Kolumnen & Kommentarezurück

(GZ-15/16-2015)
Kommentar von Gabriele Bauer
 
Gabriele Bauer, stv. KPV-Landesvorsitzende, Oberbürgermeisterin Stadt Rosenheim:
 
Finanznot der Tierheime

Liebe Leserinnen und Leser,

„Jedes zweite Tierheim vor der Pleite“ titelte die Süddeutsche Zeitung im März dieses Jahres. Was sich reißerisch anhört, ist im reichen Deutschland traurige Realität.

„Viele Heime seien längst viel zu klein, andere seien baulich völlig veraltet. Der Investtionsstau sei riesig, dabei könnten viele Einrichtungen kaum mehr ihre laufenden Kosten finanzieren. Der Tierschutz in Bayern funktioniere nur, weil Tierschutzvereine als ihre Betreiber und Ehrenamtliche an der Grenze zur Selbstausbeutung arbeiteten“, konstatiert die SZ.

Fakt ist: Tierschutz kostet Geld. Geld, das viele Tierschutzvereine als Betreiber von Tierheimen nicht haben. Die prekäre finanzielle Lage vieler Tierschutzvereine zieht sich wie ein roter Faden auch durch Bayern. Stark schwankende und unregelmäßige Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Erbschaften lassen viele Tierheime oft nur am Rande der Insolvenz arbeiten. Eine inakzeptable Situation für die Menschen, die sich oftmals ehrenamtlich mit großem Engagement für ihr Tierheim einsetzen.

Trotz dieser Schwierigkeiten sind viele Tierschutzvereine mittlerweile professionell organisiert und schaffen es mit Hartnäckigkeit und vielen kreativen Ideen, sich finanziell über Wasser zu halten. In Extremsituationen mussten und konnten bisher aber auch immer wieder Einzellösungen gefunden werden, um das Fortbestehen eines Tierheims zu ermöglichen.

Kommunen brauchen Tierheime, vor allem beim Thema der Fundtiere, denn deren Annahme und Unterbringung ist eine kommunale Pflichtaufgabe der sich keine Gemeinde entziehen kann. Wenn in diesem Bereich Mittel fließen würden, könnte die Not vieler Tierheime gelindert werden – wenigstens teilweise. Gefragt sind deshalb einheitliche Standards, die verbindliche landesweite Vorgaben ermöglichen.

Ein Weg wäre zum Beispiel die Einführung einer Pro-Kopf-Pauschale für aufgefundene Tiere bayern- und deutschlandweit in allen Kommunen. Kommunen sind zwar rechtlich nicht verpflichtet, Tierheime über das Thema der Fundtiere hinaus zu unterstützen. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir auch eine moralische Verpflichtung haben, Tierschutz vor Ort gemeinsam mit allen Beteiligten am Leben zu halten. Denn ohne Tierheime geht es nicht.

Ihre Gabriele Bauer, stv. KPV-Landesvorsitzende, Oberbürgermeisterin Stadt Rosenheim

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