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(GZ-24-2022)
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► EY-Breitband-Umfrage zur Glasfaserinfrastruktur:

 

Ungenügender Ausbau

Der Ausbaustand des Glasfasernetzes in Deutschland ist weiterhin unzureichend: 68 Prozent der Breitbandkoordinationsstellen (BBK) in Deutschland bewerten die Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen, die die leistungsfähigste Technologie für die Breitbandversorgung darstellen, als schlecht bis sehr schlecht. Laut einer aktuellen Studie von Ernst und Young zum Glasfaserausbau in Deutschland, für die 111 Breitbandkoordinationsstellen befragt wurden, passt dazu, dass 75 Prozent der Haushalte hierzulande über gar keinen Glasfaseranschluss verfügen.

Unabhängig von der jeweils eingesetzten Technologie halten die Koordinationsstellen in Deutschland die Breitbandversorgung in den Landkreisen zwar derzeit für ausreichend, allerdings ist laut BBK die Glasfasertechnologie Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland – 89 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage zu. Der flächendeckende Ausbau sei dabei der wichtigste Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Erweiterung der Glasfaserinfrastruktur.

Rund 70 Prozent der befragten BBK planen, am „Graue-Flecken-Programm“ teilzunehmen. Das Problem: Bisher nahm das Programm nur die „hellgrauen Flecken“ in den Blick, was bedeutet, dass nur Adressen berücksichtigt werden konnten, die eine Geschwindigkeit von weniger als 100 MBit/s im Download erreichen. Aus Sicht der BBK ist diese Schwelle jedoch wenig attraktiv, weshalb 60 Prozent der Verantwortlichen in den Kreisen auf den Jahresbeginn 2023 warten – dann soll die Aufgreifschwelle für förderfähige Ausbaumaßnahmen auf eine Datenrate von 200 Mbit/s im Down- und Upload angepasst werden. Somit werden deutlich mehr Adressen förderfähig.

Bei der Wahl des Fördermodells ist es laut Studie wenig überraschend, dass alle BBK, die in der Vergangenheit auf eine Förderung im Betreibermodell gesetzt haben, auch künftig dieses Modell bevorzugen. Mit 68 Prozent der befragten BBK setzt auch künftig der Großteil auf das Wirtschaftlichkeitslückenmodell. Einige erwägen für die Zukunft aber auch einen Wechsel, was einen Anstieg der Betreibermodelle um 20 Prozent bedeuten könnte.

Mithilfe sogenannter Markterkundungsverfahren (MEV) können BBK zudem durch Abfrage des eigenwirtschaftlichen Ausbauinteresses von Telekommunikationsunternehmen (TKU) eine höhere Flächenabdeckung erzielen. Im besten Fall folgt dem MEV eine koordinierte Zusammenarbeit bei der Umsetzung des eigenwirtschaftlichen Ausbaus. Aus Sicht der BBK funktioniert diese Zusammenarbeit überwiegend gut: 41 Prozent der Befragten bewerten die Kooperation mit den Unternehmen positiv, nur 23 Prozent sind nicht zufrieden.

DK

 

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