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(GZ-7-2019)
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► Fachtagung Urban Gardening in Veitshöchheim:

 

Stadt grün erleben, Genuss ernten

Passend zum Frühlingsanfang setzte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) mit der Fachtagung „Urban Gardening – Stadt grün erleben, Genuss ernten“ in Veitshöchheim grüne Akzente zum Anfassen und Staunen. Die Veranstaltung wartete mit einem breiten Angebot an Beispielen und Lösungswegen auf, die den Stadtverwaltungen neue Anregungen geben. 

Rund 100 Hektar Natur verschwinden allein in Deutschland für den Straßen- und Wohnungsbau unter Stein und Beton – und das nur an einem Tag. Urban Gardening sorgt für grüne Farbkleckse in Stadt und dichten Siedlungsbereichen und erfreut nicht nur das Auge.

Die Grünflächen wirken vielmehr als natürliche Klimaanlage und dämpfen die Sommerhitze ab, bieten Lebensraum für Schmetterlinge, Bienen & Co. und liefern gleichzeitig wertvolle Lebensmittel. So vielfältig wie der Nutzen ist auch die Herangehensweise und Umsetzung: In bildgewaltigen Vorträgen entführten Referenten in die visionären Möglichkeiten des Urban Gardenings in den schnell wachsenden Städten Südost-Asiens und zeigten, wie der grüne Gedanke in Paris gelebt, erlebt und genossen wird.

Das grüne Umfeld aktiv gestalten

Einfach selbst zum Gärtner werden, das ist der Grundgedanke von Urban Gardening. Die Bürger möchten nicht mehr nur die Kreativität im eigenen Garten ausleben, sondern vielmehr bei der Gestaltung ihres grünen Umfeldes aktiv beteiligt werden. Von der beispielgebenden Begrünung der Stadt Andernach berichtete Dr. Lutz Kosack (Stadtplanungsamt Andernach). Ausgesuchte öffentliche Grünanlagen wurden zu Gemüsegärten umgewandelt und den Bürgern das „Mit-Garteln“ wie auch das Ernten von frischem Gemüse und Salat erlaubt. Dabei geht es laut Kosack darum, die Stadt nicht nur als Lebens-Mittelpunkt, sondern auch als Lebens-Mittel erlebbar zu machen.

Die städtische Bevölkerung soll dabei noch stärker für das öffentliche Grün sensibilisiert und auch aktiv in Nutzung und Pflege eingebunden werden. Dabei eroberten nicht nur Obst und Gemüse innerstädtische Flächen zurück͖ auch Hühner und Schafe lebten in der „Essbaren Stadt“. Daneben stehe auch die Biodiversität im Fokus. Auf Rasenflächen würden dafür beispielsweise vermehrt Blühinseln eingerichtet.

Gemüseanbau auf Dach und Fassaden

Florian Demling, Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau, informierte über Forschungsprojekte zum Gemüseanbau auf Dach und Fassaden. Auf dem Dach wächst Gemüse mit wenigen technischen Vorgaben recht problemlos, während beim Anbau an der Fassade ein größerer Technikeinsatz notwendig ist und Fragen einer reibungslosen Bewässerung noch zu klären sind.

Gundula Holm (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erlangen, AELF) betreut seit 2017 den in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Gartenakademie angelegten Demonstrationsgarten am AELF Erlangen. Neben eher klassischen Anwendungsbereichen wie Hochbeet und Kistengarten werden dort auch innovative Ansätze wie Pflanztürme, Deep-Water-System und vertikale Anbautechniken präsentiert.

Aufgrund des großen Zuspruches der Bevölkerung soll der Demonstrationsgarten das Vorbild für weitere urbane Demoflächen in jedem bayerischen Regierungsbezirk werden. Für 2019 ist geplant, die nächsten zwei Demonstrationsgärten entstehen zu lassen͖ weitere folgen in 2020 und 2021.

 

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