Aus den Kommunenzurück

(GZ-06-2016)
Aus den Kommunen
Kommunales Bildungsmanagement:
 
Vernetzung mit neuen Kräften
 
Für eine noch bessere und nachhaltige Bildungsarbeit machen sich zahlreiche Kommunen im Freistaat stark. Dazu sollen die kommunalen Angebote im Rahmen einer bildungspolitischen Strategie zusammengeführt und besser aufeinander abgestimmt werden, wie nachfolgende Beispiele zeigen.

 So haben in der jüngsten Kreisausschusssitzung des Landkreises Bamberg die Mitglieder einstimmig beschlossen, dass eine Antragsstellung beim Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erfolgt sowie eine Stelle „Bildungskoordinator für Neuzugewanderte“ eingerichtet wird.

Beispiel Landkreis Bamberg

„Ich halte es für zwingend notwendig, die Bildungsmaßnahmen für Neuzugewanderte zu koordinieren, um eine strukturierte Bildungslandschaft entstehen zu lassen, die es Neuzugewanderten ermöglicht, die passenden Angebote zu erreichen und sich für Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt fit zu machen. Denn nur durch Bildung und Teilhabe kann langfristige Integration gelingen und das Potenzial der Neuzugewanderten für unsere Gesellschaft nutzbar gemacht werden“, unterstrich Landrat Johann Kalb. Mit der Einrichtung der Stelle des Bildungskoordinators stellt man sich den Herausforderungen, die sich für den Landkreis Bamberg durch die große Zahl von Neuzugewanderten, vor allem von Asylsuchenden, in den vergangenen zwei Jahren ergeben haben. Das macht eine Koordinierung der Bildungsangebote für diese Zielgruppe unumgänglich.

Hierfür spricht beispielsweise, dass sich die Zahl der Flüchtlings-Vorklassen zum Berufsintegrationsjahr (BIJ/V) von einer (2014/2015 mit 18 Schülern) auf aktuell zehn Klassen mit ca. 180 Jugendlichen erhöht. Zudem weisen bereits verschiedene Akteure ein breites Angebot an Bildungsangeboten auf, vor allem im Bereich der Deutschkurse. Jedoch kann hier kaum von einem koordinierten Vorgehen gesprochen werden. Vielmehr zieht die mangelnde Abstimmung Lücken in der Angebotsstruktur sowie Überangebote nach sich. Daraus ergeben sich folgende vier Hauptaufgabenfelder des Bildungskoordinators: Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien, Identifizierung und Einbindung der relevanten Bildungsakteure, Herstellung von Transparenz über Akteure und Angebote sowie die Beratung von Entscheidungsinstanzen und Kommunen.

Die Stelle des Bildungskoordinators soll als Vollzeitstelle angelegt werden. Der Projektbeginn ist für den 1. Juli 2016 vorgesehen. Zudem wird die Stelle mit dem kommunalen Bildungsmanagement organisatorisch und inhaltlich eng verknüpft sein. Daher werden diese Stellen gebündelt im Bildungsbüro angesiedelt.

Erst im Januar 2016 wurde mit der Transferagentur Bayern für kommunales Bildungsmanagement, deren Regionalbüro Nord bei der Europäischen Metropolregion Nürnberg angesiedelt ist, eine Zielvereinbarung unterzeichnet, um die Eckpfeiler der zukünftigen Zusammenarbeit festzuhalten und ein Bildungsmanagement in Form eines Bildungsbüros einzurichten. Im Rahmen von „Bildung integriert“ wird nun auch die Stelle des Bildungskoordinators vom BMBF gefördert.

Das Bildungsbüro wird sämtliche Angebote von der frühkindlichen Bildung bis zur Seniorenbildung in den Blick nehmen. Es soll unsere Entwicklungsbereiche im Bildungsbereich definieren und Strategien erarbeiten“, betonte Dr. Christian Lange, Zweiter Bürgermeister und Referent für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Bamberg.

Bei der Entwicklung will Lange das lebenslange Lernen in den Vordergrund stellen und Angebote, die über die klassische Schulbildung hinausreichen, mit einbeziehen. „Die kulturelle Bildung könnte ein wichtiges Vehikel für die Bewältigung der aktuellen und künftigen Integrationsaufgaben sein. Unser Schul- und Kulturservice ist ein gutes Beispiel, wie dieser Bildungsbereich weiter gestärkt werden kann. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Bamberg, mit dem wir das Serviceangebot in der Vermittlung von kulturpädagogischen Angeboten für Schulen und Kindertageseinrichtungen gemeinsam betreiben. Mit der geplanten Kooperation im kommunalen Bildungsmanagement werden sicherlich beide Kommunen von den Stärken des jeweils anderen profitieren“, zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich.

