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(GZ-19-2018)
gz interview mit markus weissenberger
 

► GZ-Interview mit Rebecca Golling und Markus Weißenberger:

 

LEW E-Mobility: Mehrfacher Nutzen für Kommunen

Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist, sollen nach dem Willen der Bundesregierung 2020 eine Million Elektrofahrzeuge über Deutschlands Straßen rollen.

Bei den Lechwerken in Augsburg steigt die Nachfrage in Sachen Ladeinfrastruktur. In vielen Kommunen in der Region gibt es bereits öffentliche LEW-Stromtankstellen, die ausnahmslos mit Ökostrom, also CO2-freier Energie, beliefert werden, wie Rebecca Golling, Projektleiterin E-Mobility bei LEW und ihr Kollege Markus Weißenberger, verantwortlich für die E-Fahrzeugflotte, im Gespräch mit den GZ-Verlegerinnen Anne-Marie und Theresa von Hassel erläuterten.

Projektleiterin Rebecca Golling zufolge haben die Lechwerke ihre Ladeinfrastruktur in den vergangenen Jahren kontinuierlich und bedarfsgerecht ausgebaut. Zu einer komfortablen Nutzung der Elektromobilität zählte neben der Reichweite vor allem das schnelle Laden. Ein wichtiger Baustein seien hier die Gleichstrom-Schnellladestationen (DC-Ladestationen) entlang der Autobahnen und Fernstraßen. Hier dauert es maximal 30 Minuten, bis der Akku eines Elektroautos aufgeladen ist. Das Flächenkonzept, auf dessen Grundlage die Lechwerke ihre Ladeinfrastruktur ausbauen, beinhalte zudem Normalladestationen (AC-Ladestationen) in den ländlichen Gebieten und an Orten, an denen sich die Fahrer länger aufhalten – wie beispielsweise in Innenstädten oder an P&R-Plätzen. Mit den neuen, für jedermann zugänglichen Ladestationen werde die Infrastruktur dem erwarteten zukünftigen Bedarf angepasst.

Bundesprogramm Ladeinfrastruktur

Dank des „Bundesprogramms Ladeinfrastruktur“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) können die Lechwerke ihr Angebot bis Ende des Jahres auf insgesamt 135 öffentliche Ladesäulen/stationen mit insgesamt 270 Ladepunkten erweitern und damit der Elektromobilität in der Region einen großen Schub verleihen. LEW hatte sich mit 68 überwiegend kommunalen Partnern an dem Förderverfahren beteiligt und im Sommer letzten Jahres den positiven Bescheid erhalten. 82 Prozent dieser Standorte konnten bzw. können realisiert werden.

Bis 2020 mindestens 15.000 Ladesäulen

Mit dem Programm will die Bundesregierung den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Schnelllade- und Normalladestationen initiieren. Ziel ist der Aufbau von mindestens 15.000 Ladesäulen bis 2020. Die Bundesregierung stellt dafür 300 Millionen Euro von 2017 bis 2020 bereit. Unterstützt werden sowohl private Investoren als auch Städte und Gemeinden.

„Klar ist: Ohne Beteiligung der kommunalen Partner, die uns die Stellflächen für die Ladestationen zur Verfügung gestellt haben, hätte diese Initiative nicht funktioniert“, machte Golling deutlich. LEW habe mit zahlreichen Kommunen, die das Thema E-Mobility vorantreiben wollen, sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die erste geförderte Ladestation nahmen die Lechwerke in Altenstadt an der Iller mit Bürgermeister Wolfgang Höß in Betrieb. Die Ladesäule auf dem neuen Marktplatz verfügt über zwei Ladepunkte mit einer Leistung von jeweils bis zu 22 Kilowatt. So können Elektroautos bis zu zehn Mal schneller geladen werden als an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose.

Vorreiter Pfaffenhofen...

