Kommunalverbändezurück

(GZ-18-2018)
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► KPV-Pflegetour:

 

Der Mensch im Mittelpunkt

 

Zusammen mit Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Landtagsabgeordnetem Norbert Dünkel und Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein hat die Kommunalpolitische Vereinigung der CSU im Nürnberger Land eine „Pflegetour“ unternommen und unterschiedliche Einrichtungen im Nürnberger Land besucht. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Themen Fachkräftemangel, Wertschätzung und Digitalisierung wichtige Herausforderungen im Pflegebereich sind.

Wichtige Herausforderungen im Pflegebereich diskutierte die Kommunalpolitische Vereinigung der CSU im Nürnberger Land.
Wichtige Herausforderungen im Pflegebereich diskutierte die Kommunalpolitische Vereinigung der CSU im Nürnberger Land.

Den Auftakt der „Pflegetour“ machte ein Besuch bei der Caritas Tagespflege in Schnaittach, bei dem neben der Einrichtungsleiterin Britta Poschner auch Caritas Vorsitzender Wolfgang Würker, Geschäftsführender Vorstand Michael Groß, die Caritas-Ehrenvorsitzende Angela Henke und Aufsichtsratsmitglied Tanja Riedel anwesend waren. Seit 21 Jahren besteht die Einrichtung, die im Raum Schnaittach gut angenommen wird und auch flexibel auf den Bedarf der betreuenden Angehörigen reagieren kann. Durch diese Flexibilität ist jedoch in der Tagespflege die Refinanzierung immer in der Diskussion, da die Einrichtungen keine konstanten Betreuungszahlen aufweisen können.

Fachkräftemangel

Darüber hinaus wurde das Thema Fachkräftemangel diskutiert. In Schnaittach schätzt man sich jedoch glücklich, genügend Personal vorhalten zu können. Der demographische Wandel zeige jedoch, dass in Zukunft ein großer Bedarf in diesem Bereich bestehen wird. Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel erläuterte hier seinen Vorstoß, die starre Fachkraftquote im Pflegebereich zu überdenken. „Gerade Wiedereinsteiger, für die eine Ausbildung in Teilzeit machbar ist, könnten hier Chancen nutzen“, so Dünkel. Zu diesem Thema stehen jedoch noch Diskussionen mit den Verbänden aus.

Die zweite Station bildete das neue Karl-Heller-Stift in Röthenbach, das als neues Angebot eine „Pflege-Oase“ für schwer demente Bewohner anbietet. Stolz stellte Ursula Esslinger, die Heimleitung, das Konzept vor. Hier können bis zu acht schwer pflegebedürftige Menschen untergebracht werden. „Die Stadtmission hat sich besonderes Fachwissen im Bereich Demenz angeeignet und genießt hier einen guten Ruf“, so KPV-Kreisvorsitzende Cornelia Trinkl.

Mit Herz und Verstand

Wie in den ersten beiden Einrichtungen wurde auch in der dritten Station, dem neuen Seniorenzentrum Altdorf „Haus am Pfaffental“ über die Wertschätzung der Arbeit von Pflegekräften diskutiert. Heimleitung Christa Wild, die mit weiteren Kollegen des Trägers der Diakonie Neuendettelsau anwesend war, erläuterte die Anforderungen an eine Pflegekraft, die neben Fachwissen auch „Herz und Verstand“ mitbringen müsse. Ein wichtiger Punkt sei hier neben der tariflichen Bezahlung auch eine Wertschätzung durch die Gesellschaft. Im neuen Haus am Pfaffental, das Ende September offiziell eröffnet wird, sind derzeit zwei von drei Stockwerken belegt. „Hätte ich mehr Personal, könnten wir den dritten Stock sofort belegen“, so Wild.

Bezirkstagspräsident Richard Bartsch machte deutlich, dass in der CSU sowohl auf kommunaler Ebene als auch in Land und Bund viele Initiativen eingebracht wurden wie z. B. das bayerische Landespflegegeld von 1.000 Euro pro Jahr. Wichtig seien für ihn auch eine bessere Wertschätzung von Pflegekräften und eine einheitliche Tarifbindung. MdL Norbert Dünkel ergänzte, dass auch pflegende Angehörige stärker entlastet werden müssen, z. B. durch eine Aufstockung von Kurzzeitpflegeplätzen.

Digitalisierung hält Einzug

Die Digitalisierung hält auch in der Pflege Einzug. Auf Nachfrage von KPV-Kreisvorsitzender Cornelia Trinkl wurde deutlich, dass hier in den verschiedenen Einrichtungen derzeit viel im Umbruch sei. Neue technische und digitale Lösungen sollten die Menschen im Alltag entlasten, z.B. bei der Dokumentation, und bei der Pflege unterstützen. „Bei unserer Pflegetour wurde in allen Einrichtungen deutlich: im Mittelpunkt muss immer der Pflegebedürftige stehen, nicht die Bürokratie“, so Trinkl abschließend.

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