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(GZ-5-2017)
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Kies für die Iller:
 
Start des Projekts ISOBEL
 
rprobung neuer Verfahren im Geschiebemanagement
Vorhaben ist Teil der Iller-Strategie 2020

Iller

Ministerialdirigent Rudolf Escheu, Bayerisches Wirtschaftsministerium, LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann, Umweltministerin Ulrike Scharf und BEW-Geschäftsführer Prof. Dr. Frank Pöhler (von links) starteten das Projekt ISOBEL an der Staustufe Legau. Bild: LEW / Heidi Sanz

Prominenter Besuch an der Iller. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf gab den Startschuss für ISOBEL – ein Pilotprojekt mit europaweitem Vorbildcharakter. Im Mittelpunkt des Projekts steht ein zielgerichtetes Geschiebemanagement, um geeignete Gewässerstrukturen und neue Lebensräume für Fische und Kleinlebewesen zu schaffen. Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) testet dazu gemeinsam mit der Universität Augsburg, dem Aueninstitut Neuburg und dem Fischereiverband Schwaben e.V. in den nächsten drei Jahren an mehreren Abschnitten verschiedene Verfahren, gezielt Kies in den Fluss einzubringen.

Das Projekt ISOBEL (Integrated SOlutions for BEd Load management) läuft bis Ende 2019 und wird von LIFE, einem Förderprogramm der EU für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik, gefördert. Es ist bayernweit das einzige Projekt im Bereich LIFE-Umwelt, das im Antragsjahr 2015 genehmigt wurde. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Die EU fördert alle Maßnahmen mit 60 Prozent.
Verbesserte Lebensqualität

Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte zum Projektstart: „Wir gehen mit dem LIFE-Projekt ISOBEL neue Wege bei der Renaturierung der Iller. Mit dem neuen Projekt wird die Lebensqualität an der Iller nachhaltig verbessert. Es zeigt auch: Eine klimafreundliche Energiegewinnung aus der Wasserkraft kann im Einklang mit der Ökologie unserer Flüsse erfolgen. Dafür arbeiten Staatsregierung und Wirtschaft Hand in Hand.“

Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Bayerischen Umweltministerium und BEW aus dem Jahr 2014 – der sog. Iller-Strategie 2020 – wurden an der Oberen Iller zwischen Altusried und Lautrach in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche ökologische Maßnahmen umgesetzt. So können Fische die Obere Iller zwischen Lautrach und Altusried wieder auf 30 Kilometer durchwandern. Dafür sind an den Staustufen naturnahe Umgehungsbäche entstanden. Sie ermöglichen den Fischen nicht nur das Wandern im Fluss, sondern stellen selbst wertvolle Lebensräume dar.

Um den Fischschutz weiter zu verbessern, wurden außerdem neue engmaschige Rechen an den Turbineneinlässen der Kraftwerke angebracht. Das Geschiebemanagement ist eine weitere Maßnahme der Iller-Strategie, die nun mit dem Projekt ISOBEL umgesetzt wird.

Erfolgskriterien

„ISOBEL ist ein weiteres wegweisendes Projekt, das zeigt, wie wir die nachhaltige Wasserkraft mit neuen Ideen und Konzepten voranbringen“, betont Norbert Schürmann, LEW-Vorstandsmitglied. „Der partnerschaftliche Ansatz und die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sind dabei entscheidende Erfolgskriterien. Das belegen die bisher realisierten erfolgreichen Maßnahmen an der Iller eindrucksvoll.“

Als Geschiebe werden Feststoffe, wie beispielsweise Steine, bezeichnet, die jeder Fluss mit sich führt. Ist der Geschiebetransport etwa durch Staustufen beeinträchtigt, verändern sich Gewässerstrukturen und damit die Lebensräume für Fische und Kleinlebewesen. Fische finden zum Beispiel weniger Möglichkeiten zum Laichen, was sich wiederum auf den Fischbestand auswirkt.

Unterschiedliche Verfahren

Das neue Projekt setzt genau hier an: Durch das gezielte Einbringen von Kies soll der Lebensraum im Fluss verbessert werden. An den vier Illerstaustufen Altusried, Fluhmühle, Legau und Maria Steinbach erproben die Projektpartner in der ersten Projektphase auf einer Länge von je 200 Meter dazu unterschiedliche Verfahren. So wird zum Beispiel Kies in Kombination mit Buhnen oder großflächig in der Flussmitte eingebracht.

Evaluierte Maßnahmen

An anderen geeigneten Stellen bauen die Projektpartner die Uferbefestigungen gezielt zurück und fördern damit die eigenständige naturnahe Entwicklung der Ufer. Die durchgeführten Maßnahmen werden dabei intensiv evaluiert und auf ihre Wirkung hin überprüft. Ziel des Pilotprojekts ist es, Handlungsempfehlungen für das Geschiebemanagement zu entwickeln, die vor allem im Donaueinzugsgebiet und in Europa umgesetzt werden können.

Die Verbesserung des ökologischen Potenzials der europäischen Gewässer ist ein zentrales Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000. Darauf aufbauend haben vor zehn Jahren die Bayerische Staatsregierung und die führenden Wasserkraftbetreiber ein Eckpunktepapier für eine nachhaltige Wasserkraftnutzung in Bayern vorgelegt. Seitdem sind zahlreiche Programme und Projekte an bayerischen Flüssen angestoßen und umgesetzt worden, unter anderem die 2014 vereinbarte Iller-Strategie 2020.

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