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(GZ-19-2018)
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► Neues Solarpotenzialkataster des Landkreises München:

 

Entdecken, welches Potenzial im eigenen Dach steckt 

 

Ab sofort steht den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis ein neues Angebot für den Umstieg auf klimafreundliche und saubere Energie zur Verfügung. Im August ging das neue Solarpotenzialkataster des Landkreises München an den Start. Hauseigentümer können damit nun einfach und kostenlos ermitteln, ob sich ihr Objekt für die Installation einer Solaranlage eignet und ob dies bzw. welche Art und Größe von Anlage rentabel ist.

Sauber – unabhängig – sehr wirtschaftlich: So lassen sich die wichtigsten Vorteile des auf dem eigenen Dach erzeugten Stroms zusammenfassen. Die Sonne ist eine frei verfügbare, natürliche Energiequelle. Wer ihr Potenzial nutzt, macht sich zumindest teilweise unabhängig von kommerziellen Stromanbietern, Stromengpässen oder Preissteigerungen – und leistet gleichzeitig einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz.

Nicht nur vor dem Hintergrund seiner Klima- und Energieinitiative 29++ möchte der Landkreis München diese Bemühungen mit der Bereitstellung des neuen Online-Angebots fördern. Auch ortsansässige Handwerker, die sich auf Photovoltaik spezialisiert haben, können von der neuen Plattform profitieren. Sie sind direkt über das Solarpotenzialkataster zu finden. Auf diese Weise kann das Online-Tool dazu beitragen, die Wertschöpfung im Landkreis zu halten.

Mit wenigen Klicks das Solarpotenzial des Eigentums ermitteln

Das Solarpotenzialkataster gibt detailliert Aufschluss darüber, ob und in welcher Weise sich ein Dach für die Nutzung von Sonnenenergie eignet. Die Analyse ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Für eine erste Einschätzung genügen die Auswahl des Wohnorts bzw. des Standorts der zu prüfenden Immobilie sowie die Eingabe der Adresse.

Auf den ersten Blick können Nutzer dann mithilfe eines Ampelsystems erkennen, ob sich die betreffende Immobilie für solare Nutzung eignet. Eine grüne Markierung zeigt, dass das Dach gutes Solarpotenzial aufweist; erscheint das Dach in Rot, ist eine Ausstattung mit Solaranlagen wirtschaftlich nicht sinnvoll. Dazwischen gibt es mehrere Abstufungen. So kann ein Dach beispielsweise zwar nicht optimal geeignet für Solarthermie, sprich die Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme, sein, aber dennoch geeignet für Photovoltaik, also die Nutzung von Sonnenlicht für elektrische Energie.

Grundlage für die Solarpotenzialanalyse bilden LaserscannerDaten aus einem Überflug der Region. Anhand dieser Informationen wurden vereinfachte 2-D- und 3-D-Modelle der Häuser und der umgebenden Objekte (z. B. Bäume) erstellt. Einstrahlung und Verschattung werden bei der Berechnung des Potenzials ebenso berücksichtigt wie individuelle Nutzungsparameter, etwa der jährliche Stromverbrauch oder die Einbindung einer Speicherbatterie. Der integrierte Wirtschaftlichkeitsrechner zeigt, ob und wie wirtschaftlich eine Photovoltaikanlage auf der zu betrachtenden Immobilie ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Einbindung eines Elektrofahrzeugs in der Berechnung zu berücksichtigen.

Handwerkerbörse 

Die ebenfalls im Online-Tool integrierte „Handwerkerbörse“ erleichtert den Schritt zur Umsetzung des Solarprojekts. Zusätzlich stehen zahlreiche weiterführende Informationen, Hinweise zur Planung und wertvolle Links, wie beispielsweise zu aktuellen Fördermöglichkeiten, zur Verfügung.

