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(GZ-14-2017)
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 Bilanzpressekonferenzen von Messe München und NürnbergMesse:
 
Historische Meilensteine
 

Bilanzen der Superlative legten die Messe München und die NürnbergMesse bei ihren Pressekonferenzen vor. Während erstere das Jahr 2016 mit dem besten Ergebnis in der Unternehmensgeschichte abschloss und neue Bestmarken setzte, verzeichnete letztere historische Rekorde bei Finanz- und Messekennzahlen.

Die Messe München ist weiter auf Erfolgskurs. Der Umsatz lag mit 428 Millionen Euro sogar 75 Millionen Euro über dem letzten Rekord 2013. Damit wurde erstmals die 400-Millionen-Marke überschritten. Auch der EBITDA ist mit 114 Millionen Euro so hoch wie noch nie. Im bundesweiten Vergleich hat die Messe München bei Ausstellern, Besuchern und Fläche wieder überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Im Auslandsgeschäft gab es viele zweistellige Zuwachsraten. Wie Messechef Klaus Dittrich betonte, „werden wir unsere zielgerichtete Wachstumsstrategie konsequent fortsetzen“.

Investitionen aus eigener Kraft

Der Jahresüberschuss beträgt fast 70 Millionen Euro und liegt damit rund 33 Millionen Euro über dem vorigen Rekordwert aus dem Jahre 2013. Diese Summe wird an die beiden Hauptgesellschafter Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München überwiesen: Als Zinsen für deren Darlehen zum Bau des neuen Messegeländes. „Die Messe München hat finanziell ein stabiles Fundament“, ergänzte Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzende der Geschäftsführung: „Das zeigt sich auch bei unseren Investitionen, die wir ganz aus eigener Kraft und ohne Zuschüsse finanzieren.“

Mehr Besucher und mehrAussteller

Der Hintergrund für den Rekordumsatz ist das weltweite Zusammenfallen von großen internationalen Leitmessen: So gab es vier Baumaschinenmessen, vier Umwelttechnologiemessen aus dem IFAT-Cluster und vier Elektronikmessen. Damit schneidet die Messe München im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut ab: Mit 5 Prozent mehr Besuchern (bundesweit -0,2 Prozent), 1,8 Prozent mehr Ausstellern (+ 1,5 Prozent), von denen 5,7 Prozent mehr aus dem Ausland kamen (+3,9 Prozent) und 1,3 Prozent mehr vermietete Fläche (+1 Prozent).

In diesem außergewöhnlichen Erfolgsjahr spielt auch das Auslandsgeschäft eine wichtige Rolle. Hier gab es viele zweistellige Zuwachsraten, denn bei den wichtigen Boom-Themen ist die Messe München im Ausland präsent: Zum Beispiel wurden auf den IFAT-Messen in China und Indien Antworten auf drängende Fragen der Luftreinhaltung, Wasser- und Abfallentsorgung gegeben. Und auch bei den Themen Stadtentwicklung und Architektur ist die Messe München in China aktiv, dem aktuell größten Baumarkt der Welt. Mit dem Mehrheitserwerb der Fenestration China ist der Messe München mit ihrer Weltleitmesse BAU der Eintritt in diesen Markt gelungen.

Zwei neue Hallen

2017 ist turnusbedingt ein normales Messejahr. Es hat aber gleich wieder mit neuen Bestmarken und weiter steigenden Kundenzahlen aus dem Ausland begonnen: Zum Beispiel bei der BAU, der ISPO, der f.re.e oder der transport logistic. Im Herbst steht die international bedeutsame Immobilienmesse Expo Real an.

