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(GZ-24-2018)
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► Digital-Gipfel 2018 in Nürnberg:

 

Künstliche Intelligenz im Fokus

 

„Künstliche Intelligenz – ein Schlüssel für Wachstum und Wohlstand“ lautete das Mott  des Digital-Gipfels 2018 in Nürnberg. Mitglieder des Gipfel-Netzwerks diskutierten vor rund 1.100 hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft  und Gesellschaft  die Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung, wichtige Anwendungsbereiche für KI in Produktion, Mobilität und Medizin, Fragen der Datenethik und darüber, wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas in der Digitalisierung sichergestellt werden kann.

Wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in seiner Begrüßung feststellte, „können wir mit der Querschnittstechnologie KI unser Leben massiv verbessern, sei es bei der Früherkennung von Krankheiten, der Unterstützung bei der Pflege oder beim autonomen Fahren. Mit ‚KI made in Germany‘ achten wir darauf, dass nicht die Maschinen, sondern die Menschen die Richtung vorgeben und schaffen neue Arbeitsplätze und Wohlstand.“

Durch KI sind Altmaier zufolge allein im produzierenden Gewerbe rund 32 Milliarden Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in den nächsten fünf Jahren möglich. Insgesamt sind seit 2010 fast 250.000 neue Arbeitsplätze in der IKT-Branche entstanden. Der Wettbewerb um Köpfe, Kapital und Daten sei in vollem Gang.

Führender KI-Standort

„Deshalb wollen wir Deutschland zu einem führenden Standort bei KI machen und stellen auch mit unserer KI-Strategie bis 2025 rund drei Milliarden Euro zur Verfügung, um die Entwicklung anzuschieben. Mit unseren deutschlandweiten Mittelstandskompetenzzentren beraten wir rund 1.000 Unternehmen pro Jahr künftig stärker auch dazu, wie KI konkret eingesetzt werden kann. Mit einer KI-Landkarte mit Best-Practices-Beispielen zeigen wir, wie es geht“, erläuterte der Minister.

Er wies darauf hin, „dass wir im engen Schulterschluss mit Europa unsere Anstrengungen künftig stärker bündeln und gemeinsame Infrastrukturen zur Datenverarbeitung und Datenanalyse schaffen werden. Wir brauchen neben moderner digitaler Infrastruktur auch einen strategischen Industrieakteur, quasi einen Airbus für KI. Mit dem Digital-Gipfel fordern wir die Wirtschaft auf, die Zukunftstechnologie KI in Geschäftsprozesse zu integrieren und wir laden die Gesellschaft ein, offen zu sein und sich KI zu Nutze zu machen.“ Altmaier versprach, „KI made in Germany“ zu einem innovativen und vertrauenswürdigen Qualitätssiegel zu machen.

KI-Landkarte

Unter der KI-Landkarte, die im Rahmen des Digital-Gipfels online ging (www.ki-landkarte.de), präsentieren sich nunmehr über 330 KI-Anwendungsbeispiele, die in Deutschland heute und in naher Zukunft zum Einsatz kommen – über sämtliche Branchen, Einsatzfelder und Unternehmensgrößen hinweg. Zudem übergab Altmaier ein Memorandum of Understandig, unterzeichnet von privaten Wirtschafts- und angewandten Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Frankreich, Finnland, Dänemark und Norwegen. Diese Initiative bekräftigt europäische Werte und zielt auf eine vertiefte europäische Kooperation sowie den Transfer von Forschung in Anwendung und Wirtschaft ab.

„Wir wollen, dass Deutschland Spitze ist bei der Erforschung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz“, unterstrich Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder. „Damit alle profitieren, wollen wir in Bayern Künstliche Intelligenz in den Dienst der Menschen stellen – in der Medizin, in der Mobilität, zum Schutz unserer Lebensgrundlagen.

Schlüsseltechnologie

Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie, mit der in Zukunft beispielsweise Hautkrebs besser erkannt oder Verkehrsströme optimal gelenkt werden können. Künstliche Intelligenz kann uns als Gesellschaft völlig neue Möglichkeiten eröffnen, um z.B. Krankheiten zu heilen oder die Belastung der Umwelt zu verringern. Um diese Chancen zu nutzen, investiert Bayern als erstes Land rund 300 Millionen Euro in das Bayerische Kompetenznetzwerk Künstliche Maschinelle Intelligenz. Von München bis Würzburg schaffen wir ein landesweites Netzwerk für Spitzenforschung, neue Anwendungen und Fachkräfte, die KI in den verschiedensten Bereichen nutzbar machen.“

Angesichts großer Investitionen in den USA und China in Künstliche Intelligenz sprach Söder von einer großen Herausforderung, die schnell und entschlossen angepackt werden müsse. Er begrüßte Ankündigungen der Bundesregierung und der Europäischen Union, in den kommenden Jahren Milliarden für KI zur Verfügung zu stellen. Söder: „Wir in Bayern gestalten die Digitalisierung.

Als erstes Land haben wir ein eigenes Digitalministerium. Mit dem Kompetenznetzwerk KI, dem Höchstleistungsrechner Super- MUC NG und dem Big Data- Kompetenzzentrum in Garching bauen wir ein Fundament für den Wohlstand Bayerns im Digitalzeitalter. Bayern ist Digital-Vorreiter und bekennt sich zu einer aktiven, digitalen Industriepolitik.“

Beim Digital-Gipfel 2018 veranschaulichten die Exponate Digitale Zwillinge - Personalisierte Behandlungen in der Medizin, E-Mobilität in der Luftfahrt – Smarter fliegen mit neuer Technologie und Smart Living – Mehr Sicherheit, Komfort und Assistenz im Alltag, wie Künstliche Intelligenz ganz praktisch unseren Alltag bereichern kann. Bereits am Vortag der Veranstaltung hatten Gipfel-Plattformen in elf Veranstaltungen Chancen und Wege für KI in Deutschland aufgezeigt und ihre Arbeitsergebnisse präsentiert. Darunter waren z. B. eine digitale Landkarte mit Anwendungsbeispielen von KI und Handlungsempfehlungen zur Sicherung digitaler Souveränität mit besonderem Blick auf KI. Die Themen reichten von KI in der vernetzten Wohn- und Lebenswelt, über KI und Cyber-Security bis hin zur Zukunft von KI in Afrika. Exponate der Gipfel-Plattformen veranschaulichten  den Nutzen von KI-Anwendungen in der Wohn- und Lebensumgebung, der Medizin und der Mobilität. Bei 40 Infoständen gab es „KI zum Anfassen“.

Konsequente Nutzerorientierung 

Auf konsequenter Nutzerorientierung lag das Augenmerk der Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“. Die Plattform bearbeitet wechselnde Schwerpunktthemen in zeitlich befristeten Arbeitspaketen. Aktueller Schwerpunkt für den Gipfelprozess 2018 sind Verwaltungsplattformen, die, wenn Bürger und Unternehmen zustimmen, Datendrehscheibe und Grundlage für übergreifende Automatisierung auch verwaltungsfremder Leistungen sein können („Once-Only 2.0“).

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte, bei der Digitalisierung die Soziale Marktwirtschaft nicht aus den Augen zu verlieren. „Wohlstand für alle“ sollte aus ihrer Sicht auch die Zukunftsmelodie im Zeitalter der Digitalisierung sein.

DK

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