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(GZ-17-2020)
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► Verbandsversammlung des Sparkassenverbands Bayern:

 

Sparkassen als solider Anker in der Krise

 

„Wir Sparkassen können Krise – von der Finanzkrise bis zur Corona-Pandemie sind wir ein solider Anker“, hob Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, anlässlich der Ordentlichen Verbandsversammlung 2020 des Sparkassenverbands Bayern, die im Zeichen von Covid19 in reduziertem Rahmen stattfand, hervor. Auch in unberechenbaren Zeiten könne man flexibel agieren und die Privat- wie Gewerbekunden verlässlich begleiten. „Unsere Berater haben die Unternehmen direkt angesprochen, intensive Beratungsgespräche geführt und tausende Anträge bearbeitet. Wir finden für jeden Kunden die individuell beste Lösung, um die wirtschaftlichen Corona-Folgen gut zu bewältigen.“

V.l.: Albert Füracker, Bayerischer Staatsminister der Finanzen und für Heimat und Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern. Bild: SVB
V.l.: Albert Füracker, Bayerischer Staatsminister der Finanzen und für Heimat und Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern. Bild: SVB

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 verzeichneten die 64 bayerischen Sparkassen ein Kreditneugeschäft mit Unternehmenskunden von 8,75 Milliarden Euro und damit eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Inzwischen wurden über die bayerischen Sparkassen bereits rund 6.200 Förderkredite aus den staatlichen Corona-Hilfen der Förderbanken in Höhe von insgesamt 1,42 Milliarden Euro abgeschlossen.

Liquidität sichern

Damit wird vielen mittelständischen Unternehmen eine Perspektive für die Zeit nach der Krise eröffnet. Gerade in den ersten Wochen waren zudem für viele Betroffene Tilgungsaussetzungen für bereits bestehende Kredite ein besonders wirksames Mittel, um die Liquidität aufrecht zu erhalten. Bis heute haben die Sparkassen in Bayern bei insgesamt 49.000 Kreditverträgen, davon mehr als die Hälfte von Gewerbe- und Firmenkunden, die Tilgung für mehrere Monate ausgesetzt.

Wie Präsident Netzer betonte, „hat Corona auch uns selbst wieder eindrücklich gezeigt, wer wir sind und was wir alles können. Ich bin stolz auf unsere Institute, die gerade in der Krise so flexibel, leistungsfähig, flott und unbürokratisch arbeiten. Wir haben zum Beispiel innerhalb von 14 Tagen einen völlig neuen Online-Prozess für den Umstieg zum Online-Banking auf die Beine gestellt. Die Kunden können sich jetzt sofort im Internet freischalten lassen.“

Der Blick in die Zukunft stimmt Netzer zuversichtlich: „Auch wenn die Lage unsicher bleibt – Stichwort unruhige Kapitalmärkte, mögliche kommende Insolvenzen und weitere Zweitrundeneffekte – und wir uns auf neue Belastungen, schnellen Wandel und hohe Volatilitäten einstellen müssen: Ich bin überzeugt, dass die Sparkassen gestärkt aus dieser Phase hervorgehen werden.“

Erfolgskonzept Hausbanken

Anerkennung für ihre Arbeit in der Corona-Krise zollte den bayerischen Sparkassen auch der Bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker: „Unser Hausbankenprinzip ist ein Erfolgskonzept. Dabei waren die Sparkassen erneut Stabilitätsanker und werden dem Vertrauen gerecht, das in sie gesetzt wird.“

Füracker lobte den Beitrag der Sparkassen zur besonnenen Bewältigung der größten ökonomischen Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg: „Corona ist keine Krise wie jede andere. Mit Konsequenz und Disziplin sind wir dabei im Vergleich zu vielen anderen Industrieländern bislang gut durch die Krise gekommen.

Die Banken spielen bei der kurzfristigen Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität eine zentrale Rolle. Ohne Regionalbanken wie die bayerischen Sparkassen und der bewährten Zusammenarbeit wären eine so effektive Durchreichung der Förderkredite, die Kreditvergabe aus eigenen Bankmitteln und die vielen Tilgungsaussetzungen nicht möglich gewesen.

Beratung vor Ort und langjährige Kundenbeziehungen zahlen sich hier aus. Unternehmen wurde zügig geholfen, und sie werden auch jetzt weiter eng durch die Situation begleitet.“

Neuwahlen an der Spitze

Im Rahmen der SVB-Verbandsversammlung wurden auch einstimmig zwei neue Verbandsvorsitzende gewählt: Erster Verbandsvorsitzender wird Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth. Er folgt auf Prof. Dr. Ulrich Reuter, der zum Jahreswechsel sein Amt als hauptamtlicher Präsident des Sparkassenverbands Bayern in der Geschäftsstelle in München antreten wird.

Als zweiter Verbandsvorsitzender wurde Matthias Dießl, Landrat des Landkreises Fürth, gewählt. Er übernimmt das Amt von Josef Pellkofer. Dritter Verbandsvorsitzender bleibt der im vergangenen Jahr neu gewählte Dr. Uwe Brandl, Erster Bürgermeister Abensberg und Präsident des Bayerischen Gemeindetags.

Der hauptamtliche Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Dr. Ulrich Netzer, wünschte den neuen Vorsitzenden eine erfolgreiche Amtszeit:

„Der Start findet jetzt unter den besonderen Corona-Bedingungen statt. Die Menschen und die Wirtschaft in Bayern brauchen Unterstützung und Begleitung, um die wirtschaftlichen Folgen möglichst gut bewältigen zu können. Umso wichtiger ist es, dass die Sparkassen und ihre kommunalen Träger Hand in Hand arbeiten, um diese Auswirkungen in den bayerischen Regionen abzufedern. Es geht jetzt darum, die regionale Wirtschaftsstruktur so wirkungsvoll wie möglich zu unterstützen, damit wir alle mit möglichst wenig Wohlstandsverlusten wieder durchstarten können.“


DK

 

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