Erscheinungs- & Themenplanzurück

(GZ-9-2016)
Neues von Sabrina
 
Von Vätern und Müttern

Gestern hat mein Chef gesagt...

„Muttertag und Vatertag in so dichter Folge. Die armen Kinder haben da ganz schönen Pflichtenstress.“ Mein Chef. der Bürgermeister, hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, denn seine Kinder sind ja schon groß und das Verhältnis mit ihnen ist so prima, dass man in der Familie durchaus auch die anderen 364 Tage des Jahres nett zueinander ist.

Heuer haben wir ja die seltene Konstellation, dass der Vatertag vor dem Muttertag liegt und die beiden Großkampftage der heilen Familie nur 48 Stunden trennen. Theoretisch ist also der Zorn der Gattin (Mutter) über den Fetzen Rausch. den der Gatte (Vater) vom Bierbike fahren mitgebracht hat, noch nicht verraucht, wenn Vater und Kinder sich in den Großkampftag der Blumen- und Pralinenhändler wagen und überteuertes Rührungsgemüse oder Kalorienbomben kaufen. Ersteres welkt schneller dahin als die alljährlichen Vorsätze, den Stress der Mutter durch mehr Unterstützung zu mildem und nicht nur den Müll wegzutragen oder darauf aufmerksam zu machen, dass im Geschirrspüler jetzt genug Füllung wäre, um ihn anzuschalten. Zweiteres ist in der Vorbereitungsphase auf die Erlangung der Bikinifigur so willkommen wie Fußpilz. Aber um der familiären Harmonie wegen freut sich die Mama, genießt das Frühstück im Bett einschließlich des vom Jüngsten bereiteten weichen Eies (sechs Minuten) und hat dann mehr zu tun, die gutgemeinten Hilfestellungen im Haushalt (heute hast Du mal Pause) zu beaufsichtigen als Gelegenheit, die Füße hochzulegen.

Bei aller Übertreibung der Schilderung ist es doch noch ein Idyll - Vater, Mutter, ein oder mehrere Kinder. Diesen Begriff von Familie habe ich noch mitbekommen und auch die Kinder des Bürgermeisters sind so aufgewachsen. Nur ist es kein Dogma. Das Konzept, dass Kinder erst nach der Ehe kommen und man allen Widrigkeiten zum Trotz an einer Ehe festhält, ist Okay für diejenigen, die es so als Teil einer religiösen Überzeugung sehen oder einfach so leben wollen. Für die säkulare, aufgeklärte Gesellschaft ist es eine von vielen Formen des Zusammenlebens von Erwachsenen mit Kindern.

Wenn man aber heute die Medien verfolgt, könnte man meinen, man wäre, wenn man Familie als das Zusammenleben eines Erwachsenen oder zweier Erwachsener unterschiedlichen Geschlechts mit Kindern, zu denen eine biologische und/oder tiefe emotionale Bindung besteht, definiert, ein Angehöriger einer kleinen, aussterbenden Minderheit von an obskuren, tribalen Gebräuchen festhaltenden Hinterwäldlern.

Schlagzeilen machen die, die sich gar nicht darum bemühen, ihren Kinderwunsch mit einer Partnerin oder einem Partner zu realisieren, sondern die gleich ein so genanntes Designerbaby aus ausgewählten und hochwertigen genetischen Zutaten bestellen. Nun kann jeder, der sich einmal eine schöne Lampe oder das Traum-Ledersofa gekauft hat bestätigen, dass man auch Designerstücke „lieben“ kann. Aber wenn das Designerstück in die Hose odelt, beim Zähne kriegen nächtelang schreit oder in der Pubertät Terror macht, wird man feststellen, dass der Begriff Liebe viele emotionale Facetten hat.

Ebenso wenig dürfte das Konzept „Mein Papa ist eine Frau“ oder „Meine Mama ist ein Mann“ funktionieren. Ich meine damit nicht die Probleme, die ein Kind hat, in seinem sozialen Umfeld wie Kindergarten, Schule oder Freundeskreis akzeptiert zu werden, wenn seine beiden Eltern das gleiche Geschlecht haben. Das ist in der Tat eine Frage des Bewusstseins einer Gesellschaft. Aber Gott hat Mann und Frau nun einmal unterschiedlich erschaffen, auch darin, was sie Kindern in der Erziehung und an Zuwendung geben können. Kinder homosexueller Paare haben entweder zwei Väter oder zwei Mütter. Das muss man dann aber auch akzeptieren.

Mein Chef, der Bürgermeister, hat diesmal zum kombinierten Vater/Muttertag ein Zitat für mich herausgesucht, und zwar von Adolph Kolping: „Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.“

Ihre Sabrina

GemeindeZeitung

Neues von Sabrina

GZ Archiv

Kolumnen & Kommentare aus Bayern

AppStore

facebookTwitterGoogle+YouTube

Google Play

© Bayerische GemeindeZeitung

Hinweis zu Cookies

Die Bayerische GemeindeZeitung möchte Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Sie können Cookies blockieren und löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen entsprechend ändern. Weitere Informationen finden Sie im Impressum.

Weiter