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(GZ-6-2018)
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► Bayerischer Innovationspreis Ehrenamt:

 

Demokratie stärken

 
Bayerischer Innovationspreis Ehrenamt 2018

Sechs innovative Projekte und fünf neue Ideen wurden in München mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt gewürdigt. Sozialministerin Emilia Müller verlieh die mit insgesamt 75.000 Euro dotierten Auszeichnungen und stellte dabei auch die neue „Zukunftsstiftung Ehrenamt“ vor.

Der Innovationspreis wurde heuer unter das Leitthema „Demokratie stärken: Mitmachen und teilhaben! Antworten aus dem Ehrenamt“ gestellt. Für innovative Projekte, die bereits realisiert werden, wurden sechs Einzelpreise in Höhe von je 10.000 Euro vergeben. Für neue Ideen und Konzepte, die unmittelbar umgesetzt werden können, gab es fünf Förderpreise von je 3.000 Euro.

Auseinandersetzung mit dem Thema Demokratie

Unter den Gewinnern eines Einzelpreises in Höhe von 10.000 Euro ist die federführend vom Stadtjugendring Regensburg organisierte schulübergreifende Jugendzeitung „Demokratie leben“. Jugendliche verschiedener Schulformen setzen sich hier mit dem Thema Demokratie auseinander und kommen so mit Politik in Berührung.

Auch der Ski- und Wanderclub 1946 e.V. aus Regensburg hat sich das Thema Demokratie auf die Fahnen geschrieben. Mit der Idee „Demokratie lernen im Sportverein“ übergibt er jungen Menschen mehr Verantwortung im Verein. Durch eine Satzungsänderung soll die Stimmberechtigung der Vereinsmitglieder auf 16 Jahre gesenkt werden. Diese einfache, aber sinnvolle Idee wurde mit 3.000 Euro ausgezeichnet.

Unterstützung für Frauen, Jugendliche und Kinder

Mit 10.000 Euro gewürdigt wurde das Projekt „Zusammenleben – 270 Sekunden Grundrechteflimmern“ des Arbeitskreises „Keine sexuelle Gewalt. Unterstützung für Frauen, Jugendliche und Kinder“ aus Coburg.  Jugendliche des Coburger Kinder- und Jugendtheaters wählten Artikel des Grundgesetzes aus und verknüpften sie mit Alltagsszenen. So entstanden neun Videoclips mit pantomimischen Szenen, die auch in den Coburger Stadtbussen laufen und dort auf großes Interesse stoßen. Außerdem werden die Inhalte der Clips mit der interaktiven Stadtrallye „Grundrechte mit allen Sinnen“ verknüpft.

Das Projekt „Menschen mit Behinderung im Ehrenamt“ der Lebenshilfe Schweinfurt und der Freiwilligenagentur GemeinSinn (Dotation: 10.000) ist Müller zufolge gelebte Inklusion. Es ermöglicht Menschen mit Behinderung selbst ein Ehrenamt zu übernehmen. Aktives Ehrenamt wird so zur Teilhabechance in einer lebendigen Bürgergesellschaft.

Junge Menschen unterschiedlichen Alters haben sich beim Projekt „Interaktive Stadtführung zu Orten des Nationalsozialismus“ der Evangelischen Landjugend in Ansbach (10.000 Euro) intensiv mit der Geschichte des Dritten Reiches auseinandergesetzt. Sie sind in ihrer Stadt auf Spurensuche gegangen und wollen dies nun zu einem multimedialen Stadtrundgang in Ansbach weiterentwickeln.

„Mut zum Kreuz – Ergreif Partei“

Um ein Filmprojekt von und für Jugendliche geht es bei „Mut zum Kreuz – Ergreif Partei“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) aus München (10.000 Euro). Im Rahmen der Bundestagswahl 2017 entstanden sechs verschiedene Kurzfilme unter dem Motto „Ein Tag im Leben eines Jugendlichen, wenn die Partei XY gewinnt“. Die jungen Teilnehmer verknüpften dabei die Ziele der einzelnen Parteien mit der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen. So wurde politische Bildungsarbeit lebensnah und jugendgerecht umgesetzt.
Die Stiftung „Gute-Tat München & Region“ wurde für ihre Idee „Bürgerbeteiligung“ geehrt.  Im Rahmen der „Münchner Initiative Nachhaltigkeit“ will sie dazu beitragen, die Zivilgesellschaft weiter zu stärken.

