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(GZ-24-2018)
Neues von Sabrina
 

Afrika braucht Partner und Paten

Gestern hat mein Chef gesagt...

Afrika braucht Partner und Paten. Deshalb wird auch das Städtchen das Projekt der kommunalen Spitzenverbände „1.000 Schulen für die Welt“ unterstützen. Die GZ-Redaktion ist gespannt, ob der Bürgermeister ähnliche Erfolge wie der Landkreis Donau-Ries erreicht.

„Tolle Idee! Da sollten alle mitmachen. Denn schließlich ist Bildung der Schlüssel zu einem besseren Leben, zu gegenseitigem Verständnis und zum Abbau von Vorurteilen. Mehr Schulen bringen Afrika voran.“ Mein Chef, der Bürgermeister, will die Aktion „1.000 Schulen für die Welt“, von der er aus der GemeindeZeitung erfahren hat, tatkräftig unterstützen. Auch unsere Stadt soll Partner und Pate werden.

Eines wird doch immer deutlicher: Wenn es nicht gelingt, die Probleme Afrikas in Afrika zu lösen, wird der Druck immer stärker werden, sie über das Meer, nach Europa und in andere entwickelte Nationen, zu exportieren. Und Probleme hat Afrika genug: Der Neokolonialismus Chinas, mit dem Rohstoffe ausgebeutet und landwirtschaftliche Strukturen zerstört werden. Korruption und Inkompetenz unter den Eliten. Ein ungebremstes Bevölkerungswachstum, das zur Folge hat, dass in allen Ländern des Kontinents außer Mauritius und den Seychellen ein Viertel bis die Hälfte der Bevölkerung unter 15 Jahren alt ist. Geringe Produktivität aufgrund fehlender Qualifizierung der Arbeitskräfte.

Dabei lohnt es sich, gerade an letzterem anzusetzen. Denn Afrika hat auch einige Pluspunkte auf die Waagschale zu legen. So hat der Kontinent eine dichte Abdeckung durch mobile Datennetze – besser als so mancher Landstrich bei uns. Bedingt durch die junge Bevölkerung ist auch die Nutzung von Mobilfunk und die Bereitschaft, hier Entwicklungen mitzumachen sehr groß. Was in Indien gelungen ist, nämlich der Aufbau einer jungen, stark netzbasierten Wirtschaft, wäre sicherlich auch in Afrika machbar.

Dazu gehört natürlich zweierlei: Erstens Energie. Die Erzeugung von genügend Strom ist trotz bester Voraussetzungen für Fotovoltaik immer noch ein Problem. Größer sind aber die Herausforderungen an den Energietransport und – hier Indien ganz ähnlich – an die Netzstabilität. Und dann natürlich das große Thema Bildung. In Ländern des Sahel wie Niger, Mali oder Mauretanien werden nur 65 Prozent der Kinder eingeschult, nicht einmal die Hälfte der jungen Generation kann lesen und zwei Drittel der Erwachsenen sind Analphabeten. In den Ländern der Subsahara gehen 32 Millionen Kinder nicht zur Schule. 25 Prozent der 15- bis 24-Jährigen dort können weder lesen noch schreiben. Das sind nur Schlaglichter, gegriffene Zahlen aus einer unendlichen Reihe der deprimierenden Statistiken, die über den Bildungsnotstand in Afrika geführt werden.

Höchste Zeit, nicht nur die Missstände zu bilanzieren, sondern konkrete Maßnahmen einzuleiten. Das Programm „1.000 Schulen für die Welt“ ist ein Schritt in diese Richtung. Denn es fehlen in vielen Ländern Afrikas, vor allem in ländlichen und abgelegenen Gegenden, schlicht Schulhäuser, die es den Kindern ermöglichen würden, eine Schule überhaupt besuchen zu können. Es fehlen Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder, die zu weit weg wohnen, um täglich nach Hause zurückzukehren. Es fehlt an Büchern, Stiften, Heften. Und es fehlt vielerorts an Schulspeisungen, denn leerer Bauch studiert nicht gerne, diese Studentenweisheit gilt universell.

Und eines darf man nicht vergessen: Nicht nur schulische Hardware wird benötigt, sondern auch pädagogische Software, sprich Lehrkräfte, die in der Lage sind, den notwendigen Lernstoff so zu vermitteln, dass das Gelernte sitzt und Lernen auch Spaß macht. Nur so werden die jungen Leute animiert, weiter zu lernen und sich Sprosse für Sprosse auf der Bildungsleiter vorzuarbeiten.

Mein Chef, der Bürgermeister, wird das nächste Jahr kräftig die Werbetrommel rühren und die Aktion „1.000 Schulen für die Welt“ nach Kräften unterstützen. Er setzt auf das Wort des amerikanischen Bildungsreformers Horace Mann: „Noch vor allen anderen Möglichkeiten ist Bildung die größte ausgleichende Kraft gegen die Ungleichheit der Menschen“.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in ein paar Tagen feiern wir die Geburt des Kindes, das der Welt Liebe und Hoffnung brachte, Vergebung und Trost. Ich wünsche Ihnen von Herzen, Sie können das Fest in Frieden, Harmonie und in der Zuversicht feiern, dass des Menschen größte Fähigkeit immer noch darin besteht, Gutes zu tun.

Ihre Sabrina

GemeindeZeitung

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