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(GZ-3-2019)
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► Sozialministerin Schreyer:

 

Altersgerechte Initiativen

 

Nach dem erfolgreichen Start des Modellprogramms „Schulungsangebote für ältere Menschen im Umgang mit digitalen Medien“ gehen die seniorengerechten Bildungsangebote 2019 in die nächste Runde. Wie Sozialministerin Kerstin Schreyer in München erläuterte, sollen gerade ältere Menschen, für die der Umgang mit Online-Anwendungen noch keine Selbstverständlichkeit ist, besonders unterstützt und ihnen so Selbstvertrauen für einen sicheren Umgang mit dem Internet gegeben werden. „Online“ zu sein biete schließlich bis ins hohe Alter viele Vorteile und echte Lebensqualität.

Etwa die Hälfte der 90 Mehrgenerationenhäuser in Bayern werden sich 2019 am Modellprogramm beteiligen, mit dem ältere Menschen umfassend bei der Nutzung digitaler Produkte und Dienstleistungen beraten und unterstützt werden sollen. Gefördert werden haupt- und ehrenamtlich geleitete Bildungsangebote zu verschiedenen digitalen Themen.

Neben speziellen Fachkursen – etwa zur Benutzung von Messenger-Diensten oder dem Einkauf in Onlineshops – werden auch niedrigschwellige, offene Anlaufstellen, sog. Mediensprechstunden für die Senioren aufgebaut. Pro Mehrgenerationenhaus können für die neuen Bildungsangebote für ältere Menschen jährlich bis zu 5.000 Euro beantragt werden.

Wie sieht eine altersgerechte Wohnung aus? Und welche technische Unterstützung können ältere Menschen nutzen? Künftig wird dies in sieben Musterwohnungen in Bayern erlebbar. „Wir zeigen, wie altersgerechtes Wohnen aussehen kann – praktisch und für jeden zugänglich.

Altersgerechte Musterwohnungen

Dazu entstehen in ganz Bayern Musterwohnungen, so auch in Estenfeld bei Würzburg im Regierungsbezirk Unterfranken. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger, Handwerker und andere Interessierte informieren. Denn die Mehrheit der älteren Menschen will so lange es geht in der eigenen Wohnung bleiben. An vielen praktischen Beispielen zum Ausprobieren und Anfassen zeigen die Wohnungen, wie das gut gelingen kann“, betonte Sozialministerin Schreyer.

Insgesamt werden sieben neue Musterwohnungen zum Thema altersgerechtes Wohnen in ganz Bayern errichtet. Eine Musterwohnung in Tirschenreuth in der Oberpfalz ist bereits in Betrieb. Mit jeweils bis zu 100.000 Euro werden die neuen Musterwohnungen mit ihren Schauräumen gefördert. Träger in Unterfranken ist das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg.

Interessierten sollen vor Ort Einblicke in die unterschiedlichen Möglichkeiten der altersgerechten Wohnungsanpassung gegeben werden. Besondere Beachtung werden dabei technische Assistenzsysteme, sog. Ambient Assisted Living-Lösungen (kurz: AAL) erfahren. Dazu gehören beispielsweise steuerbare Lichtsysteme, technikgestützte Sturzmelder oder automatische Herdabschaltungen. „Technische Hilfsmittel sollen menschliche Zuwendung nicht ersetzen. Sie können aber eine ideale Ergänzung sein, wenn es darum geht, die Selbstständigkeit im Alltag zu erhöhen“, erläuterte die Ministerin.

Coaching von Familien

Stichwort Langzeitarbeitslosigkeit: Ist ein Familienteil lange Zeit arbeitslos, sind davon alle Angehörigen betroffen: der Partner ebenso wie die Kinder. Bayern nimmt deshalb mit dem Programm CURA (Coaching von Familien zur Bekämpfung urbaner Arbeitslosigkeit) nicht nur die Arbeitsmarktchancen von Langzeitarbeitslosen in den Blick, sondern stellt in ausgewählten Regionen auch der ganzen Familie zusätzliche sozialpädagogische Begleitung an die Seite.

Kerstin Schreyer zufolge fehlt es gerade Kindern oft an Orientierung, wenn ihre Eltern von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Mit zusätzlichen sozialpädagogischen Fachkräften in den Jugendämtern und der engen Kooperation mit den Jobcentern wird die gesamte Familie intensiv begleitet. „So stellen wir die Weichen, dass der Bezug von Sozialleistungen nicht von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.“

CURA ist im Jahr 2018 bereits in den Städten Straubing, Hof, Amberg, Schweinfurt, Aschaffenburg und Nürnberg sowie den Landkreisen Augsburg und Amberg-Sulzbach erfolgreich gestartet. „2019 wollen wir CURA auf 20 Standorte ausbauen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen“, hob die Ministerin hervor.

Mit Mother Schools die Mütter sensibilisieren

Um weitere Standorte in Nürnberg und Augsburg erweitert der Freistaat Bayern heuer die MotherSchools. Dort werden Mütter für die Gefahren radikaler Ideologien sensibilisiert. Laut Schreyer sollen Mütter sensibilisiert und im Umgang mit ihren heranwachsenden Jugendlichen gestärkt werden. Denn starke und selbstbewusste Mütter seien unverzichtbare Partnerinnen, um extremistische Einflüsse abzuwehren.

Das Projekt basiert auf dem weltweit erfolgreichen Konzept der MotherSchools von Frauen ohne Grenzen, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation (NGO) aus Wien. Bisher gibt es die MotherSchools bereits in den vier unterfränkischen Standorten Schweinfurt, Erlenbach am Main, Würzburg und Aschaffenburg. Im Jahr 2019 stellt das Bayerische Sozialministerium hierfür Mittel in Höhe von 230.000 Euro bereit.

DK

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