Auch die Marktgemeinde Pfaffenhofen an der Roth mit Bürgermeister Josef Walz treibt das Thema Elektromobilität weiter voran: Im Frühjahr letzten Jahres hat die Gemeinde die erste öffentliche Ladesäule für Elektroautos und eine Ladestation für Elektrofahrräder in Betrieb genommen. Beide Ladestationen sind Teil des integrierten Klimaschutzkonzepts, das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt wurde.

...und Schongau

Deutlich ausgebaut wurde das Angebot an Lademöglichkeiten für Elektroautos auch in Schongau: Im Gewerbegebiet Lerchenfeld nahe der B17 ging die erste von 18 neuen LEW-Gleichstrom-Schnellladesäulen in Betrieb, die über das „Bundesprogramm Ladeinfrastruktur“ gefördert werden. Gleichzeitig wurde im Schongauer Zentrum eine Wechselstrom(AC)-Ladesäule in Betrieb genommen, eine weitere AC-Ladesäule soll in Kürze dazu kommen.

Ab sofort noch klimafreundlicher unterwegs sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Leutkirch: Die Stadt hat ein Elektroauto vom Typ Renault Zoe in ihren Fuhrpark aufgenommen. Die Lechwerke unterstützen den Unterhalt des Fahrzeugs durch eine Werbepartnerschaft. Das E-Fahrzeug steht Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle und den rund 120 Mitarbeitern der Verwaltung für Dienstfahrten zur Verfügung. Mit dem Renault Zoe leistet die Kommune, die bereits ein Elektroauto in ihrem Fuhrpark hat, einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz.

E-Auto-Tests

Wie Markus Weißenberger berichtete, besteht der LEW-Fuhrpark derzeit aus insgesamt rund 46 Elektrofahrzeugen und 27 Plug-in-Hybriden unterschiedlicher Hersteller: vom kleinen e-Smart über den Renault Zoe und BMW i3 bis zum Tesla. Davon werden im Rahmen des E-Mobility-Programms von LEW etwa zehn regelmäßig zu Testzwecken verliehen. Schließlich ist es bei einem derart dynamischen Markt wichtig, den aktuellen Stand der Technik abzubilden. Auch für zahlreiche kommunale Einrichtungen seien die E-Auto-Tests der Auslöser, sich mit dem Thema Elektromobilität zu beschäftigen. Viele seien so überzeugt gewesen, dass sie sich daraufhin selbst Elektroautos angeschafft, ihren Fuhrpark umgestellt oder Ladesäulen installiert haben.

Alltagsfahrten, so Weißenberger, könnten mit jedem Elektroauto absolviert werden. Längere Reisen erforderten dagegen mehr Planungsaufwand, „denn das wird mit den aktuell verfügbaren Reichweiten nicht ohne Ladestopps gehen“. Wichtig sei es, beim Ausbau der Elektromobilität für eine enge Verknüpfung mit den öffentlichen Verkehrsangeboten zu sorgen und auch an die Stromnetze zu denken. Um die Netzte zu entlasten, setze man bei LEW auf eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge. Allerdings fehlten dafür derzeit noch die regulatorischen Voraussetzungen. Hier sei der Gesetzgeber gefordert. „Rein technisch würde ein intelligentes Lademanagement funktionieren. Das haben wir in unserem Forschungsprojekt ePlanB in Buchloe gezeigt“, sagt Golling.

Baustein der Energiewende

Das Thema E-Mobility zählt laut Golling zu den „wichtigen LEW-Zukunftsthemen, weil wir in der Elektrifizierung des Verkehrs einen wichtigen Baustein der Energiewende sehen“. Eine bedarfsgerecht ausgebaute Infrastruktur sei wichtig, „denn ohne Ladesäulen sind die Kunden skeptisch“. Und auch aus stadtplanerischer Sicht sei es sinnvoll, die für Elektromobilität nötige Infrastruktur schon heute als Standortfaktor zu berücksichtigen. Dies könne sich auch positiv auf das Image einer Kommune auswirken.

DK

 Von links: Rebecca Golling, Theresa von Hassel und Markus Weißenberger.
Von links: Rebecca Golling, Theresa von Hassel und Markus Weißenberger.

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