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(GZ-12-2022)
Gerhard Jauernig, Oberbürgermeister der Stadt Günzburg und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Städtetages der kreisangehörigen Verbandsmitglieder im Regierungsbezirk Schwabe. Foto: © Bernhard Weizenegger
 

Gerhard Jauernig

Oberbürgermeister der Stadt Günzburg und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Städtetages der kreisangehörigen Verbandsmitglieder im Regierungsbezirk Schwaben

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?

Ich vertrete die Große Kreisstadt Günzburg mit ihren 21.225 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand: 30.06.2021).

 

Wann haben Sie Ihr Amt angetreten und sind Sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig?

Am 1. Mai 2002 habe ich mein Amt als hauptamtlicher Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Günzburg angetreten.

 

Welchem Beruf sind Sie vor Ihrem Amtsantritt nachgegangen bzw. üben Sie diesen nach wie vor aus?

Ich machte bei der Sparkasse Günzburg-Krumbach die Ausbildung zum Bankkaufmann und absolvierte im Anschluss die Fortbildung zum Sparkassenfachwirt. Vor meiner Amtszeit als Oberbürgermeister übte ich diesen Beruf 16 Jahre lang aus.

 

Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?

In keinem anderen Bereich der Politik gibt es eine so kräftige Hebelwirkung wie auf der Ebene der Kommunalpolitik. Hier kann man gestalten und ist ganz nah mit den Menschen unterwegs.

 

Wie haben Sie sich vorbereitet?

In jungen Jahren engagierte ich mich für den Bau eines Jugendtreffs in meiner Heimatstadt, in Günzburg. Durch dieses Engagement kam ich mit kommunalpolitischen Ebenen in Berührung und entdeckte die Kommunalpolitik für mich. Ich wurde im Jahr 1990 im Alter von 21 Jahren in den Günzburger Stadtrat gewählt und 1996 aus der Mitte des Stadtrates zum Dritten Bürgermeister bestimmt.

 

Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?

Unabhängig von wichtigen Themen der Stadtentwicklung war es für mich ganz entscheidend, sehr zeitnah eine Verwaltungsmodernisierung anzustoßen und umzusetzen. Mit dem BürgerServiceCenter, in dem alle relevanten Dienstleistungen rund um den Bürger angeboten werden, ist dies gelungen.

 

Welche Themen beschäftigen Sie momentan?

Die Stadt Günzburg bewirbt sich aktuell um die Ausrichtung einer Landesgartenschau in Bayern im Zeitraum 2030 bis 2032. Neben dem Schaffen von bezahlbarem Wohnraum, was wir durch eine kommunale Wohnbauoffensive verwirklichen wollen, steht der Ausbau des Angebots unserer Krippen- und Kitaplätze im Fokus. Günzburg hat das Ziel, bis 2035 klimaneutral und bis 2030 energieautark zu werden. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Die Umgestaltung hin zur „Fahrradstadt 2025“ ist dabei ein wichtiges Etappenziel.

 

Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?

Der demografische Wandel ist auch in einer Stadt wie Günzburg spürbar. Mit einem seniorenpolitischen Gesamtkonzept und der barrierefreien Umgestaltung des öffentlichen Raums (als Modellkommune des Projektes „Bayern barrierefrei“) gehen wir dies an. Die Stärkung des innerstädtischen Handels wird auch in Zukunft eine ganz wichtige Herausforderung darstellen. In unserer historischen Altstadt findet sich ein breites Angebot an Dienstleistungen, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten. Der dominanten Konkurrenz des Internets treten wir mit einer Cityinitiative und einer digitalen Einkaufsstadt entgegen. Beide Projekte werden von der Kommune begleitet und gefördert.

 

Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?

Mit Ratschlägen sollte man vorsichtig sein, denn sie könnten falsch aufgenommen werden. Aber: Für mich ist Kommunalpolitik kein Spielfeld für parteipolitische Interessen. Ich bewerte Ideen grundsätzlich nicht nach dem Ort der Herkunft, sondern nach deren Qualität und sehe Diskussionen im kommunalpolitischen Bereich als Wettbewerb der Visionen.

 

Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen / Bürgerinnen und Bürger / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?

Wir versuchen den Gedanken „Betroffene zu Beteiligten zu machen“ zu praktizieren. Im Dialog gelingt dies. So haben wir zu den unterschiedlichsten Themen (z.B. Landesgartenschaubewerbung, Einzelhandelskonzept, Günzburg als „Fahrradstadt 2025“, Seniorenpolitisches Gesamtkonzept, usw.) Verbände, Parteien und letztlich die Bürgerschaft zur aktiven Mitarbeit eingeladen. In Präsenzterminen, Workshops, aber auch im digitalen Austausch sind hier viele Visionen entstanden, die von einer breiten Masse getragen werden.

 

Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?

Die Digitalisierung ist auch in einer Verwaltung nicht aufzuhalten. Sie wird weiter an Bedeutung gewinnen. Und dennoch – auch die beste technische Vernetzung ist niemals so gut wie der zwischenmenschliche Kontakt und die persönliche Begegnung untereinander.

 

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?

„Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.“ (Henry Ford)

 

Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?

Am besten gut.

 

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