Interviews & Gesprächezurück

(GZ-5-2015)
Gespräch mit Christian Kutschker und Jürgen Hitz
 
► Christian Kutschker und Jürgen Hitz:
 
Klarer Mehrwert für den Kunden

„Der Energieversorgung vor Ort ein Gesicht geben“, ist das erklärte Ziel der 2014 gegründeten Abens-Donau Energie GmbH. Von Aiglsbach über Kirchdorf und Painten bis Volkenschwand hatten sich vergangenes Jahr 16 Kommunen des Landkreises Kelheim und drei regionale Energieversorgungsunternehmen zusammengeschlossen. Seither steigt die Zahl der Neukunden sowohl im Privat- als auch im Gewerbekundenbereich stetig an, wie die beiden Geschäftsführer und Initiatoren Christian Kutschker, Geschäftsführer der Stadtwerke Kelheim GmbH & Co KG, und Jürgen Hitz, Prokurist der Energie Südbayern GmbH, in einem Gespräch mit der Bayerischen GemeindeZeitung erläuterten. Bis dato hat die noch junge Gesellschaft beinah 1.000 Stromkunden gewinnen können.

Diese erfolgreiche Entwicklung bestätigt die Überzeugung der beiden Abens-Donau Energie-Geschäftsführer: Das Unternehmen solle als kommunaler Zusammenschluss die Wirtschaftskraft der Region stärken.

Regionale Interessen wahren

„Im Fokus des partnerschaftlichen Projekts steht neben der Wirtschaftlichkeit vor allem die Bewahrung regionaler Interessen“, betonte Christian Kutschker. Auch im Hinblick auf zukünftige Erzeugungs- und Infrastrukturprojekte biete diese Kooperation strukturierte und den Bedürfnissen der Region entsprechende Handlungsmöglichkeiten.

Mittlerweile bilden 17 Landkreis-Kommunen, die unter anderem Mitspracherecht bei der Strompreisgestaltung haben, gemeinsam mit den Stadtwerken von Kelheim und Neustadt/Donau sowie der Energie Südbayern GmbH die Abens-Donau Energie. Erst vor wenigen Wochen hat die Gesellschaft in Mainburg den Zuschlag für die Stromkonzession mit einer Laufzeit von 20 Jahren erhalten. Zum 1. Dezember 2015 wechselt die Stadt den Betreiber ihres Stromverteilernetzes. Gründe dafür waren die im Angebot enthaltene Zusicherung einer umweltverträglichen und sicheren Versorgung einer weitgehenden Verpflichtung zur Erdverkabelung von Versorgungsleitungen.

Flache Strukturen

Dezentrale Energieversorgungsstrukturen sind nach Angaben von Jürgen Hitz notwendig, damit klima- und energiepolitische Ziele erreicht werden können. Der Strom, den die Gesellschaft anbietet, werde zu 100 Prozent aus zertifizierter Wasserkraft gewonnen und sei dabei aufgrund des direkten Marktzugangs und flacher Strukturen preislich jederzeit konkurrenzfähig zu den Angeboten anderer Anbieter am Markt.

Windpark Paintner Forst

Künftig will die Abens-Donau Energie auch Ökostrom aus anderen Energiequellen offerieren können. Dazu zählen Biogas, Biomasse, Photovoltaik und Windkraft. Beim Thema Windkraft hofft Geschäftsführer Christian Kutschker zum Beispiel auf die Realisierung eines entsprechenden Parks im Paintner Forst. Von diesem Windpark, initiiert von den Kommunen Markt Painten, Markt Essing und Gemeinde Ihrlerstein, erwartet er sich eine maximale jährliche Ausbeute von 100 Millionen Kilowattstunden. „Damit könnte man 30.000 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen.“

Bürgerbeteiligungsmodell

Die Kommunen zielen darauf ab, die Bürger an dem Windpark zu beteiligen; hierzu haben einerseits die Stadtwerke Kelheim GmbH & Co KG (SWK) und die Bayerngrund GmbH (BG) mit den drei Kommunen eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um den Windpark als Bürgerbeteiligungsmodell auszugestalten. Andererseits haben die SWK und die BG mit den örtlichen Kreditinstituten Kreissparkasse Kelheim und Raiffeisenbank Bad Abbach-Saal eG den Vertrieb des geschlossenen Fonds vereinbart. Die Realisierung des Bürgerbeteiligungsmodells ist einerseits abhängig von der Genehmigung des Windparks und andererseits von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Noch keine Genehmigung

„Aus meiner Überzeugung bietet der geplante Windpark im Paintner Forst hervorragende Ausgangsbedingungen, um als Leuchtturmprojekt über die regionalen Grenzen hinaus als Referenz zu gelten“, unterstrich Kutschker. Leider liege die Genehmigung noch immer nicht vor, „aber ich hoffe, dass wir im ersten Halbjahr 2015 grünes Licht bekommen. Im Moment sieht es so aus, dass die Behörden zehn oder elf Anlagen freigeben.“

Wie Geschäftsführer Jürgen Hitz ergänzt, „hätten wir dann die regionale Erzeugung in kommunaler Verantwortung und im besten Falle die Bürger an dem Projekt beteiligt. Mit den Energieversorgern SWK und Abens-Donau Energie können wir den regionalen Vertrieb der erzeugten Energie gewährleisten. So könnte die Energiewende vor Ort aussehen!“

Einmalige Konzentration

Das Projekt Abens-Donau Energie soll in den kommenden Jahren wachsen, der Wirkungsbereich dabei aber nicht über die Grenzen des Landkreises hinausgehen. Ähnliche Projekte, die sich nicht auf einen Landkreis beschränken, gibt es bereits in Deutschland. Christian Kutschker zufolge ist aber die Konzentration auf einen Landkreis bislang einmalig. Mittelfristig sei ein weiteres Ziel, auch Energie von kleineren, regionalen Energieerzeugungsanlagen abnehmen und einbinden zu können.

Service und Kundennähe 

In den ersten Monaten ihres Bestehens legte die Abens-Donau Energie ihr Augenmerk darauf, sich über Infostände bei verkaufsoffenen Sonntagen, Bürgerfesten und Märkten bei den Bürgern vor Ort bekannt zu machen. Verlässlicher Service und Kundennähe lautet die Maxime. Damit will sich die Gesellschaft von anderen Anbietern im Energiemarkt abgrenzen. So stehen in den Kundencentern in Mainburg, Kelheim und Neustadt an der Donau persönliche Ansprechpartner für alle Belange rund um den Energiebezug zur Verfügung.

Weitere Informationen zu attraktiven Tarifen und neuen Angeboten sowie viele Online Services finden sich unter www.abens-donau-energie.de.

DK

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