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(GZ-18-2021)
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► Nationales Wasserstoffzentrum des Bundes:

 

Zuschlag für bayerisches Pfeffenhausen

 

Pfeffenhausen im Landkreis Landshut wird einer von vier Standorten für das Nationale Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff. Diese Entscheidung hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bekannt gegeben. Der Freistaat fördert das Zentrum mit 30 Millionen Euro, aus dem Bundesverkehrsministerium fließen bis zu 100 Millionen Euro in den Aufbau des ITZ. Weitere nationale Innovations- und Technologiezentren Wasserstoff entstehen in Duisburg, Chemnitz und Norddeutschland.

Das bayerische ITZ hat die Aufgabe, den Technologietransfer aus der Wissenschaft zu Industrie und Anwendung zu beschleunigen. Auf dem 12,8 Hektar großen Gelände sind beispielsweise große Wasserstoffprüfstände für Lkws, direkt mit grünem Wasserstoff versorgte große Labore für Wissenschaft und Lehre, für die Zulieferindustrie, KMUs und Gewerbe denkbar.

Zur Herstellung grünen Wasserstoffs wird ein 5 MW-Elektrolyseur errichtet, der mit grünem Strom aus einer geplanten PV-Anlage im nahen Burghart mit einer Leistung von 12 MW betrieben wird. In einer ersten Phase sollen etwa hundert Arbeitsplätze direkt im ITZ entstehen und in weiterer Zukunft 300 bis mehr als 1000 zusätzliche Arbeitsplätze. Nächste Planungsschritte sind die Erarbeitung einer Trägerstruktur und eines Businessplans.

Das bayerische Konsortium für Pfeffenhausen besteht aus den Unternehmen Hynergy GmbH, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST), MR PLAN, TesTneT, TÜV SÜD, den Universitäten Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Technische Universität München (TUM) sowie der Forschungseinrichtung Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN). Über 40 Verbundpartner vor allem aus der Fahrzeug- und Zulieferindustrie unterstützen den Standort.

Das WTAZ Pfeffenhausen kann damit auf weltweit führende Kompetenzen bei der Prüftechnik, Zertifizierung und Standardisierung von Wasserstoff-Schlüsseltechnologien wie zum Beispiel Brennstoffzellenantrieben oder Tank- und Betankungssystemen aufbauen. 

„Wir schaffen Zukunft mit H2. Deswegen spannen wir das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff über ganz Deutschland“, unterstrich Bundesminister Andreas Scheuer.

„Damit wollen wir die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Westen, Osten, Süden und Norden unterstützen – ganzheitlich. Die Standorte greifen dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Industrie auf und haben verschiedene Schwerpunkte. Denn es ist uns wichtig, dass jeder Standort seine Stärken mit einbringt. Pfeffenhausen beispielsweise im Bereich der kryogenen Betankungstachnologien.“

Laut Ministerpräsident Markus Söder „bilden wir den Südpol beim Wasserstoff in Deutschland. Der Bund fördert den Bau das Anwendungszentrum in der Region Niederbayern bei Landshut. Bayern soll international führend für Wasserstoff und Brennstoffzellen werden.“

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist die Wahl Pfeffenhausens „absolut richtig und gerechtfertigt“. Der Zuschlag zeige, dass Bayern der bundesweite Taktgeber in der Wasserstoffwirtschaft ist. Das künftige Wasserstoff-Technologie- und Anwenderzentrum (WTAZ) im Herzen der Wasserstoffregion HyBayern sei sowohl für den Freistaat als auch für die beteiligten Landkreise Landshut, Ebersberg und München ein großer Gewinn. Die Region bekomme durch diese Ansiedlung eine nachhaltige Entwicklungsperspektive.

„Ich bin überzeugt: Mit dem Know-how aus Pfeffenhausen beschleunigen wir die Transformation hin zu emissionsfreien Antriebstechnologien in Deutschland. Das sichert Arbeitsplätze und hilft, die Klimaziele durch Technik statt durch Verbote zu erreichen.“

Wie Landrat Peter Dreier ausführte, „ist Wasserstoff die Grundlage für die Mobilität der Zukunft. Dass wir im Landkreis Landshut unseren Beitrag zur Erforschung und Entwicklung dieses Kraftstoffes und seiner Anwendungsmöglichkeiten leisten können, macht uns stolz. Pfeffenhausen bringt die besten Voraussetzungen mit, um ein großer Forschungsstandort zu werden. Wir als Region profitieren natürlich enorm von dieser Entwicklung.“

Bürgermeister Florian Hölzl zufolge „ist dies eine riesige Chance für den Mobilitätsstandort Niederbayern. Gleichzeitig Ballungszentren wie Chemnitz und ländliche Räume wie die Region Landshut mit Zukunftstechnik zu befähigen, ist klug und vorausschauend. Vor Ort in Pfeffenhausen legen wir größten Wert darauf, dass sich Campusentwicklung einerseits und Nachnutzung brachliegender Liegenschaften im Marktkern wechselseitig bedingen. Unser Dank gilt sowohl dem Bundesverkehrsministerium wie auch der Bayerischen Staatsregierung für die klare und austarierte Standortentscheidung.“

DK

 

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