Kommunalverbändezurück

(GZ-23-2016)
gz bayerischer gemeindetag
Bayerischer Gemeindetag:
 
Mehr Frauen in kommunale Führungspositionen!
 

Tagung in Abensberg

Weniger als zehn Prozent der bayerischen Ersten Bürgermeister sind weiblich. Um zu analysieren, warum die Kommunalpolitik nicht deutlich mehr von den Kompetenzen der Frauen profitiert, veranstaltete der Bayerische Gemeindetag in Abensberg die Tagung „Frauen führen Kommunen“, an der knapp 100 bayerische Rathauschefinnen teilnahmen.

Als Referentinnen hieß der Präsident des Bayerischen Gemeindetags, Dr. Uwe Brandl die Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Sozialministerin Emilia Müller und die Präsidentin des Landesfrauenrats, Hildegund Rüger, willkommen. Wie Ministerin Müller bemerkte, führten Frauen anders – hart in der Sache, aber empathisch im Ton. Gerade die Entscheidungen in der Kommunalpolitik beträfen die Lebenswelt der Frauen unmittelbar. Die Gesellschaftsstruktur wird nach Müllers Ansicht in den Kommunalparlamenten nicht in dem Maße abgebildet wie es die Verfassung fordert.

Neuer Machtbegriff

Müller plädierte aus diesem Grund für starke Frauennetzwerke und ermutigte die Bürgermeisterinnen, den Begriff „Macht“ neu und positiv durch den Begriff „Politischer Gestaltungswille“ zu besetzen. Die Ministerin verwies darauf, dass sie noch keine Frau in der Politik erlebt habe, die nicht ans Ziel gekommen ist. Als Selbstzweck will sie Macht freilich nicht verstanden wissen. Auch die Gleichstellungspolitik, sei keinesfalls Politik für Frauen, sondern für die gesamte Gesellschaft.

„Die Zukunft ist weiblich“

Müllers Fazit: „Die Zukunft ist weiblich, weil wir Frauen andere Wege gehen, keine ausgetretenen Pfade. Frauen in kommunalen Spitzenpositionen müssen zur Selbstverständlichkeit werden.“

Aus Sicht der Präsidentin des Landesfrauenrats, Hildegund Rüger, bringen Frauen gute Kompetenzen mit, haben eine hohe Kommunikationsfähigkeit, sind fachlich hervorragend, haben im Schnitt bessere Abschlüsse als Männer, sind gute Vermittler, können bestens organisieren, aber auch delegieren. Rüger stellte aber auch klar, dass es nicht darum gehe, etwas besser oder schlechter zu machen, sondern um einen Mix aus Männern und Frauen, da gemischte Teams nachweislich die besten Ergebnisse erzielten. Es gebe allerdings keinen Grund, warum ein Team nicht von einer Frau geführt werden sollte.

Tatsache ist: Je kleiner die Kommune, desto geringer ist der Frauenanteil. Nur in drei von 25 Rathäusern kreisfreier Städte hat eine Frau das höchste Amt inne. Bayerns größte Stadt mit einem weiblichen Oberbürgermeister ist das 72.000 Einwohner zählende oberfränkische Bayreuth, wo seit vier Jahren die parteifreie Brigitte Merk-Erbe regiert, gefolgt von Rosenheim, das seit 14 Jahren von der CSU-Politikerin Gabriele Bauer geführt wird.

Konsenssuche

Wie Christine Borst, 1. Bürgermeisterin von Krailling im Landkreis Starnberg und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft „Frauen führen Kommunen“ in ihrem Resümee hervorhob, hätten Frauen eine andere Sicht auf die Dinge als Männer. Es gehe immer darum, Mehrheiten zu finden und Konsens zu suchen. „Hier mag schon der größte Unterschied im Führungsstil von Männern und Frauen liegen“, so Borst.

Vernetzung

Gemessen an ihrem  Bevölkerungsanteil von mehr als 50 Prozent wollten die Frauen adäquat vertreten sein. Fakt sei aber auch, dass sich viele Frauen vor einem Amt oder dem Gang in die Öffentlichkeit scheuen. „Diese Angst wollen wir ihnen nehmen“, erklärte Borst. Deshalb versuche die Arbeitsgemeinschaft Bürgermeisterinnen zu vernetzen, um bis zur Kommunalwahl 2020 zu erreichen, dass sich mehr Frauen als bisher zur Wahl stellen.

DK

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