewende viele Hürden aufweist: Finanzierung, Fachkräfte, Bürokratie, Datenbeschaffung sind zentrale Punkte. Sie alle finden sich in den Antworten der Kommunen wieder. Überraschend ist laut KKW, „dass je nach Planungsfortschritt die Beteiligung der Akteure, die Bürgerbeteiligung oder die Kommunikation als häufigste oder zweithäufigste Herausforderung genannt werden. Hier zeigt sich, dass die Wärmeplanung ein Multi-Akteurs-Prozess ist. Bürgerinnen und Bürger verfolgen die Planungen ihrer Kommune, nicht zuletzt, weil sie durch das Gebäudeenergiegesetz in absehbarer Zeit selbst dazu verpflichtet sind, ihre Gebäude klimaneutral zu beheizen“.

Die meisten Teilnehmer, die bereits mit der Wärmeplanung begonnen haben, beauftragen externe Dienstleister, um die Aufgaben der Wärmeplanung zu erfüllen. Die Kosten variieren stark - zwischen 0,84 Euro bis 6,32 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Diese Kosten sind umso höher, je weniger Einwohner es in der betreffenden Gemeinde gibt. Für kleinere Kommunen ist es aus Sicht des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende deshalb fachlich wie finanziell sinnvoll, die Wärmeplanung gemeinsam mit anderen Kommunen durchzuführen und einen interkommunalen Wärmeplan zu erstellen. Diese Zusammenarbeit ermögliche es auch, personelle Ressourcen zu bündeln und den Austausch sowie die Zusammenarbeit in der Region von Anfang an zu fördern.

Planungsprozesse schreiten voran

Trotz der Vielzahl an Herausforderungen gibt es auch positive Erkenntnisse. So zeigt ein grober Vergleich der aktuellen Befragungsergebnisse mit den Antworten aus 2022, dass die Teilnehmer ihren Wissensstand zur kommunalen Wärmeplanung 2023 deutlich besser einschätzten. Dies lässt darauf schließen, dass die Planungsprozesse in den Kommunen voranschreiten und sich entwickeln.

Weniger überraschend ist, dass die Mehrheit der Kommunen angibt, die Wärmeplanung über das Klimaschutzmanagement zu koordinieren und die nötigen Planungs- und Prozessschritte als Dienstleistungen auszuschreiben. Ebenfalls bestätigt wurde die bisherige Einschätzung, dass einheitliche Vorlagen, wie beispielsweise für Ausschreibungsunterlagen und Hilfestellungen zur Datenbeschaffung, den Planungsprozess in den Kommunen unterstützen können.

Speziell für Bayern lässt sich festhalten, dass sich die Mehrheit der teilnehmenden Kommunen in der Vorbereitung der Kommunalen Wärmeplanung befindet. Die meisten Durchführenden durchlaufen die Phase der Bestandsanalyse. Noch nicht begonnen haben Kommunen im Freistaat vor allem aufgrund des unklaren rechtlichen Rahmens.

In der Verwaltung übernimmt in der Regel der Bereich Klimaschutz die Koordination der KWP. Die Mehrheit der Befragten in Bayern vergibt die KWP allerdings überwiegend oder komplett fremd. Auch im Freistaat ist eine Korrelation zwischen der Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner in der Kommune und den Gesamtkosten der KWP ersichtlich. Die Kosten sind verhältnismäßig niedriger, je größer die Bevölkerung einer Kommune ist. Insgesamt entstehen so für Gemeinden mit einer niedrigeren Einwohnerzahl (10.000 bis unter 20.000) verhältnismäßig höhere Kosten.

Wissensstand zur KWP

Unter den Befragten in Bayern arbeitet nur eine Landgemeinde bei der KWP als interkommunaler Zusammenschluss. Fast die Hälfte der Befragten in Bayern schätzt ihren Wissensstand zur KWP im mittleren Bereich ein. Mehr Befragte geben an, dass sie einen (eher) geringen Wissensstand haben (33 Prozent), als solche, die ihn als (eher) hoch einschätzen (22 Prozent).

Keinen oder nur unzureichenden Zugang haben die befragten Kommunen bei Themen wie Daten für den Wärmeplan sowie bei allgemeinen Informationen zur Wärmeplanung. Das größte Interesse besteht an Informations- und Beratungsformaten, die spezielle Informationen für bestimmte Kommunentypen enthalten.

DK

 

 

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