Interviews & Gesprächezurück

(GZ-19-2017)
gz gespraech mit Helmut Kaumeier und Sylke Schlenker Wambach
 
► Helmut Kaumeier und Dr. Sylke Schlenker-Wambach, Kommunalkundenbetreuer von erdgas schwaben:
 
Vorfahrt für Erdgasfahrzeuge!

Spätestens seit über die Zukunft der Dieselfahrzeuge diskutiert wird, rücken alternative Antriebe hierzulande zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Vor dem Hintergrund, dass der Durchbruch bei der Entwicklung von Elektroautos noch ausbleibt, drängt sich eine Variante nun geradezu auf: das Fahren mit dem Kraftstoff CNG aus Erdgas und Biomethan. „Längst hat die Gasindustrie ein langjährig erprobtes Konzept vorzuweisen. Erdgasautos sind eine echte Alternative“, stellten die Kommunalkundenbetreuer von erdgas schwaben, Helmut Kaumeier und Dr. Sylke Schlenker-Wambach im Gespräch mit GZ-Chefredakteurin Anne-Marie von Hassel fest.

Oft werde Erdgas als Kraftstoff noch übersehen, betonten die erdgas schwaben-Repräsentanten. Dies sei umso verwunderlicher, als Erdgasautos bezahlbar und umweltschonend seien. So reduzieren Fahrzeuge, die CNG bzw. LNG (Flüssiggas) tanken, die CO2-Belastung gegenüber Benzin um bis zu 25 Prozent und gegenüber Diesel um bis zu 15 Prozent, zeigte Kaumeier auf. Bei Kohlenwasserstoffen und den Stickstoffoxiden werde im Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen eine Reduzierung um bis zu 90 Prozent verzeichnet. Feinstaub falle so gut wie gar nicht an und bei der Betankung entstünden fast keine Emissionen.

Ausgereifte Technik

Als bereits entwickelte marktfähige Technik mit zahlreichen Serienfahrzeugen namhafter Hersteller – aktuell wurde die CNG-Modellpalette um den Audi A4 Avant g-tron und A5 Sportback g-tron erweitert – ist das Fahren mit CNG eine sofort einsetzbare Alternative, die noch dazu auf die bekannten und weiter bestehenden Nachteile der E-Mobilität verzichtet: kurze Reichweiten, lange Ladezeiten, hohe Einstiegspreise, wenige Modelle etc. Für jedes CNG-Fahrzeug gibt es zudem eine Steuervergünstigung.

Zur Zeit sind knapp 100.000 Erdgasfahrzeuge für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen unterwegs, für die deutschlandweit mehr als 900 Erdgastankstellen zur Verfügung stehen – Tendenz steigend. Allein in und um Schwaben gibt es momentan 60 CNG-Tankstellen. Seit Jahren bereits ist erdgas schwaben Anbieter und Betreiber öffentlicher CNG-Tankstationen.

Genügend Reichweite

Je nach Reichweite des Fahrzeugtyps kommt ein CNG-Fahrzeug mit einer Tankfüllung 300 bis 570 Kilometer weit. Bei allen gängigen Pkw-Modellen mit serienmäßigem CNG-Antrieb kann zusätzlich auf Benzin zurückgegriffen werden, da diese über zwei Tanks verfügen. Damit erhöht sich die Reichweite deutlich.

Mobilitätskonzept für Bayerisch-Schwaben

Im Rahmen ihres nachhaltigen und klimaschonenden Mobilitätskonzepts für Bayerisch-Schwaben setzt erdgas schwaben Kaumeier zufolge schon lange auf einen umweltschonenden Fuhrpark: Mehr als 80 Prozent der firmeneigenen Fahrzeuge fahren mit Erdgas. Da die Bundesregierung erst kürzlich die Steuerbefreiung des klimaschonenden Treibstoffs bis 2026 verlängert hat, bieten CNG-Fahrzeuge jetzt noch mehr Planungssicherheit.

Wachsende Modellpalette

Auch die Modellpalette an Nutzfahrzeugen, Transportern, Bussen und Sonderfahrzeugen weitet sich laut Kaumeier ständig aus. Erst vor wenigen Monaten bekam erdgas schwaben im Rahmen einer Ausschreibung eine Anfrage, ob Interesse am Bau und Betrieb einer CNG-Tankstelle in Stuttgart bestehe. „Nachdem dieser Standort jedoch weit entfernt ist von unserem Heimat-standort, haben wir dieses Ansinnen dankend abgelehnt“, erklärte der Kundenbetreuer.

