Kolumnen & Kommentarezurück

(GZ-10-2015)
Kommentar von Stefan Rößle
 
Stefan Rößle, Landrat im Landkreis Donau-Ries, KPV-Landesvorsitzender:
 
Bayern ist Lebensfreude!

Liebe Leserinnen und Leser,

für die einen ist Bayern das Land mit den besten wirtschaftlichen Kennzahlen und den größten Wohlstandschancen, für andere ist es die Region mit der höchsten Sicherheit und der schönsten Landschaft. Für wieder andere ist es schlicht und einfach nur das Gefühl hier mit der Familie daheim zu sein.

Alles in allem macht sich für mich die Summe aller positiven Eigenschaften unserer Heimat an einem einzigen Begriff fest. Bayern ist Lebensfreude! Und wir müssen alles daran setzen, diese Lebensfreude und alles was sich darunter und dahinter verbirgt, auf Dauer zu erhalten.

Dazu gehört unter anderem auch unsere reiche Kultur der Volksfeste, Kirchweihen sowie der unzähligen Stadt- und Dorffeste, die wir als Kommunalpolitiker in den nächsten Wochen und Monaten wieder gerne besuchen und unterstützen. Erhalt von Traditionen, gelebte Gastlichkeit, kulinarische Genüsse, Freizeitspaß für die ganze Familie, Attraktivität für den Tourismus – diese Begriffe gehen uns allen dabei sicherlich durch den Kopf.

Doch welche verschiedenartigen Komponenten und Akteure zusammenwirken müssen, damit auch nur ein einzelnes Fest gelingen kann, wird einem erst bei näherem Hinsehen klar:

Als erstes braucht es den Veranstalter, der das wirtschaftliche Risiko sowie die Organisation mit Musik und etwaigen Fahrgeschäften übernimmt. Vielfach leisten dies auch Vereine und Verbände, deren Mitglieder etliche Stunden an Freizeit dafür investieren. Eine gute Qualität der angebotenen Speisen und Getränke geht nicht zuletzt auf unsere heimische Landwirtschaft und das weiterverarbeitende Handwerk zurück. Zur Abrundung sorgen unsere Ordnungskräfte und Rettungsorganisationen für ein wohliges Sicherheitsgefühl vor Ort.

Doch jegliche Anstrengungen sind für alle vergebens, wenn den Festen die konsumfreudigen Gäste fehlen. Und hier lässt sich recht schnell wieder der Bogen zur wirtschaftlichen Lage Bayerns spannen.  Denn nur eine Bevölkerung, die wie bei uns mit qualifizierten und sicheren Arbeitsplätzen auch ein gewisses Wohlstandsniveau aufweist, kann es sich auf Dauer überhaupt leisten, derartige Angebote zu nutzen.

Aber nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang auch die bedeutende Rolle der Kommunen hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen. Als Kommunalpolitische Vereinigung treten wir seit jeher dafür ein, dass die Verwaltungen von Landkreisen, Städten und Gemeinden sich dabei als partnerschaftliche Genehmigungs- und nicht als ordnungspolitische Verhinderungsbehörden verstehen sollen. Es geht nicht darum, die gesetzlichen Vorgaben nicht einzuhalten, sondern um vorhandene Spielräume im Sinne der Antragsteller und letztendlich zugunsten der Festkultur zu nutzen.

In diesem Zusammenhang freut es mich besonders, dass die CSU-Staatsregierung und der Landtag erst kürzlich eine Lanze in Richtung des Erhalts traditioneller Feste in Bayern gebrochen haben. Alle Fraktionen stimmten im Landtag dafür, den Beginn der Nachtzeit von 22 Uhr auf 24 Uhr zu verschieben und damit eine Änderung der „Freizeitlärmrichtlinie“ umzusetzen. Denn es darf nicht sein, dass immer häufiger traditionelle Feste abgesagt werden müssen, weil einzelne Anwohner gegen die Lärmbelastung vor Gericht ziehen und die Veranstalter aus Furcht vor Bußgeldern und Gefängnisstrafen daraufhin die Feste nicht stattfinden lassen.

Abschließend ist festzuhalten: Die bayerische Festkultur ist und bleibt ohne Zweifel ein Stück Identität und ein Stück gelebte Gemeinsamkeit. Es steckt mehr dahinter als man denkt und es lohnt sich, von allen Seiten für dieses gute Stück heimische Lebensfreude einzutreten.

Ihr Stefan Rößle, Landrat im Landkreis Donau-Ries, KPV-Landesvorsitzender

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