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(GZ-5-2019)
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► Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher:

 

„Wir machen Betroffene zu Beteiligten“

 

Lange bevor das Thema „Integration“ in aller Munde war, hat man sich in Freilassing darüber Gedanken gemacht, wie das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in der Stadt gestärkt werden kann und wie Menschen mit Migrationshintergrund in die Gemeinschaft integriert werden können.

Mit seinem Projekt „Migranten-Fußball-Team“ führt der „Turn- und Sportverein 1896 Freilassing e.V.“ Integrationsarbeit auf spielerische Art in der Freizeit durch. Der Verein wurde dafür jetzt mit dem Oberbayerischen Integrationspreis 2018 ausgezeichnet. Unser Bild  zeigt die Preisträger u.a. mit Innenminister Joachim Herrmann (5.v.r.) und Freilassings Bürgermeister  Josef Flatscher (2.v.r.).
Mit seinem Projekt „Migranten-Fußball-Team“ führt der „Turn- und Sportverein 1896 Freilassing e.V.“ Integrationsarbeit auf spielerische Art in der Freizeit durch. Der Verein wurde dafür jetzt mit dem Oberbayerischen Integrationspreis 2018 ausgezeichnet. Unser Bild  zeigt die Preisträger u.a. mit Innenminister Joachim Herrmann (5.v.r.) und Freilassings Bürgermeister  Josef Flatscher (2.v.r.).

„Für mich galt schon immer das Motto, Betroffene zu Beteiligten machen“, so Bürgermeister Josef Flatscher, der sein Amt im Jahr 1999 antrat. Freilassing hatte speziell in einem Stadtteil, in dem auch viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, Probleme verschiedenster Art. Arbeitslosigkeit, Unverständnis der Volksgruppen untereinander, Vandalismus, Kleinkriminalität und vor allem die fehlende Integration sind die Probleme, die auch andere Städte kennen. „Eine meiner ersten Aufgaben war es, einen Sicherheitsbeirat ins Leben zu rufen, in dem Bürgerinnen und Bürger aus allen Bereichen unserer Gesellschaft vertreten sind.“

Der Sicherheitsbeirat hat die Aufgabe, den Stadtrat und die Verwaltung in Sachen Sicherheit und öffentliche Ordnung zu beraten, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und vor allem vorbeugende Maßnahmen vorzuschlagen. Ein Vorschlag zur Integration ausländischer Mitbürger war, ein „Kulinarisches Nationenfest“ zu veranstalten, in dem sich verschiedenste Nationen präsentieren können.

Das Kulinarische Nationenfest wurde dann auf Initiative des Sicherheitsbeirats und des Wirtschaftsverbands der Stadt ins Leben gerufen. Inzwischen hat sich ein Team von Frauen aus verschiedensten Nationen gebildet, die sich selbst organisieren und das Fest eigenständig veranstalten. Waren es anfänglich nur einige wenige Nationen, so sind inzwischen 15 Nationen aus der ganzen Welt dabei und verwöhnen seit 12 Jahren beim alljährlich stattfindenden Fest die Besucher mit Spezialitäten aus ihrer Heimat. Sie erhielten für ihre Aktivitäten bereits den Integrationspreis der Regierung von Oberbayern.

Die Gruppe des „Nationen-Teams“ trifft sich auch privat und zu anderen Veranstaltungen. So initiierte die Gruppe zum Beispiel die „Grenzenlosen Spiele“ in Freilassing“, bei denen die einzelnen Stadtteile sich spielerisch im Wettstreit messen. Auch hier sind die ausländischen Mitbürger mit dabei! Die „Grenzenlosen Spiele“ wurden ebenfalls mit dem Integrationspreis der Regierung von Oberbayern ausgezeichnet.

Migranten-Fußball-Team

Aber auch weitere Gruppierungen oder Vereine engagieren sich für die Integration ausländischer Mitbürger, wie zum Beispiel der „Turn- und Sportverein 1896 Freilassing e.V.“. Sein Projekt „Migranten-Fußball-Team“ führt Integrationsarbeit auf spielerische Art in der Freizeit durch. Der Verein wurde dafür jetzt mit dem Oberbayerischen Integrationspreis 2018 ausgezeichnet.

„Sie zeigen mit Ihren herausragenden Initiativen eindrucksvoll, wie Integration vor Ort gelingen kann. Mit Ihrem Engagement sind Sie anderen ein leuchtendes Vorbild“, gratulierten Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann, die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gudrun Brendel-Fischer, und Regierungspräsidentin Maria Els den Preisträgern. 

In dem ehemals sehr problematischen Stadtteil hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten viel getan: Es wurde dort ein Quartiersbüro installiert – das KONTAKT. Es ist ein Bürgerzentrum und Mehrgenerationenhaus für alle Bürgerinnen und Bürger. Das Ziel war und ist es, die Wohn- und Lebenssituation im Stadtteil gemeinsam mit den Anwohnern zu verbessern, das Engagement und die Initiative der Menschen zu fördern, Begegnungsmöglichkeiten zu bieten und Ratsuchende zu unterstützen.

Ebenfalls wurde ein großer Spielplatz mit Veranstaltungsmöglichkeiten und Aktivspieletreff in diesem Viertel geschaffen. Der große Pluspunkt dabei ist, dass sich die Anwohner und Anwohnerinnen, also vor allem auch diejenigen mit Migrationshintergrund, dort selbst einbringen. So ist der Platz „ihr“ Spielplatz und Treff und es findet kaum noch Vandalismus statt. Insgesamt hat sich die Situation im Stadtteil deutlich verbessert; viele der früheren Probleme konnten gelöst werden.

Das KONTAKT wird von der Stadt koordiniert, aber es lebt von den vielen Freiwilligen und denjenigen, die sich dort engagieren.

Weitere Informationen unter www.kontakt.freilassing.de.

So gelingt Integration!

 

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