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Deutscher Mühlentag 2015: „Blaue Energie“ im Blickpunkt
GZ-11-2015
Mittwoch, den 10. Juni 2015 um 16:50 Uhr

Zahlreiche mit Wasserkraft betriebene Mühlen luden beim Deutschen Mühlentag auch in Bayern zu einem „Tag der offenen Tür“ ein, um der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung, Geschichte und Funktionen der „ältesten Kraftmaschine der Menschheit“ zu präsentieren. Veranstaltet wurde der Deutsche Mühlentag von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V. zusammen mit ihren Landes- und Regionalvereinen.


Zweck des seit 1994 stattfindenden Deutschen Mühlentages ist, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit auf diese technischen Denkmäler zu lenken, deren Geschichte über 2.000 Jahre zurückreicht. Mühlen gelten als die ältesten Maschinen der Menschheit.

Über 160 Anwendungsbereiche konnten für Mühlen bis heute nachgewiesen werden. Nahezu jede Maschine zur Bearbeitung von (Roh-)Stoffen nutzte ursprünglich als Energiequelle die Naturkräfte Wasser oder Wind. Demzufolge sind Mühlen die (umweltfreundlichen) Vorläufer unserer gesamten Technisierung.

Kleine Wasserkraft

„Am Mühlentag zeigt sich am besten, welche Rolle die sogenannte „Kleine Wasserkraft“ in Bayern spielt,“ hob Ludwig Kraus, Präsident des Bayerischen Müllerbundes e.V, hervor. Der Mensch nutzt die treibende Kraft des Wassers bereits seit Jahrhunderten. Beispiele dafür sind die heimischen Mühlen, die mit einer langen Tradition behaftet sind. Nicht selten stand dort, wo heute Strom für die umliegende Bevölkerung erzeugt wird, früher eine Mühle oder ein Sägewerk. Die Betriebsanlagen wurden im Laufe der Zeit mit ihren Mühlbächen zu wertvollen Bestandteilen unserer Kulturlandschaften.

Stabile Ökostromerzeugung

„Viele dieser kleinen Wasserkraftanlagen sind bis heute in Betrieb und leisten einen wertvollen und regionalen Beitrag zur stabilen Ökostromerzeugung. So ist die Wasserkraft auch heute noch ein wichtiger Baustein der bayerischen Mühlenwirtschaft und trägt dazu bei, mit ökologischer Stromerzeugung heimisches Getreide zu mahlen,“ erklärte Kraus.

Steuereinnahmen für Kommunen

Die Wasserkraft in Bayern hält heimische Wertschöpfungsketten wie im Falle der Mühlen „vom Korn zum Mehl“ aufrecht. Zu-dem werden örtliche Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert und Steuereinnahmen für Kommunen generiert. Zugleich leistet die Wasserkraft auch einen erheblichen Beitrag zum lokalen Hochwasserschutz und zur Sohl- und Uferstabilisierung.

Beitrag zum Gewässerschutz

Nicht zuletzt werden im Schnitt in Bayern an den etwa 4.150 Wasserkraftanlagen jährlich rund 200.000 m³ Rechengut, in Form von Zivilisationsabfall und biologisch abbaubarem Material – Äste, Bäume und Laub – bis hin zu Wohlstandsmüll und Schrott aus dem Fluss gefischt. Da das Rechengut in Summe grundsätzlich als Abfall gilt, wird es von zertifizierten Entsorgungsbetrieben fachgerecht sortiert und entsorgt. Somit leistet die Wasserkraft auch einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz.

WRRL birgt Gefahren

Eine große Gefahr für Wasserkraftwerke und Wassermühlen stellt laut DGM die momentane Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dar. Diese Richtlinie verfolgt das Ziel, die „lineare Durchgängigkeit der Fließgewässer“ sicherzustellen, also die Entfernung sämtlicher „Querbauwerke“ in den Fließgewässern (dazu gehören vor allem historische, jahrhundertealte Stauwehre). Den alten Wassermühlen werde damit auf gesetzlicher Grundlage im sprichwörtlichen Sinne das Wasser abgegraben – und zwar für immer.

Aktionstag

Am Aktionstag beteiligten sich Einrichtungen wie das oberbayerische Bauernmuseum Glentleiten und das Fränkische Freilandmuseum Fladungen, wo unter anderem eine umfangreiche Sonderausstellung über das „Mühlenwesen in Franken“ präsentiert wurde. Außerdem öffnete die Hammerschmiede Naichen in Neuburg/Kammel ihre Türen. Hier gab es eine voll betriebsfähige Antriebsanlage der Schmiede mit Turbine (Baujahr 1889) und Transmission (1922) zu sehen.

Mit dem modernen Kleinkraftwerk wird eine umweltschonende Stromgewinnung für den Museumsbedarf erzielt. Darüber hinaus hatte eine Ausstellung im neuen Turbinenhaus über die Nutzung der Wasserkraft gestern und heute geöffnet. DK

(GZ-11-2015)

 

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