Als erfreulich aber wertete er den Umstand, dass auch im benachbarten Baden-Württemberg offensichtlich langsam eine Veränderung hin zu CNG-betriebenen Fahrzeugen stattfinde. In Stuttgart würden derzeit die Müllfahrzeuge auf CNG umgestellt und benötigten hierzu eben entsprechende Betankungsmöglichkeiten.  

Regionale Wertschöpfung

In Bayerisch-Schwaben profitieren insgesamt tausende Arbeitsplätze von der CNG-Mobilität. Exemplarisch stehen dafür die Automobilzulieferer Hirschvogel in Denklingen, Grob in Mindelheim und Swoboda in Wiggensbach. „Mit der CNG-Mobilität können sowohl all diese Arbeitsplätze als auch die regionale Wertschöpfung und insbesondere die Steuerkraft erhalten werden“, machte Kaumeier deutlich.

Erdgas tanken in Schwaben und Bayern

So einfach geht Erdgas tanken! Unsere Aufnahme entstand an der Total-Tankstelle in Nördlingen, die erdgas schwaben mit Bio-Erdgas beliefert.

Kommunen sind in der Verantwortung

Neben der Landespolitik sind aus seiner Sicht auch und gerade die bayerischen Kommunen in der Verantwortung, wenn es darum geht, diesen Weg hin zu umweltschonender Mobilität mit zu ebnen. „Wenn über 2.000 Kommunen in Bayern beschließen würden, dass z. B. ihre Friedhofsfahrzeuge künftig nur noch mit Erdgas fahren, würde ein Hersteller wie VW innerhalb weniger Wochen garantiert ein passendes Fahrzeug anbieten“, zeigte sich der Kundenbetreuer überzeugt. Mit CNG sei es schließlich möglich, ebenso gleichwertig ökologisch unterwegs zu sein wie mit der Elektromobilität. Den Kommunen gab er mit auf den Weg, diese Botschaft gezielt zu kommunizieren. Schließlich hätten die Städte und Gemeinden Vorbildfunktion.

Erdgasfahrzeuge auf der KOMMUNALE

Bereits seit einigen Jahren setzt sich der „Landesinitiativkreis ErdgasMobilität Bayern“, ein Zusammenschluss von Autoherstellern und bayerischen Energieversorgern, u.a. erdgas schwaben, zum Ziel, Fahrzeuge mit CNG-Antrieb als klimaschonende, wirtschaftliche und zukunftsweisende Alternative bekannt zu machen, damit die Zahl der CNG-Fahrzeuge auf Bayerns Straßen weiter zunimmt.

Der LIK Bayern sieht seine Aufgabe in der aktiven Imagebildung und in der Förderung der regionalen Vermarktung von CNG aus Biomethan, Erdgas und Methan aus Ökostrom als Kraftstoff in Bayern. Auf der Fachmesse „Kommunale“ am 18. und 19. Oktober in Nürnberg wird der Initiativkreis mit einem eigenen Stand vertreten sein.

Bio-Erdgas für den Klimaschutz

Ein Zeichen für den Klimaschutz setzt erdgas schwaben auch mit dem Einsatz von Bio-Erdgas, einem „absoluten Zukunftsthema“, hoben Kaumeier und Schlenker-Wambach hervor. Die schwaben regenerativ, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von erdgas schwaben, verfügt bereits über vier laufende Bio-Erdgasanlagen. Eine Anlage produziert seit 2008 in Graben bei Augsburg Bio-Erdgas, eine weitere in Maihingen, in der Nähe von Nördlingen im Donau-Ries. Eine Reinigungsanlage für Biogas ist seit 2009 in Alten-stadt/Schongau in Betrieb und seit Herbst 2010 speist eine Anlage in Arnschwang/Cham in das bestehende Erdgasnetz ein.

Eingespeist in das bestehende Leitungsnetz hat das Bio-Erdgas die gleichen Eigenschaften wie das gewohnte Erdgas. In punkto CO2-Reduktion ist es im Verkehrssektor annähernd gleichwertig einsetzbar, wie Kaumeier abschließend erläuterte.

19 2017 Helmut Kaumeier und Sylke Schlenker Wambach

Im GZ-Gespräch: die Kommunalkundenbetreuer Herr Helmut Kaumeier und Frau Dr. Sylke Schlenker-Wambach.

DK

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