Landrat Christoph Göbel, der das Solarpotenzialkataster der Öffentlichkeit vorstellte, zeigte sich erfreut über das neue Angebot an die Landkreisbürger: „Wirksamer Umwelt- und Klimaschutz kann nur gelingen, wenn jeder Einzelne sich dieses Thema zu eigen macht und in seine Lebenswelt integriert. Niedrigschwellige Angebote wie unser neues Solarpotenzialkataster, mit dem jeder auch ohne großes Vor- und Fachwissen sehen kann, ob sich eine Solaranlage für ihn lohnt, helfen dabei, den Bürgerinnen und Bürgern dieses ständig präsente und doch oft so wenig greifbare Thema auf verständliche Weise näherzubringen. Erneuerbare Energien bieten uns enormes Potenzial, unseren heutigen und künftigen Energiebedarf umweltschonend und vergleichsweise günstig zu decken. Aber um dieses Potenzial nutzen zu können, braucht es neben den entsprechenden Investitionen vor allem auch Flächen, die für die Solarenergiegewinnung genutzt werden können“, so der Landrat. Flächen, die in einem dicht besiedelten Ballungsraum wie dem Landkreis München oft Mangelware sind.

„Aus diesem Grund sind wir umso mehr darauf angewiesen, die vorhandenen Potenziale der zahlreichen Dachflächen im Landkreis zu entdecken und zu nutzen“, so Göbel weiter. „Das Solarpotenzialkataster zeigt: Es gibt viele ideal ausgerichtete und unverschattete Dachflächen in den Städten und Gemeinden, die sich für die Gewinnung von Sonnenenergie sehr gut eignen. Letztendlich liegt es in der Entscheidung der Eigentümer, ob sie ihre Immobilien mit Solaranlagen ausstatten möchten oder nicht. Aber wir als Landkreis – wie auch Verwaltung und Politik allgemein – müssen dafür sorgen, dass es den Menschen so einfach wie möglich gemacht wird, neue, energiesparende und klimaschonende Techniken und Technologien zu nutzen, sei es durch passende Beratung oder Bereitstellung entsprechender Fördermöglichkeiten. Genau diesen Zweck erfüllt unser Solarpotenzialkataster“, erläutert der Landrat.

Laut Energieatlas Bayern waren 2016 etwa 4.500 Photovoltaikanlagen im Landkreis installiert, die ca. 4 Prozent des Stromverbrauchs des Landkreises Münchens deckten.

Erster großer Meilenstein der Energieagentur Ebersberg-München

lkataster von der im vergangenen Jahr gegründeten Energieagentur Ebersberg-München gGmbH, die das Tool bereits auch – damals noch ohne Beteiligung des Landkreises München – für den Landkreis Ebersberg umgesetzt hat. Hans Gröbmayr, Geschäftsführer der Energieagentur, sieht in der Aufklärung und Unterstützung rund um das Thema Solarenergie einen zentralen Schwerpunkt nicht nur für den Erfolg der Klima- und Energieinitiative 29++ des Landkreises München, sondern auch für eine langfristig sichere und günstige Stromversorgung: „Es ist heute weniger die Frage, ob man sich eine Photovoltaik-Anlage leisten kann, sondern vielmehr, wie lange man sich noch leisten kann, keine Photovoltaikanlage zu haben. Denn durch eine Photovoltaikanlage erzeugt man selbst kostengünstigen Strom, ist dadurch unabhängiger von steigenden Stromkosten und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz“, so Gröbmayr.

Mit einer Photovoltaikanlage könne ein durchschnittlicher Haushalt rund 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms direkt im Haushalt verbrauchen. Dadurch sänken die Stromkosten, da weniger teurer Strom von Stromanbietern gekauft werden müsse, so der Energieexperte weiter. Wenn der Haushalt dann zusätzlich zur PV-Anlage noch einen Stromspeicher installiere, erhöhe sich der Eigenverbrauch von 30 Prozent auf über 60 Prozent. Und auch aus finanzieller Sicht sei eine Solaranlage eine sinnvolle und sichere Investition. „Eine PV-Anlage erzeugt mehr als 30 Jahre Strom und amortisiert sich durchschnittlich, je nachdem ob ohne oder mit Speicher, zwischen 12 und 14 Jahren“, erklärt Gröbmayr.

Der geleistete Beitrag für den Klimaschutz kommt als positive Verstärkung noch hinzu. Und in der Zukunft wird die Erzeugung von umweltfreundlichem Strom noch wichtiger werden, denkt man beispielsweise an Pedelecs oder Elektrofahrzeuge, aber auch an Wärmepumpen. Spätestens das sollte ausreichend Anreiz sein, den benötigten Strom auf dem eigenen Dach zu erzeugen.

Zu finden ist das Solarpotenzialkataster für den Landkreis München unter folgender Adresse: https://www.solare-stadt.de/kreis-muenchen.

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