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(GZ-20-2020)
Zu Gast bei Christian Meißner
 

Christian Meißner

Bezirksverbandsvorsitzender des Bayerischen Landkreistags Oberfranken, Landrat im Landkreis Lichtenfels

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?

Den Bezirksverband Oberfranken beim Bayerischen Landkreistag; Oberfrankens Landkreise mit 826.318 Einwohnern (31.1.2019)

 

Wann haben Sie Ihr Amt angetreten?

01.05.2020.

 

Was war Ihr persönlicher Anreiz in die Kommunalpolitik zu gehen?

In den Jahren 1998 bis 2011 durfte ich den Landkreis Lichtenfels als Abgeordneter im Bayerischen Landtag vertreten. Bereits in meiner Jugend war ich kommunalpolitisch sehr aktiv. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Landrat Reinhard Leutner habe ich mich um das Amt als Landrat beworben. Seit 15.12.2011 darf ich Landrat des Landkreises Lichtenfels sein.

 

Wie haben Sie sich vorbereitet?

In enger Abstimmung mit den anderen acht oberfränkischen Landräten wurde das Team im Bezirksverband für die nächsten Jahre für Oberfranken gewählt. Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Amt ausführen darf, da wir viele Themen nur gemeinsam lösen können.

 

Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?

Die Wahl beim Bayerischen Landkreistag fand bereits unter „Corona-Bedingungen“ statt. Selbstverständlich beschäftigt die Pandemie gerade die Landkreise und „ihre“ Gesundheitsämter. Seither und auch aktuell liegt der Schwerpunkt natürlich bei diesem Thema.

 

Welche Themen beschäftigen Sie momentan?

Was thematisch die Krise begleitet, sind die Auswirklungen auf die Wirtschaft und die kommunalen Haushalte.

 

Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?

Neben der Digitalisierung insbesondere in Schulen, werden die Themen ÖPNV, Förderungen für den Ländlichen Raum, Tourismus und seine Infrastruktur, Breitbandausbau aber auch die medizinische Grundversorgung die Schwerpunkte meiner Arbeit auf Bezirksverbandsebene sein.

 

Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?

Man braucht einen langen Atem und man muss auch kritikfähig sein. Wichtig ist immer, die Bodenhaftung nicht zu verlieren und für alle ein offenes Ohr zu haben. Anregungen, Beschwerden oder auch Ängste muss man von den Bürgern erst nehmen – egal welcher politischen Couleur sie angehören.

 

Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen/Bürgerinnen und Bürger/Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?

Bei meiner Arbeit als Landrat bin ich gerne Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger. Manche Anträge und Anfragen muss ich schon aus rechtlicher Sicht ablehnen. Mir ist es allerdings wichtig, dem Bürger dies verständlich mitzuteilen und ggf. einen Lösungsweg aufzuzeigen, wie eine Genehmigung vielleicht doch noch möglich ist.

Selbstverständlich ist mir auch der Austausch mit meinen Führungskräften aber auch der Sachbearbeiter in meinem Haus sehr wichtig und unerlässlich, um zu einer ausgewogenen Entscheidung zu gelangen.

Die Landkreise haben über 500 Pflichtaufgaben zu erfüllen. Das Spektrum ist daher sehr breit. Auf Bezirksverbandsebene mit meinen Landratskollegen ist mir der offene Austausch genauso wichtig. Diesen pflegen wir im Übrigen auch mit den vier Oberbürgermeistern der Kreisfreien Städte in Oberfranken, der Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz und der Verbandsspitze in München mit Präsident Christian Bernreiter und Dr. Johann Keller.

 

Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?

Die Digitalisierung, insbesondere auch die Sozialen Medien, haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Kommunalpolitik. Die Digitalisierung hat aber auch ihre Grenzen.

Es ist immens wichtig, dass man sich auch Face-to-face austauscht und miteinander spricht und nicht nur übereinander schreibt und liest. Kern der Kommunalpolitik ist doch die Diskussion in Gremien und der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Manches ist hier sicherlich digital möglich, dennoch schätze ich das persönliche Gespräch – gerne auch als Streitgespräch – sehr, denn so entsteht eine gute Kommunikationskultur immer auf Augenhöhe, freundlich und sachlich, aber hart in den Sachthemen mit guten Argumenten.

Diese „Kultur“ ist im Digitalen nicht immer sehr ausgeprägt.

 

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?

Was auch immer Du tust, tue es klug und bedenke das Ende.

 

Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?

Als Landrat, der für alle ein offenes Ohr hat.

 

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