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(GZ-11-2017)
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► BayWa Energie Dienstleistungs GmbH:
 
Holz-Hackschnitzel nach ENplus zertifiziert 
 

Viele Städte und Gemeinden haben in der Vergangenheit in Hackschnitzel-Heizzentralen investiert, um ihrer Vorbildfunktion auch hinsichtlich der Wärmewende gerecht zu werden. Sie erwarten zu Recht, dass ihre Holz-Hackschnitzelheizungen effektiv, sauber und mit minimalen Emissionen betrieben werden. Auch die Verlässlichkeit der Feuerungen ist ein Thema. Wenn das Rathaus oder die Schule morgens kalt sind, weil die Heizung über Nacht ausgefallen ist, ist dies sehr ärgerlich. Insbesondere bei mit feuchten Hackschnitzeln betriebenen Anlagen gibt es vielerorts deutliche Probleme.

Heute am Markt verfügbare Hackschnitzelsortimente unterscheiden sich ganz erheblich hinsichtlich der Brennstoffparameter und daraus resultierend in ihrer Qualität. Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) ein Zertifikat für qualitätsgesicherte Hackschnitzel entwickelt, das klare Anforderungen an die Gleichmäßigkeit (Partikelgröße), den Feinanteil (Staub, Sand etc.) sowie den Wasser- und Aschegehalt stellt. Erst wenn eine gute Kesseltechnik durch einen hochwertigen Brennstoff ergänzt wird, sind die Voraussetzungen für einen komfortablen Heizbetrieb geschaffen.

Das Ziel des Zertifizierungsprogramms ENplus-Hackschnitzel ist die Bereitstellung eines standardisierten, qualitätsgesicherten Energieträgers für Feuerungen im kleinen und mittleren Leistungsbereich. Typische Abnehmer hierfür sind kommunale Betreiber von Hackgutheizungen, die auf eine kontinuierliche Versorgung mit gleichbleibender Qualität angewiesen sind. Diese Anforderungen müssen zertifizierte Anbieter nachweisen.

Die Einhaltung der Vorgaben wird regelmäßig durch unabhängige Auditoren und Prüflabore überwacht und die Kombination verschiedener Inspektionsmethoden ermöglicht praktikable und glaubwürdige Lösungen. Die wichtigsten Hersteller von Heizkesseln befürworten für ihre Hackschnitzelkessel einen Betrieb mit ENplus-Ware.

Markteinführung im vergangenen Jahr

 Die Markteinführung erfolgte im Herbst 2016 und in Bayern war das Interesse der Anbieter, sich nach ENplus auszeichnen zu lassen, von Beginn an groß. Bereits fünf Unternehmen sind erfolgreich nach ENplus zertifiziert, darunter die BayWa Energie Dienstleistungs GmbH (BayWa EDL), die eine Reihe kommunaler Heizzentralen mit aufbereiteten Holzhackschnitzeln versorgt.

Nach dem hohen Standard der ENplus A1 zertifiziert sind beispielsweise seit März 2017 die von der BayWa EDL in Taglaching bei Grafing erzeugten Holzhackschnitzel. Bei dem Qualitätsprodukt flokets® handelt es sich um Wald-Hackschnitzel, die mit der Abwärme einer Biogasanlage auf einen kontrollierten Wassergehalt von weniger als 15 Prozent in einem kontinuierlichen Prozess (Wälzbetttrockner) technisch getrocknet werden. Zudem werden neben der Trocknung bei zwei Siebvorgängen übergroße Holzstücke sowie Fein- und Nadelanteile von den Hackschnitzeln getrennt. Eine engmaschige Eigen- und Fremdüberwachung sichert die Einhaltung des Qualitätsstandards nach ENplus A1.

Qualitätsprodukt flokets®

Die Eigenschaften des Qualitätsprodukts flokets® sind für den Einsatz in Hackschnitzelkesseln bis 1.000 kW Leistung besonders geeignet. Der Heizwert ist bis zu 50 Prozent höher als gegenüber ungetrockneten Hackschnitzeln. Aufgrund des gleichbleibenden Wassergehalts der Hackschnitzel lässt sich der Heizkessel optimal auf das Produkt einstellen und führt so zu einem effizienten Kesselbetrieb. Durch den höheren Heizwert sinkt die Einkaufsmenge des nötigen Brennstoffs.

Störungen des Kessels aufgrund von Übergrößen in der Brennstoffzufuhr werden vermieden und führen zu einem stabilen Betrieb der Anlage. Der Ascheanteil liegt durch die Aussiebung des Feinanteils bei unter 1 Prozent, dadurch reduzieren sich die Entsorgungskosten.

Mit der Zertifizierung der Holzhackschnitzel flokets® nach ENplus A1 geht die BayWa EDL den Weg der Sicherstellung aller Qualitätseigenschaften von der Anlieferung zur Trocknungsanlage über die dortige Aufbereitung bis zum Einsatz im Heizkessel konsequent weiter.

Eigene ContractingHeizzentralen

Einen Teil der Produktion verheizt die BayWa EDL in eigenen Contracting-Heizzentralen zur Wärmelieferung an ihre Wärmekunden, der andere Teil geht an externe Kunden, die von der Produktqualität bereits überzeugt sind. Um neuen Kunden den Wechsel von den klassischen feuchten Wald-Hackschnitzeln zum aufbereiteten Qualitätsprodukt zu erleichtern, bietet die BayWa EDL zusätzlich auch den kompletten Heizhausbetrieb bis zur Abrechnung nach Wärmemenge an.

Als breit verfügbarer, wirtschaftlicher und CO2-neutraler Energieträger macht Holz aktuell rund zwei Drittel der erneuerbaren Energien am Wärmemarkt aus und bildet einen der wichtigsten Pfeiler der Energiewende. Besonders in Bayern ist die Holzenergie schon verbreitet und bietet in ganz Deutschland noch ein ganz großes natürliches Potential. Einen weiteren deutlichen Zubau wird sie aber auch hier nach Einschätzung von BayWa EDL-Vertriebsleiter Bertram Kölsch nur dann erfahren, wenn sie den gestiegenen Anforderungen an Effizienz, Emissionen und Komfort gerecht wird.

Besonders die erhöhten Ansprüche an die Luftreinhaltung stellten eine Herausforderung für automatisch beschickte Holzfeuerungen mit naturbelassenem Brennstoff dar. Eine qualitätsgesicherte Aufbereitung der HolzHackschnitzel, wie sie das Programm ENplus vorsieht, sei eine Voraussetzung für den sicheren und sauberen Betrieb, so Kölsch. Kommunen könnten sich viel Ärger ersparen, wenn sie ENplus A1 als Qualitätskriterium in ihre Ausschreibungen aufnehmen. Wenn sich dann noch ein erfahrener Betreiber um die Anlage kümmert, stehe einem zuverlässigen Betrieb der kommunalen Hackschnitzel-Heizung nichts mehr im Wege.

DK

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