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(GZ-5-2017)
Kommunale Praxis
IHM München 2017:
 
Handwerk verzeichnet Rekordjahr
 

Pressekonferenz zur Internationalen Handwerksmesse in München

Auf ein Jahr der Rekorde blickt das deutsche Handwerk zurück. Wie der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Holger Schwannecke im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse in München vor der Presse betonte, „zeigten Umfragen 2016 ein besseres konjunkturelles Stimmungsbild als jemals zuvor und das Geschäftsklima im Handwerk erreichte ein neues Allzeithoch“.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks war 2016 noch einmal deutlich besser als in der Gesamtwirtschaft. „Wir gehen davon aus, dass die Umsätze im Handwerk um insgesamt 3,5 Prozent gewachsen sind, wäh-rend das deutsche BIP um ebenfalls gute 1,9 Prozent zulegen konnte“, machte Schwannecke deutlich. Noch besser hätte das Ergebnis allerdings sein können, „wenn der Engpass bei den Fachkräften nicht wäre.“ Gut seien die Geschäfte insbesondere in den Bau- und Ausbaugewerken, aber auch die Lebensmittel- und Kfz-Handwerke profitierten von der guten Einkommensentwicklung der Verbraucher.

Umsatzplus auch 2017

Für 2017 erwartet das Handwerk, dass sich seine gute wirtschaftliche Lage erneut bestätigen wird, „auch wenn unsere Betriebe nicht mehr ganz so dynamisch wachsen werden“, urteilte der ZDH-Generalsekretär. 2017 werde mit einem Umsatzwachstum von etwa 2,5 Prozent gerechnet.

„Unser Handwerk hat nur dann Zukunft, wenn es uns gelingt, junge Leute von einer Ausbildung, einer Karriere im Handwerk zu überzeugen. Das gesamte deutsche Handwerk hat mit seiner Imagekampagne vor einigen Jahren schon einen Imagewandel herbeiführen können. Allerdings glauben leider immer noch zu viele Eltern, dass ihre Kinder ohne Abitur und Studium keine echte berufliche Perspektive haben“, führte Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages und Aufsichtsratsvorsitzender der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, aus.

Dass dies nicht stimmt, habe kürzlich wieder eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft bewiesen. Diese komme nämlich zu dem Ergebnis, dass beruflich Qualifizierte im Berufsleben hinsichtlich Personalverantwortung, Entwicklungschancen und Bezahlung auf Augenhöhe mit Kollegen rangieren, die den akademischen Weg gegangen sind.

„Wir müssen daher neben den Jugendlichen vor allem auch die Eltern davon überzeugen, warum die Berufsausbildung eine sehr gute Alternative ist“, so Peteranderl. „Dafür habe der Freistaat im vorletzten Jahr gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und den IHKs die Kampagne „Elternstolz“ gestartet. Die Kampagne komme gut an und habe, zusammen mit der Nachwuchskampagne „Macher gesucht!“ des bayerischen Handwerks, im letzten Ausbildungsjahr auch zu einem leichten Plus von 1,5 Prozent bei den abgeschlossenen Lehrverträgen geführt.

Auch die Ausbildung von Jugendlichen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten, könne einen kleinen Beitrag zur Bewältigung der Nachwuchsprobleme leisten, fuhr der BHT-Präsident fort. Das bayerische Handwerk liefere bereits einen großen Beitrag zur Integration dieser Jugendlichen: Aktuell seien bayernweit über 1.500 Jugendliche mit einem Fluchthintergrund in Ausbildung.

Klare Linie bei der Integration von Flüchtlingen

Peteranderl zeigte sich sicher, „dass es noch deutlich mehr werden, wenn eine klare Linie bei der Integration von Flüchtlingen in den bayerischen Arbeitsmarkt herrscht. Dass die Ausländerbehörden von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich über die Arbeits- und Ausbildungserlaubnis von Asylbewerbern urteilen, verunsichert unsere Betriebe. Es ist daher unbedingt erforderlich, die Richtlinien einheitlich umzusetzen. Außerdem muss das BAMF die Asylverfahren endlich zügiger abschließen. Schließlich müssen auch die jungen Leute wissen, woran sie sind.“

Dem Handwerk leuchte ein, dass der Staat seine Integrationsbemühungen auf Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive fokussieren will. „Allerdings müssen sich unsere Betriebe dann auch darauf verlassen können, dass ein erteilter Bleibestatus für die drei Jahre bis zum Abschluss der Lehre und die anschließenden zwei Jahre, die dem Sammeln von Berufserfahrung dienen, auch Bestand hat“, hob Peteranderl hervor.

Als erneut wichtiges Thema auf der IHM bezeichnete der Präsident die Digitalisierung bzw. Handwerk 4.0., wobei sich heuer alles um die Digitalisierung am Bau drehe. Heute liefen die meisten Prozesse auf den Baustellen noch weitgehend analog ab. Die Anforderungen an unsere Gebäude stiegen aber kontinuierlich und die Komplexität in Planung und Ausführung nehme stetig zu. Dass dies erhebliche Probleme verursachen kann, zeigten Groß-projekte wie der neue Flughafen in Berlin. Daher setze man in Deutschland große Erwartungen in digitale Technologien und Methoden, um die Fehler auf Baustellen zu reduzieren.

Neue Märkte

Darüber hinaus verwies Peter-anderl auf den Gemeinschaftsstand der bayerischen Handwerkskammern mit einem breit gefächerten Beratungsangebot. Außenwirtschaftsberater informierten über neue Märkte für das Handwerk, gäben Tipps zur Markterschließung und Auftragsabwicklung im Ausland sowie zum Export. Zudem zeigten Betriebsberater auf, worauf es bei der Gründung und der Sicherung eines Betriebes sowie bei der Betriebsnachfolge ankommt.

Auch stellten Umwelt-, Technik- und Innovationsberater Energiesparkonzepte und -potenziale vor und berieten zu Arbeitssicherheit, Produktsicherheit und technischen Regeln. Ausbildungsberater stünden Unternehmern und Lehrlingen sowie deren Eltern mit Rat und Tat für Fragen rund um die Ausbildung im Handwerk zur Seite. Weiterbildungsberater informierten über das breite Bildungsangebot der Handwerkskammern, das u. a. Betriebswirtschaft, Recht, Energie und Technik umfasst. Außerdem präsentierten innovative Handwerksunternehmen ihre neuesten Entwicklungen.

DK

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