Aus den Kommunenzurück

(GZ-18-2020)
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► Spatenstich:

 

Wasserkraft fürs Ammertal

 

Die Verantwortung des Tourismus für die technische und auch wirtschaftliche Entwicklung eines Landstrichs zeigt sich sehr gut am Beispiel Ammergau. Laut Oberammergaus Bürgermeister, Andreas Rödl, soll Thomas Cook die Idee gehabt haben, für die Passion 1900 die Bahn von Dampf auf Strom umzustellen. Eigens dafür wurde das Wasserkraftwerk Kammerl bei Saulgrub gebaut.

V.l.: Rupert Speer, Bürgermeister Saulgrub, Arno Nunn, Geschäftsführer Ammer-Loisach Energie, Landrat Anton Speer, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, und Andreas Rödl, Bürgermeister Oberammergau.
V.l.: Rupert Speer, Bürgermeister Saulgrub, Arno Nunn, Geschäftsführer Ammer-Loisach Energie, Landrat Anton Speer, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, und Andreas Rödl, Bürgermeister Oberammergau.

Aufgrund verschiedenster technischer Schwierigkeiten konnte die Bahn dann aber erst ab 1905 von Murnau nach Oberammergau elektrisch fahren, trotzdem ist diese Strecke weltweit die erste, die mit einphasigem Wechselstrom betrieben wurde und das Wasserkraftwerk Kammerl zählt heute deutschlandweit zu den bedeutendsten Denkmälern für erneuerbare Energien.

In Nähe ist jetzt der Spatenstich für das neue Wasserkraftwerk der Ammer-Loisach Energie GmbH an der Halbammer erfolgt. Die Ammer-Loisach Energie ist ein Zusammenschluss aus zehn Gemeinden (Bad Bayersoien, Saulgrub, Bad Kohlgrub, Schwaigen, Eschenlohe, Grainau, Oberau, Ettal, Oberammergau, Unterammergau) und dem regionalen Energieversorger Energie Südbayern. Das Gelände für die neue Anlage stellen Bayerische Staatsforsten und die Gemeinde Saulgrub.

Wasserkraftwerke werden in Bayern nicht oft gebaut, obwohl sie ein Zukunftsthema mit langer Tradition sind. Der Geschäftsführer der Ammer-Loisach-Energie, Oberammergaus ehemaliger Bürgermeister, Arno Nunn, dankte dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen für die rasche Bearbeitung: „Dieses Kraftwerk dient dem Klimaschutz und der Wertschöpfung vor Ort, denn mit den Bauarbeiten werden regionale Firmen beauftragt.“

Öko-Strom für 300 Haushalte

Nach Aussage von Geschäftsführer Jürgen Hitz werden die Bauarbeiten voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein. Das Kraftwerk soll dann mit einer Leistung von 135 KW jährlich etwa 500.000 KWh Ökostrom erzeugen – genug, um den Jahresverbrauch von etwa 300 Haushalten zu decken. Landrat Anton Speer wünschte dem Projekt den verdienten Erfolg und bekräftigte das Bekenntnis des Landkreises zur Wasserkraft:

„Ca. 10 % der Energie im Landkreis wird mit Wasserkraft erzeugt und wir sind auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten.“

Da die Halbammer wegen Hochwasserschutzmaßnahmen sowieso nicht durchgängig ist, hält sich der ökologische Eingriff in Grenzen. Sollte sich an der Durchgängigkeit etwas ändern, müssten auch am Kraftwerk entsprechende Maßnahmen nachgerüstet werden.

Technische Visionen und Synergieeffekte

Die Begeisterung für Energie aus Wasserkraft war bei den zahlreich anwesenden kommunalen Vertretern deutlich spürbar. Saulgrubs Bürgermeister, Rupert Speer, berichtete über technische Visionen, die das Ammertal schon früh beflügelten: „Als selbst in Berlin noch die Gaslaternen leuchteten, gab es im Bereich des Kraftwerks Kammerl schon elektrisches Licht.“

Vom neuen Kraftwerk erhofft sich die Gemeinschaft jetzt Synergieeffekte. Mit dem e-ALOIS, dem eCarsharing-Programm der Ammer-Loisach Energie, sind erste Ideen, den klimafreundlichen und CO2-freien Strom zu nutzen, auch schon in der Umsetzung.

CH

 

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