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(GZ-24-2013)

Trauer um Otto Ammon

† 28. November 2013

Der äußerst beliebte CSU-Kommunalpolitiker verstarb kurz vor seinem 86. Geburtstag an den Folgen eines Sturzes.

Otto Ammon gehörte zum kommunalpolitischen Urgestein in Bayern. Trotz seines hohen Ansehens ging es für ihn immer nur „um die Sache“. Sein Verhandlungsgeschick kam ihm als bayerischer KPV-Vorsitzender sehr zugute. Dieses Amt übte er mit hoher Kompetenz, Zähigkeit und Klugheit aus. Es gab den einen oder anderen Finanzminister, der zu bereuen hatte, dass er meinte, bei den FAG-Verhandlungen die kommunale Seite nicht ganz so ernst nehmen zu müssen.

Obwohl Ammon immer wieder gebeten worden war, in die „große Politik“ einzusteigen, blieb er – bescheiden, wie es seinem Naturell entsprach – seiner Heimat treu. Die Kommunalpolitik hatte er von der Pike auf gelernt: Erst als Gemeindeschreiber seiner damals noch selbstständigen Heimatgemeinde Reuth. 1954 wurde er dort Bürgermeister – damals der jüngste im ganzen Freistaat. In seiner zupackenden Art tat er alles, um die Not der Bevölkerung nach den Wirren des Krieges zu lindern.

Zehn Jahre später wurde er zum Landrat gewählt. Dieses Amt hatte er 32 Jahre inne. Mit unermüdlichem Einsatz prägte der Verstorbene den Landkreis Forchheim.

„König Otto“, wie ihn viele Mitmenschen in seiner fränkischen Heimat liebevoll nannten, hat tiefe Spuren hinterlassen – weit über die Grenzen seines Landkreises hinaus und auch außerhalb der Politik. Er war es, der 1974 die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in Ebermannstadt einrichtete. Unter dem Partnerschaftsvertrag mit Biscarrosse von 1975 steht sein Name. Über eine lange Zeit hat Ammon den Landkreis geprägt. Die Gebietsreform war für die Menschen in der Fränkischen Schweiz nicht einfach zu verkraften. Der Landkreis Forchheim wurde zwar größer, dafür musste bewältigt werden, dass Ebermannstadt seinen Kreisstadt-Status verlor.

Dass die Zusammenführung früher eigenständiger Kleingemeinden zu Großgemeinden oder Verwaltungsgemeinschaften so gut gelang, ist der starken Führungspersönlichkeit Otto Ammon zu danken.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Landratsamt blieb der Altlandrat in diversen Ehrenämtern aktiv: Lange Jahre war er beispielsweise Vorsitzender der Fördergesellschaft Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt.

Seine geliebte Frau Lotte verlor Otto Ammon im Jahr 2004 nach 58 Ehejahren. Tochter Elsbeth zog darauf hin mit ihrer Familie zurück ins Elternhaus. Drei Generationen lebten fortan zusammen. „Das ist ideal“, befand der Verstorbene seinerzeit, „wenn alle willens sind, Kompromisse zu schließen. Bei uns ist das der Fall, und dafür bin ich dankbar.“ An seinem Hobby, dem Brennen edelster Schnäpse aus handverlesenen heimischen Früchten, hatte Ammon auch noch große Freude, als er die Firma mit der dazu gehörenden Gastronomie längst an seinen Enkel übergeben hatte.

„Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen.“ Diesen Leitspruch Don Boscos hatte sich der Verstorbene schon in jungen Jahren zu eigen gemacht. Betrachten wir diese herzerwärmende Lebensweisheit als Otto Ammons Vermächtnis – gerade jetzt in der Weihnachtszeit!

Unser Dank gilt einem der ganz Großen in der bayerischen Kommunalpolitik. Wir werden sein Andenken immer in hohen Ehren halten.

Anne-Marie von Hassel

Von 1977 bis 1996 war Otto Ammon Herausgeber der Bayerischen GemeindeZeitung und von 1996 an ihr Ehrenherausgeber.

 

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