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(GZ-7-2019)
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► 1000 Schulen für unsere Welt:

 

Landrat Karmasin startet Spendeninitiative unter dem Dach der Gemeinschaftsinitiative

 

Ein Schulbauprojekt in Afrika kostet circa 50.000 Euro – in etwa soviel wie sich zum Beispiel für einen gebrauchten Porsche erlösen lässt. Mit einem sehr persönlichen Bericht erläuterte der Landrat des Landkreises Donau-Ries, Stefan Rößle, auf Einladung von Landrat Thomas Karmasin zusammen mit Kreisrätin Margret Kopp die Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“.

Haben ein ehrgeiziges Ziel im Blick: der Initiator der „1000 Schulen für unsere Welt“-Gemeinschaftsaktion, Landrat Stefan Rößle aus dem Landkreis Donau-Ries, Margret Kopp von der Aktion PiT – Togohilfe e.V. und Landrat Thomas Karmasin Bild: Landratsamt Fürstenfeldbruck
Haben ein ehrgeiziges Ziel im Blick: der Initiator der „1000 Schulen für unsere Welt“-Gemeinschaftsaktion, Landrat Stefan Rößle aus dem Landkreis Donau-Ries, Margret Kopp von der Aktion PiT – Togohilfe e.V. und Landrat Thomas Karmasin Bild: Landratsamt Fürstenfeldbruck

Rößle erzählte, wie er dazu kam, die Initiativen von Dr. Gerd Müller zu unterstützen. Der deutsche Entwicklungshilfeminister aus Schwaben hatte in flammenden Reden bei den kommunalen Spitzenverbänden dafür geworben, die Menschen dabei zu unterstützen, dass in ihren jeweiligen Heimatregionen Bleibeperspektiven entstehen. Denn tatsächlich gibt es viele Gründe, warum viele ihre Heimat, ihre Familien und Freunde, ihre Kultur, ihre Sprache hinter sich lassen um woanders ihr Glück zu suchen – oder wenigstens zu überleben.

Eine Idee wird geboren

„Zehn Schulen für Afrika, das schaffen wir bis zum Jahr 2020“, war Rössles Plan im Sommer 2017. Alles sollte finanziert werden aus privaten Spenden. Öffentliche Gelder sollten nicht verwendet werden. Schon nach zehn Monaten konnte Rößle bei der Firma Taglieber in Öttingen Schule Nr. 16 verkünden. Inhaber, Mitarbeiter und Geschäftspartner der Holzbaufirma legten dafür zusammen.

Inzwischen kann der Landrat längst auf mehr als 30 Schulen blicken, die in seinem Umfeld entstanden. Eine Schule in Malawi hat Rößle gemeinsam mit seiner Familie privat selbst finanziert. Dafür opferte er sein persönliches Spaßauto. Eine andere spendete ein ehemaliger Bürgermeisterkollege, der ungenannt bleiben möchte; hinter so mancher stehen Unternehmen, Vereine, Verbände, gemeinsame Bürgeraktionen oder auch Privatpersonen, die in ihrem Umfeld persönlich sammeln. Häufig wird das Engagement unterstützt durch die Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help.

Die drei kommunalen Spitzenverbände – Städte-, Gemeinde- und Landkreistag – haben im November 2018 das Startsignal für die deutschlandweite Gemeinschaftsinitiative „1000 Schulen für unsere Welt“ gesetzt. Schirmherr ist Minister Dr. Gerd Müller.

Landkreis Fürstenfeldbruck macht mit

Jetzt ist auch der Landkreis Fürstenfeldbruck mit im Boot. Landrat Thomas Karmasin zeigte sich von der Konzeption und dem Erfolg der Initiative begeistert und will mitmachen: „Ich möchte dieses Projekt unterstützen. Als Ziel schlage ich vor, dass mit Hilfe von Spenden aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck innerhalb eines Jahres zehn Schulbauten finanziert werden können“, hofft Karmasin.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck hat der Maisacher Verein Aktion PiT – Togohilfe e.V. eine auf langjährige Erfahrung gegründete ausgezeichnete Expertise, die er gerne für die Initiative zur Verfügung stellt. Margret Kopp, Vorsitzende des Vereins und Kreisrätin, hat sogar schon die Dörfer im Blick, die sehnsüchtig auf eine neue Schule warten – oder wenigstens überhaupt auf ein Gebäude, das man als Schule bezeichnen kann.

Togohilfe kooperiert mit Stiftung Fly & Help

Die Togohilfe wird die Organisation und das Spendensammeln zusammen mit dem Landrat unter dem Dach der Gemeinschaftsinitiative und in Kooperation mit der Stiftung Fly & Help übernehmen. Margret Kopp zeigte Bilder von Strohhütten, in denen Unterricht abgehalten wird. Sie betonte: „Wir befragten die Menschen in Togo, was ihre eigenen Prioritäten sind. Alle waren sich darüber einig: Das Wichtigste für sie ist der Zugang zur medizinischen Versorgung. Gleich danach nennen sie den Zugang zur Bildung. Sie wissen, dass Bildung über die Zukunft entscheidet. Mich hat das sehr berührt, denn viele Erwachsene sind selbst noch Analphabeten. Dennoch ist für sie entscheidend, dass ihre Kinder zur Schule gehen können.“

Allen Schulbauprojekten, die Margret Kopp vorschlägt, ist gemeinsam, dass die einheimische Bevölkerung engagiert ist und bereit, ihren Beitrag zu leisten. Lehrer müssen vorhanden sein und das Dorf muss sich verpflichten, für den Unterhalt der Schule zu sorgen. Der erste Schritt ist bereits gemacht – nun gilt es, mit Hilfe der Spenden von Unternehmen und Bürgern die Pläne in die Tat umzusetzen. Der Landkreis Fürstenfeldbruck soll so seinen Beitrag zur Stärkung der Bildung leisten. Nur durch Bildung lassen sich die eigenen Entwicklungskräfte der Menschen in den Ländern des Globalen Südens fördern.

www.1000schulenfuerunserewelt.dewelt.de

 

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