Ein Großprojekt ist der Bau der beiden neuen Hallen mit zusammen 20.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und des Conference Center Nord. Am 20. Juni war Richtfest. Mit den beiden Neubauten wird das Ausstellungsgelände der Messe München nach den ursprünglichen Plänen fertig gestellt. Dann verfügt sie über 18 Hallen mit zusammen 200.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche plus dem künftigen Conference Center Nord. Dazu kommen rund 400.000 Quadratmeter Freigelände. Nach zwei Jahren Bauzeit werden die beiden Hallen zur IFAT 2018 fertig. Die Flächen werden heute schon vermarktet. Klaus Dittrich: „Damit können wir unsere weltweit starke Stellung weiter ausbauen. Das sichert unsere Zukunft.“

Rekordumsätze in Nürnberg

Die NürnbergMesse wiederum hat nach Angaben von Dr. Roland Fleck und Peter Ottmann, den CEOs der NürnbergMesse Group, im Rahmen von exakt 172 Veranstaltungen zwischen Januar und Dezember 2016 einen Rekordumsatz in Höhe von 288 Millionen Euro erzielt. Das sind 52 Millionen Euro oder 22 Prozent mehr als der bisherige Umsatzrekord aus dem Jahr 2012.

Zudem hat die Anzahl der Aussteller erstmals die magische Schwelle von 30.000 klar überschritten – final waren es 32.317 Aussteller.

Am Messeplatz Deutschland liegt die NürnbergMesse in der Rubrik „internationale und nationale Fachmessen“ damit erstmals auf Rang 3. Seit Gründung der NürnbergMesse im Jahr 1974 ist 2016 somit das mit Abstand erfolgreichste Geschäftsjahr.

Internationale Veranstaltungen

43 Prozent der Aussteller in der NürnbergMesse Group und 19 Prozent der Besucher in der NürnbergMesse Group kamen aus dem Ausland. Der Gewinn lag im Konzern bei über 15 Millionen Euro – ebenfalls mit Abstand rekordverdächtig. Gegen- über 2012 liegt die Steigerung hier bei über 50 Prozent. „Nie waren unsere Veranstaltungen internationaler. Dies unterstreicht die Attraktivität der Messekonzepte am Standort Nürnberg und weltweit. Damit dies so bleibt, werden wir auch in Zeiten, in denen wir Rekorde vermelden, weiter massiv in die Zukunft investieren“, betonte Roland Fleck.

Nach Ottmanns Ausführungen „haben wir mit Blick auf die Veranstaltungs- und Finanzkennzahlen historische Schwellen überschritten und neue Meilensteine aufgestellt, die die dynamische Geschäftsentwicklung der NürnbergMesse insgesamt unterstreichen und gleichzeitig auch deutlich gemacht: Wir wachsen wieder einmal erheblich schneller als die Branche.“

Der deutsche Messemarkt entwickle sich ebenfalls positiv – aber eben in 2016 mit 1,5 Prozent mehr Ausstellern, minus 0,2 Prozent bei den Besuchern und 1 Prozent mehr Standfläche deutlich bescheidener als die NürnbergMesse.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Für beide NürnbergMesseCEOs steht mit Blick auf das Veranstaltungsjahr 2017 fest: Das nur alle zwölf Jahre auftretende Turnus-Phänomen, dass Großmessen wie beispielsweise BrauBeviale oder FachPack innerhalb eines Jahres gleichzeitig aussetzen, stellt eine wirtschaftlichen Herausforderung dar, die man im Ergebnis aber gut bewältigen werde. Unabhängig davon entwickelten sich die etablierten Veranstaltungen des Portfolios weiter sehr positiv.

Mit Blick auf 2018 gebe es bereits klare Anzeichen vonseiten des Marktes, dass sich der positive Trend mit Elan fortsetzt, stellte Peter Ottmann fest. Ebenfalls im Zeit- und Kostenplan befindet sich laut Roland Fleck der Bau der neuen Halle 3C: „Mit deren Eröffnung im kommenden Jahr werden wir die Attraktivität des Messezentrums Nürnberg noch einmal erhöhen. Der Mix aus bedarfsorientierter Funktionalität, ansprechendem Design und höchsten Energiestandards ist zudem elementarer Imagefaktor für die NürnbergMesse.“ 

DK

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