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(GZ-9-2016)
Kommunale Praxis
► 70. Landestagung der bayerischen Volkshochschulen:
 
Die VHS im politischen Diskurs
 

Zum Vorstand des Bayerischen Volkshochschulverbandes e.V. (bvv) wurden erneut gewählt, von links: Prof. Dr. Klaus Meisel, 1. Vorsitzender, Dr. Martina Eglauer, Schriftführerin, Winfried Ellwanger, 3. Vorsitzender, Cornelia Wabra, 2. Vorsitzende und Kornelius Schlehlein, Schatzmeister des bvv. Bild: Klaus Freisleben

Auf der 70. Landestagung der bayerischen Volkshochschulen in Memmingen standen politische Fragestellungen wie zum Beispiel der Bildungsauftrag, die Aufgaben und die staatliche Finanzierung der Volkshochschulen im Mittelpunkt der Tagung. Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle war als Festredner zum politischen Forum geladen.

„Orientierung geben gehört zum originären Bildungsauftrag der Volkshochschule. Und nicht von ungefähr kommen mehr als zwei Millionen bayerische Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr zur Volkshochschule.“, betonte Landtagspräsidentin Barbara Stamm und zugleich Präsidentin des Bayerischen Volkshochschulverbandes e.V. (bvv), bei der Eröffnung der Landestagung. „Die Volkshochschulen haben im Bereich Integration ihre Teilnehmerzahlen in kürzester Zeit verdoppelt, die Unterrichtsleistung sogar verdreifacht und damit in diesem Jahr annähernd 200.000 Menschen in ihren Kursen und Maßnahmen“, so Stamm. Für eine personelle und finanzielle Entlastung der Volkshochschulen brauchen die Volkshochschulen zusätzliche Ressourcen und zwar sofort. Sie forderte die bayerische Staatsregierung auf, mehr öffentliche Mittel für das Lebenslange Lernen zur Verfügung zu stellen, damit Erwachsene täglich weiterlernen und sich täglich weiterentwickeln können.

Wertvoller Beitrag

Prof. Dr. Klaus Meisel, 1. Vorsitzender des bvv und Vorsitzender des Landesbeirats für Erwachsenenbildung bestärkte diese Forderung. „Land und Kommunen haben die Volkshochschule an ihrer Seite. Mit Unterstützung der Kommunen leisten die Volkshochschulen einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung und Integration. Aber auf Grund der zunehmenden Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens und seiner strukturellen Unterfinanzierung sowie der Arbeit im Krisenmodus durch die wachsenden Aufgaben im Bereich Integration und Flüchtlinge brauchen die Volkshochschulen auch das bayerische Staatsministerium an ihrer Seite,“ so Meisel. Die Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen sei eine Langzeitaufgabe. Die Erwachsenenbildung könne mehr als andere die Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern schaffen.

Kommunale Verwurzelung

Der bayerische Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle würdigte in seiner mit Spannung erwarteten Rede „Die Zukunft der Erwachsenenbildung in Bayern“ die Volkshochschulen: „Volkshochschulen sind flächendeckend präsent und sie sind schon da! Sie sind kommunal verwurzelt und gemeinwohlorientiert. Volkshochschulen leisten auf Grundlage ihres gesellschaftlichen Auftrags einen großen Beitrag zur Stärkung unserer demokratischen Gesellschaft. Sie verstehen es, auf gesellschaftliche Veränderungen schnell zu reagieren. Auch im Hinblick auf die Gestaltung neuer Formen von Lebensentwürfen für eine älter werdende Gesellschaft sind sie kompetent.“

Der Staat fördert neben den Kommunen die Erwachsenenbildung mit einem im Erwachsenenbildungsförderungsgesetz (EbFöG) festgelegten Sockelbetrag. Spaenle versprach eine parteiübergreifende Diskussion anzustoßen, um das EbFöG aus dem Jahr 1974 im Laufe der nächsten beiden Jahre zu novellieren. Außerdem kündigte er für den nächsten Doppelhaushalt eine signifikante Erhöhung der finanziellen Ausstattung der Volkshochschulen an.
250 Gäste aus Politik,

Bildung und Medien

Nach den politischen Foren begrüßte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger als Deutschlands dienstältester Oberbürgermeis-ter für die Stadt und Volkshochschule Memmingen die rund 250 geladenen Gäste und Delegierten aus den Bereichen Politik, Bildung und Medien und insbesondere die Leiterinnen und Leiter der bayerischen Volkshochschulen in der Stadthalle und hieß die Gäste herzlich willkommen.

Vorsitz des Bayerischen Volkshochschulverbandes erneut gewählt

Außerdem fand die Mitgliederversammlung der bayerischen Volkshochschulen statt. In diesem Jahr stand die Neuwahl der Vorstandsmitglieder des bvv auf der Tagesordnung. 113 von 114 Delegierten der bayerischen Volkshochschulen bestätigten Prof. Dr. Klaus Meisel in Memmingen auf der Mitgliederversammlung der bayerischen Volkshochschulen in seinem Amt als 1. Vorsitzender des Bayerischen Volkshochschulverbandes e.V.

Bildungspolitischer Diskurs

„Mein großes Interesse liegt darin, mich in den bildungspolitischen Diskurs in der Landespolitik weiterhin einzubringen und die in den letzten drei Jahren angestoßenen Veränderungen weiter nach vorne zu bringen“, unterstrich der wiedergewählte 1. Vorsitzende.

Bundesweite Beratung

Prof. Dr. Klaus Meisel, ist seit drei Jahren 1. Vorsitzender des bvv und seit 2015 auch Vorsitzender des Landesbeirats für Erwachsenenbildung. Er ist seit 2006 Managementdirektor der größten Volkshochschule in Deutschland, der Münchner Volkshochschule GmbH. Davor war er lange Jahre als Berater von Volkshochschulen bundesweit tätig. Meisel promovierte nach dem 1. Staatsexamen Lehramt und dem Diplomstudium Erziehungswissenschaften im Fachbereich für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kaiserslautern. Seit 1978 leitete er unterschiedliche bundesweite Projekte an der Pädagogischen Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes in Frankfurt/Main. Von 2002 bis 2006 war er Direktor am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn. Seit 2002 hat er an der Philipps-Universität Marburg eine Honorarprofessur.

Nach der Wahl des 1. Vorsitzenden wählten die Delegierten die weiteren Vorstandsmitglieder. Mit großer Einigkeit wurden Cornelia Wabra, Leiterin der vhs Stadt Regensburg, als zweite Vorsitzende des bvv, Winfried Ellwanger, Leiter der vhs Landkreis Cham, als dritter Vorsitzender und Kornelius Schlehlein, ehemaliger Leiter der vhs Landkreis Roth, als Schatzmeister für eine weitere Periode im Amt bestätigt. Die Schriftführerin Irmgard Heeren, ehemalige Leiterin der vhs Starnberger See, trat nach sechsjähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl an. Ihr folgt Dr. Martina Eglauer, Leiterin der Volkshochschule Grafing-Ebersberg nach.

RED

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