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Gesundheitsförderung durch Bewegungsangebote im öffentlichen Raum
GZ-19-2014
Freitag, den 10. Oktober 2014 um 13:34 Uhr

Studie richtet den Blick auf Nutzung durch ältere Menschen

Von Mathias Knigge*

Gerade im demografischen Wandel können Bewegungsangebote im öffentlichen Raum einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. Eine Studie an der Berliner Charité untersucht, in welchem Ausmaß regelmäßiges Training an diesen Geräten das Gleichgewichtsgefühl von Senioren verbessert und damit deren Sturzrisiko vermindert werden kann. Weitere Faktoren für die Motivation zur Teilnahme sind niederschwellige Leistungsanforderungen und ein attraktives Erscheinungsbild der Anlage.


Diesen Sommer fanden auf dem Nauener Platz in Berlin besondere Aktivitäten am Bewegungs-Parcours „Giro Vitale“ (Firma Michow & Sohn, Hamburg) statt. Forscher der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersuchen mit Studienteilnehmern den gesundheitlichen Effekt der Anlage und verschiedene Arten der Nutzung. Die 24 älteren Damen und Herren sind über 60 Jahre, die älteste Teilnehmerin der sogenannten SNAP-Studie ist über 80 Jahre alt. Die Teilnehmer werden über drei Monate das Bewegungsangebot regelmäßig nutzen. Dieses besteht aus Geräten, die sich durch ihre langsam steigerbaren Leistungsforderungen auszeichnen. Dazu gehören neben in das Pflaster eingelassene Balancierbalken und Wackelbretter, auch Nordic- und Radtrainer. Alle Angebote können rund um die Uhr kostenfrei genutzt werden.

Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere

Schon in der Planung wurden im Rahmen des ExWoSt-Programs „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere“ dezidiert Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt. Ihnen war Folgendes wichtig: moderate Anforderungen der Geräte und eine partielle Beanspruchung des Körpers bei Übungen. Dem Sicherheitsbedürfnis entsprach der Wunsch nach wenig frei schwingenden Elementen und keinen Stolperkanten. Außerdem wurde Wert auf ein attraktives und hochwertiges Design gelegt, durch das sich die Anlage von Krafttraining und Kinderspielplätzen abgrenzt.

Übungsprogramm unter Anleitung

Das Forschungsvorhaben läuft wie folgt ab: Zu Beginn und zum Abschluss der Studie werden Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten, sowie – mit Hilfe von Fragebögen – Sturzangst und Wahrnehmungsfähigkeit aller Teilnehmer untersucht.

An den dazwischen liegenden 24 Terminen absolvieren die Teilnehmer in Gruppen von acht Personen regelmäßig ein Übungsprogramm unter Anleitung eines Übungsleiters. Dazu gehören Aufwärmübungen, Übungen mit den Geräten und die abschließende Entspannungsphase. Für die Geräte der Anlage wurden verschiedene Übungen definiert, die der Koordination, Kräftigung und Ausdauersteigerung dienen.

Positive Resonanz

Das Feedback der Teilnehmer, die zum Teil große Anfahrtswege für die Studie akzeptieren, ist durchweg positiv. Sie erleben Training und Erhebung als Spaß und nehmen regelmäßig teil. Inzwischen ist aus den unbekannten Studienteilnehmern eine befreundete Gruppe geworden, die auch nach den Terminen gemeinsam noch einen Kaffee trinkt. Von den Teilnehmern werden die Gruppenanleitung und die ausgearbeiteten Übungen als wichtiger Bestandteil ihrer Aktivitäten angesehen.

Derzeit werden die Daten ausgewertet und im Herbst dieses Jahres erstmals veröffentlicht. Weitere Informationen dazu können bei der Studienleiterin Christine Blümke von der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) angefragt werden.

Mit dem Forschungsprojekt wird das gesundheitsfördernde Potenzial für Städte und Gemeinden deutlich. Denn ein gesundes Altern bedeutet auch immer die Vermeidung von nachgelagerten Kosten. Gleichzeitig zeigen die Aktivitäten von Senioren und ihren Interessensverbänden, dass die stetig wachsende Zielgruppe Wert darauf legt, zukünftig stärker berücksichtigt zu werden und einen attraktiven Platz im öffentlichen Raum einzunehmen.


* Mathias Knigge ist Geschäftsführer der Firma «grauwert – Büro für demografiefeste Produkte und Dienstleistungen» mit Sitz in Hamburg. Er berät zur Produktentwicklung für ältere Zielgruppen und hat einen Leitfaden entwickelt, der bei Standortwahl, Konzeption und Auswahl generationenübergreifender Geräte berät. Weitere Infos: www.grauwert.info RED

(GZ-19-2014)

 

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