Aus den Kommunenzurück

(GZ-13-2020)
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► „Kein Plastik in die Biotonne“:

 

Kampagne zeigt erste Erfolge

 

Freude im Landratsamt Weißenburg: Die Informationskampagne „Kein Plastik in die Biotonne“ über Presse, Internet, Abfall App und Tonnenanhänger zeigt erste Erfolge. In der Bevölkerung fand eine Sensibilisierung statt, die Fehlwürfe in den Biotonnen sind signifikant zurückgegangen.

In den vergangenen Monaten wurden die Biotonnen intensiv unter die Lupe genommen. Bemerkten die Müllwerker Fehlwürfe, gab es die „Gelbe Karte“. Bei dieser Verwarnung wurde die braune Tonne zwar noch normal geleert, allerdings stand auf dem gelben Aufkleber die eindeutige Warnung, dass das Gefäß im Wiederholungsfall ungeleert stehen bliebe.

Hintergrund für die Aktion „Kein Plastik in die Biotonne“ waren die hohen Mengen an Fehlwürfen, die bei der Verwertung des Bioabfalls große Probleme bereiten. Eigentlich ist jedem klar, dass sich nur organische Abfälle in Kompost umwandeln. Störstoffe wie Metall, Kunststoff und Glas müssen daher im Verlauf des Rotteprozesses mühsam aussortiert werden. Nur dann kann am Ende der hochwertige, zertifizierte Altmühlfranken-Kompost stehen, der von Biolandwirten und im Landschaftsbau dringend als natürliche Nährstoffquelle und Strukturverbesserer gebraucht wird.

Die anfangs noch hohen Anteile von Plastiktüten, dem Hauptproblem für die Kompostierung, sind deutlich zurückgegangen. Ein großer Schritt in die richtige Richtung! Auch andere Störstoffe haben sich stark reduziert: Glas, Textilien, Hygieneprodukte und inertes Material werden im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen jetzt weniger über die Biotonne entsorgt. Eine Folge der veränderten Einstellung der Bevölkerung.

„Umweltschutz beginnt zu Hause. Jeder Einzelne kann viel mehr tun als man häufig denkt. Wir sammeln Bioabfall, weil Bioabfall wertvoll ist und eben nicht verbrannt werden soll. Je mehr Bioabfall in der Biotonne, desto weniger landet in der Restmülltonne und desto weniger wird verbrannt“, erklärt Michael Hufnagel, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft im Landratsamt.

Trotz der positiven Entwicklung der Bioabfall-Qualität besteht an der Kompostierungsanlage Bechhofen das Problem mit den Plastiktüten und kompostierbaren Müllbeuteln. Häufig wird schon das Sammelgefäß in der Küche mit Plastiktüten ausgekleidet, so dass sie später zusammen mit den Bioabfällen in der braunen Tonne landen.

Doch aus Plastik wird nie Kompost. Diese nichtorganischen Stoffe würden später als kleine Fetzen und Schnipsel mit dem Kompost auf unseren Äckern und Gärten landen. Eine bedenkliche Entwicklung, denn nach detaillierten Untersuchungen wird das gefährliche Mikroplastik auch in Flüssen und Seen nachgewiesen. So erreichen uns unsere entsorgten Abfälle wieder über den Speiseteller. Deshalb gibt es auch für Plastiktüten in der Biotonne die Rote Karte.

Probleme mit kompostierbaren Biomüllbeuteln

Ein anderes Problemfeld sind Müllbeutel aus nachwachsenden Rohstoffen, die mit dem Hinweis „kompostierbar“ versehen sind und im Handel immer häufiger angeboten werden. In der Kompostierungsanlage Bechhofen sind sie dennoch nicht erwünscht.

Es stimmt zwar, dass diese Müllbeutel bis zu einem gewissen Anteil aus pflanzlicher Stärke bestehen, jedoch im Kompostwerk von den Mikroorganismen innerhalb der kurzen Verweildauer nur unvollständig abgebaut werden. Ungeeignet für die Biotonne sind sie aber vor allem deshalb, weil die kompostierbaren Biomüllbeutel an der Kompostierungsanlage im Zuge der Vorsortierung bereits ausgesondert werden. Man kann sie im großen Bioabfallhaufen aufgrund der starken Verschmutzung praktisch nicht von normalen Plastiktüten unterscheiden. Die Biomüllbeutel landen dann samt Inhalt in der Müllverbrennung.

Doch welche Alternativen bieten sich an? Eine Möglichkeit ist die Verwendung von speziellen Papiertüten, die im Handel oft gleich neben den kompostierbaren Müllbeuteln im Regal liegen. Die einfachste und billigste Lösung ist, die kompostierbaren Küchenabfälle in Zeitungspapier zu wickeln. So gibt es kaum hygienische Probleme mit dem Biomüll.

 

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