Für Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Europäischen Metropolregion, steht die verstärkte Kooperation stellvertretend für die Zusammenarbeit von Stadt und Land in der Metropolregion: „Von einer dynamischen Balance zwischen den Städten und Landkreisen profitieren letztlich die Bürgerinnen und Bürger. Bildungsbedarfe machen ja nicht an den Grenzen der Gebietskörperschaften Halt. Deshalb freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg, die sicher auch anderen Kommunen wichtige Impulse geben kann. Die Transferagentur unterstützt Kommunen, in dem sie gelungene Projekte und Erfahrungen sammelt und vermittelt.“

Landkreis Landsberg a. Lech

Auch der Landkreis Landsberg am Lech möchte mit einer koordinierten Bildungsarbeit das Bildungsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort stärken. Unterstützung erhält der Landkreis von der Transferagentur Bayern für Kommunales Bildungsmanagement.

Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit wurden vom Amt für Jugend und Familie im Landratsamt und der Transferagentur Bayern gemeinsam erarbeitet und in einer Kooperationsvereinbarung festgehalten. Diese wurde von Landrat Thomas Eichinger und Tobias Schmidt, Koordinator der Transferagentur Bayern und Leiter des Münchner Regionalbüros, unterzeichnet.

Im Mittelpunkt steht der Ausbau des bestehenden Berichtswesens zu einem kommunalen Bildungsmonitoring, um geplante Maßnahmen im Bildungsbereich auf der Grundlage von Daten entwickeln und steuern zu können. Ziel des Landkreises ist es zudem, die Zusammenarbeit der lokalen Bildungsakteure weiter zu verbessern und ihre Bildungsangebote bestmöglich aufeinander abzustimmen. So soll eine größere Bildungsgerechtigkeit für alle Menschen im Landkreis ermöglicht werden, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Einen Schwerpunkt legt der Landkreis dabei auf die Gestaltung des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf.

Landrat Thomas Eichinger sieht in diesem Vorhaben einen großen Mehrwert für die gesamte Region: „Landsberg am Lech ist ein stark wachsender Landkreis, den wir nachhaltig als Bildungs- und Wirtschaftsstandort festigen wollen. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit einer verbesserten Bildungsarbeit langfristig auch die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger verbessern und den Landkreis als Standort stärken können.“

Stadt und Landkreis Regensburg

Für eine noch bessere und nachhaltigere Bildungsarbeit wollen sich überdies Stadt und Landkreis Regensburg stark machen. Jungen Menschen künftig die Bildungsangebote vorzuhalten, die für sie passen - dieses Ziel vor Augen trafen sich rund 230 Interessierte bei der Auftaktveranstaltung zur gemeinsamen Bildungsregion von Stadt und Landkreis im Gymnasium Lappersdorf. Wie Landrätin Tanja Schweiger dabei hervorhob, „ist es wichtig, dass beide beim Thema Bildung intensiv zusammenarbeiten“. Bereits in die Vorbereitung dieses ersten Treffens seien unzählige Arbeitsstunden investiert worden, so die Landrätin. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ergänzte: „Wir wollen, dass die Menschen in dieser Region gut leben. Dazu müssen wir es ihnen ermöglichen, dass sie sich gut ausbilden können.“

Die zu behandelnden Themen der Initiative Bildungsregion sind in folgende fünf Säulen aufgeteilt: 1. Übergänge ab Vorschulalter bis zur beruflichen Ausbildung und zum Beruf bzw. zum Studium hin organisieren und begleiten; 2. Schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen – Schulen in die Region öffnen; 3. „Kein Talent darf verloren gehen – Jungen Menschen in besonderen Lebenslagen helfen“; 4. Bürgergesellschaft stärken und entwickeln – Familienbildung ausbauen, Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Politik und Gesellschaft schaffen, Ganztagsangebote mit Senioren und Vereinen vernetzen; 5. Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen.

Von Stadt und Landkreis Regensburg wurde zusätzlich eine sechste Säule mit dem Thema „Fachkräfte von Morgen“ ausgearbeitet, die sich hauptsächlich um die berufliche Aus- und Weiterbildung von Erwachsenen bemühen soll.

DK

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