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(GZ-17-2020)
Zu Gast bei Dr. Birgit Kreß. Bild: Petra Kellner
 

Dr. Birgit Kreß

Bezirksverbandsvorsitzende Mittelfranken
des Bayerischen Gemeindetags

Welche Kommune und wie viele Einwohner vertreten Sie?

Bürgermeisterin im Markt Markt Erlbach in Mittelfranken, 30 km westlich von Nürnberg, mit 5.800 Einwohnern. Wir sind die fünftgrößte Kommune im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, haben 32 Ortsteile und eine Gemeindeflächen von 61 km2

 

Wann haben Sie Ihr Amt angetreten?

1. Mai 2008

 

Was war Ihr persönlicher Anreiz, in die Kommunalpolitik zu gehen?

Die Herausforderung, meine Heimatgemeinde aktiv mit zu gestalten.

 

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Ich war vor meiner Wahl zur 1. Bürgermeisterin bereits 12 Jahre Gemeinderätin und Fraktionssprecherin, dazu auch Kulturbeauftragte von Markt Erlbach. Außerdem habe ich verschiedene Seminare zur Vorbereitung auf das Bürgermeisteramt besucht.

 

Wo lagen bei Ihrem Amtsantritt die Herausforderungen?

Unser Lehrschwimmbecken war wegen baulicher Mängel geschlossen und die Entscheidung, ob Sanierung, Neubau oder Auflassung stand an (Wir entschieden uns nach reiflichen Prozessen zu einem Neubau für 3,6 Mio. Euro).

Ein altes Gasthaus wurde erworben und sollte zu einem Bürgerhaus umgebaut werden (Baukosten letztlich dann 2 Mio. Euro). Dazu wollte ich mein Wahlversprechen einlösen, ein Seniorenpflegeheim anzusiedeln, was mir auch gelungen ist.

Nur einer unserer Ortsteile war für ein Dorferneuerungsverfahren angemeldet. Ich meldete dann noch einige nach. Eine Kläranlagenbaustelle und auch Investitionen in die Wasserversorgung waren zu bewerkstelligen.

 

Welche Themen beschäftigen Sie momentan?

Neubau oder Sanierung des Rathauses, Breitband- und Mobilfunkausbau, Gewerbeansiedlung und unaufschiebbare Unterhaltsmaßnahmen unseres großen Straßennetzes.

 

Womit werden Sie sich noch auseinandersetzen müssen/wollen?

Zurückgehende Einnahmen, steigende Fremdkapitalaufnahme und immer neue Aufgaben, die der Staat an die Kommunen abgibt (z. B. Digitalisierung der Schulen, Breitband- und Mobilfunkausbau). Dazu immer größere Auflagen, Gesetzesvorgaben und mehr Bürokratie.

 

Haben Sie einen wichtigen Ratschlag für junge Kolleginnen und Kollegen?

Auch bei großem Arbeitseifer und Engagement sich nicht selbst zu vergessen!

 

Wie beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen/Bürgerinnen und Bürger/Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihre Arbeit und in Ihre Entscheidungsfindung ein?

Der Austausch unter Bürgermeisterkollegen und -kolleginnen ist unverzichtbar und sehr wertvoll! Bürgerinnen und Bürger müssen immer mitgenommen werden, aber Bürgermeisterin und Gemeinderat dürfen das Heft nicht aus der Hand geben. Wir sind gewählt worden, um Entscheidungen für unsere Bürgerinnen und Bürger zu treffen.

Die Einbeziehung und Anhörung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist schon deshalb wichtig, weil sie unsere Beschlüsse umsetzen müssen. Ihre fachliche Kompetenz darf auf keinen Fall unterschätzt oder gar übergangen werden.

 

Wieviel Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?

Die Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt, auch die der Kommunalpolitik, noch viel stärker beeinflussen und verändern. Wir müssen die Chancen sehen und proaktiv umsetzen. Schon alleine die Corona-Krise hat gezeigt, welche Bedeutung der Digitalisierung zukommt.

 

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie begleitet?

„Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“

 

Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben?

„Sie hat was bewegt.“

 

Fotonachweis: Petra Kellner

 

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