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Tagung des Bezirks und Bezirksjugendrings Mittelfranken: Engagement gegen Rechtsextremismus
GZ-05-2013
Donnerstag, den 13. März 2014 um 02:00 Uhr
Aufrütteln und gegen Rechtsextremismus die Initiative ergreifen war die Intention des Bezirksjugendrings Mittelfranken und des Bezirks Mittelfranken als gemeinsame Veranstalter der Fachtagung „Engagement gegen Rechtsextremismus – eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung“ in Ansbach.


Nach der Begrüßung durch Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und Bertram Höfer, Vorsitzender des Bezirksjugendrings Mittelfranken, befasste sich Andreas Speit, Journalist und Buchautor, mit dem Thema „Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“.

Seit den achtziger Jahren sind Rechtspopulisten in Europa laut Speit auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland gewinnen Sie zunehmend an politischer Bedeutung. Mit Themen wie „Europakrise“, „Asyl“ und „Innere Sicherheit“ versuchen sie den Weg in die Mitte der Gesellschaft zu finden. Die Grenzen zwischen rechtspopulistischem Ideengut und rechtsextremistischen Ideologien sind dabei oft fließend. Wie gefährlich diese Tendenzen tatsächlich sind, unter welchen Bedingungen rechtspopulistisches und rechtsextremistisches Gedankengut entstehen und welche Strategien sich dagegen entwickeln lassen, war Gegenstand von Speits Ausführungen.

Nazis im Netz

Mit „Nazis im Netz“ befasste sich Alice Lanzke, Amadeu-Antonio-Stiftung, Berlin. Die Stiftung hat deutschlandweit bereits über 640 lokale Initiativen und Projekte in den Bereichen demokratische Jugendkultur, Schule, Opferschutz und Opferhilfe, kommunale Netzwerke sowie Hilfsangebote für Aussteigerinnen und Aussteiger aus der Naziszene unterstützt. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Projekte über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, Öffentlichkeit für ihre Situation zu schaffen und sie zu vernetzen. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 von rechten Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde zu Tode geprügelt, weil er eine schwarze Hautfarbe hatte.

Wie Lanzke erläuterte, ist die Strategie der Rechtsextremen im Internet und dabei besonders in den Sozialen Netzwerken um einiges raffinierter geworden – und damit umso gefährlicher. Über ganz bestimmte Themen versuchten sie immer wieder, nicht-rechtsextreme User anzusprechen, Anschluss zu finden und quasi durch die Hintertür ihre menschenverachtende Ideologie einzustreuen. Wer hier nicht den Durchblick hat, die Nazi-Propaganda zu enttarnen, gehe den Rechtsextremen schnell auf den Leim. Umso wichtiger sei es, rechtsextreme Propaganda zu erkennen und zu wissen, wie man mit ihr umgeht.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich in Arbeitsgruppen zu informieren und auszutauschen. Vorgestellt werden unter anderem die Strategien von Rechtsextremen im Internet, rechtsextreme Einstellungen in Migrantenmilieus, Möglichkeiten der Zivilcourage, ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen sowie die pädagogische Arbeit rund um das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

Wie Dr. Anja Prölß-Kammerer, Leiterin Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum (DoKuPäd) - eine Einrichtung des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt - hervorhob, war die Einrichtung des Dokumentationszentrums auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg für den KJR Nürnberg-Stadt der Anlass, ein eigenes, ausdifferenziertes pädagogisches Programm zu entwickeln. Nürnberg sei im „Dritten Reich“ ein „Ort der Täter“ gewesen. Mit dem Namen Nürnbergs würden bis heute wesentliche Ereignisse und Elemente aus der Zeit des Nationalsozialismus assoziiert.

Gerade hier müsse über Motivation und Ideologie der Nationalsozialisten sowie über Verhalten und Motive der Mitläufer diskutiert werden. Die Pädagogik könne damit einen wesentlichen Beitrag zur historischen und politischen Bildung leisten und zugleich Ansatzpunkte zur kritischen Reflexion der heutigen Gesellschaft und ihrer Probleme bieten.

Daher spielten Themen und Inhalte aktueller politischer Jugendbildung wie Erziehung zu aktivem Demokratieverständnis und Menschenrechten, das Eintreten gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit sowie Gruppenzwang und Gewalt im pädagogischen Selbstverständnis eine wichtige Rolle. Gerade mit der pädagogischen Arbeit an einem ehemaligen Täterort sollten und könnten Kinder und Jugendliche gestärkt und widerstandsfähig gemacht werden gegen totalitäre Vereinnahmung und Obrigkeitsgläubigkeit. DK

(GZ-05-2014)

 

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