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(GZ-1/2-2017)
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► Projekt des ökologischen Verkehrsclubs VCD:
 
Landkreis Ebersberg ist „Klimaaktive Kommune 2016“

Wettbewerb von Bundesumweltministerium und Difu in Kooperation mit kommunalen Spitzenverbänden

Städte, Gemeinden und Landkreise spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz des Klimas und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor Ort. Das zeigen auch die neun Projekte, die in Berlin im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2016“ ausgezeichnet wurden. Einziger Gewinner aus Bayern ist der Landkreis Ebersberg für sein initiiertes virtuelles Kraftwerk, über das er gemeinsam mit 19 kreisangehörigen Kommunen eine klimafreundliche Energieversorgung vor Ort organisiert.

Der Aufbau eines Virtuelles Kraftwerks ermöglicht es, noch erfolgreicher und kostengünstiger Energie aus der Region für die Region zu produzieren und damit die Energieziele des Landkreises Ebersberg voranzubringen, nämlich bis zum Jahr 2030 frei von fossilen Energieträgern zu sein und mit dieser „lokalen Energiewende“ die lokale Wertschöpfung zu fördern. Im Landkreis Ebersberg liefern derzeit sechs Biogasanlagenbetreiber die notwendige Energie, mittelfristig werden verschiedene weitere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien aus dem gesamten Landkreis hinzukommen.

Seit Januar 2016 ist das virtuelle Kraftwerk in Betrieb; dazu gründeten die Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften des Landkreises die kommunal-bürgerlich getragene Regenerative Energie Ebersberg eG (REGE). Generalversammlung und Aufsichtsrat der REGE sind mehrheitlich von den Bürgermeistern des Landkreises besetzt. Durch die Beteiligung der Bürgerenergiegenossenschaften ist auch die Akzeptanz und Unterstützung der Projekte seitens der Bevölkerung gewährleistet. Die Konzeption und Umsetzung des Projektes wurde ehrenamtlich geleistet.

Auch das operative Geschäft übernimmt ein ehrenamtlicher Vorstand, bestehend aus dem Klimaschutzmanager des Landkreises und einem Vorstand der Energiegenossenschaft. Bei Bedarf erhält er Unterstützung durch die landkreiseigene Energieagentur. Zusätzlich ist ein Energiedienstleister aus München eingebunden, der weiteres energiewirtschaftliches Know-how einbringt und den Zugang zur Strombörse ermöglicht.

Durch die Kooperation der Kommunen können im gesamten Landkreis Erzeugungsanlagen an das virtuelle Kraftwerk angeschlossen und so das gesamte Netzgebiet stabilisiert und kostengünstig Strom erzeugt werden. Zum Anschluss zugelassen sind bereits relativ kleine Erzeugungsanlagen ab 100 Kilowatt installierter Leistung, auch wenn es grundsätzlich wirtschaftlicher ist, nur sehr große Anlagen zusammenzuführen. Damit hebt sich das kommunale virtuelle Kraftwerk von vielen privat betriebenen Anlagen ab, ebenso mit dem in der Satzung der Genossenschaft festgeschriebenen Ziel, durch seine Funktion und seine Erlöse die Energiewende vor Ort zu unterstützen.

Kommunen sind Schlüsselakteure

Im Rahmen der 9. Kommunalen Klimakonferenz „Schnittstellen erkennen - Synergien nutzen“ in Berlin übergab Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks die Preise gemeinsam mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände. Hendricks gratulierte den Gewinnern, die sich unter 99 Bewerbungen durchsetzen konnten: „Die Kommunen zeigen, wie Klimaschutz und Klimaanpassung vor Ort erfolgreich umgesetzt werden können. Kommunen sind Schlüsselakteure bei der Gestaltung eines klimaneutralen Deutschlands. Dieser Wettbewerb bringt wahre Klimaschutz-Erfolgsstories auf die Bühne, die viele weitere Kommunen zum Engagement im Klimaschutz motivieren werden. Die Preisträger-Kommunen, aber auch alle anderen Bewerbungen zeigen: Klimaschutz ist ein wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung wirtschaftlich erfolgreicher und zukunftsfähiger Regionen. Denn Klimaschutz steht für Innovation, Lebensqualität und regionale Wertschöpfung.“

Wie der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß bei der Entgegennahme des Preisgeldes in Höhe von 25.000 Euro betonte, werde dieses für die Umsetzung von Nahwärmeprojekten in den Gemeinden des Landkreises Ebersberg sowie für den weiteren Ausbau des virtuellen Kraftwerks, insbesondere für den Anschluss kleinerer regenerativer Stromerzeuger, verwendet.

DK

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