Ebenfalls mit 10.000 Euro bedacht wurde das Projekt „Selbst ist die Region – Ehrenamt macht sich für die Heimat stark“ des Vereins ProNah e.V. aus dem Unterallgäu. Mit verschiedenen Aktionen und originellen Ideen konnte der Verein zu einer lebendigen Gemeinschaft beitragen. Die Themen Nahversorgung, Umwelt und Nachhaltigkeit stehen besonders im Blickfeld. So hat das Projekt zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung beigetragen. Unter anderem war es Initiator der Gesundheitswoche Unterallgäu und des Klimaschutzkonzeptes Unterallgäu.

Begeistern für ehrenamtliches Engagement

Mit der Aktion „Engagement to go“ des Referats für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg (3.000 Euro) sollen vor allem junge Menschen für ehrenamtliches Engagement begeistert werden. Dabei will die Stadt dahin gehen, wo junge Menschen sind. Bei entsprechenden Großveranstaltungen sollen sie über eine Plattform verschiedener Träger Informationen erhalten, welches Ehrenamt zu ihnen passt. Einen bleibenden Eindruck der Idee soll ein nachhaltiger Kaffeebecher im Stadtbild Nürnbergs hinterlassen.

Zu den Gewinnern zählt auch die Idee „WieGe Königsbrunn“ des Helferkreises Asyl und Flucht Königsbrunn (3.000 Euro). Nach dem Motto „Wir – engagiert – gemeinsam“ soll ein Projekt von und für geflüchtete Menschen entstehen. Dabei sollen deren Fähigkeiten, Kompetenzen und Fertigkeiten für die Integration genutzt werden. Ziel ist es, einen Ort der Begegnung zu schaffen mit verschiedenen Angeboten wie Sozialküche, Integrationsgarten, Kinder- und Elterngruppen, Musikgruppe, Lerncafe und einem Raum der Ruhe.

Unkomplizierte Online-Tauschplattform

Im Rahmen der Idee „BAR - Bamberger Ressourcenpool“ von
„kontakt – Das Kulturprojekt“ (3.000 Euro) soll eine unkomplizierte und kostenfreie Online-Tauschplattform eingerichtet werden, um gemeinnützigen Initiativen das Organisieren von Veranstaltungen zu erleichtern. Eventmaterial, Bürobedarf und Know-how können geteilt, getauscht oder verliehen werden.

Bei der Präsentation der neuen „Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern“ verwies  Sozialministerin Müller darauf, dass es viele neue, innovative Ideen für bürgerschaftliches Engagement gibt. Manche benötigten eine finanzielle Starthilfe, um sich zu etablieren, wofür nun die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern zur Verfügung stehe. Die Verbrauchsstiftung hat ein Kapital von rund 2,5 Millionen Euro. Damit sollen vor allem kleinere Ehrenamtsprojekte künftig finanziell unterstützt werden. In den Stiftungsvorstand wurden Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller als Vorsitzende sowie Professorin Dr. Doris Rosenkranz und Geschäftsführerin Jusra Al-Kaisi berufen.

Die Verbrauchsstiftung hat den Vorteil, dass das Stiftungsvermögen und nicht nur die Erträge für den Stiftungszweck verbraucht werden können. Zustiftungen sind dabei möglich. So können über einen Zeitraum von zehn Jahren vor allem kleinere und innovative Ehrenamtsprojekte finanziell unterstützt werden. Die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern versteht sich auch als Vermittlerin zwischen anderen Stiftungen, Organisationen, Institutionen und Privatpersonen. So soll dem Bürgerschaftlichen Engagement in Bayern ein zusätzlicher Impuls gegeben werden.

DK

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