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(GZ-1/2-2017)
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Abfallbilanz 2015:
 
Hausmüll in Bayern
 
Auf 25 Jahre Abfallstatistik im Freistaat blickt das Bayerische Landesamt für Umwelt zurück. Wie Präsident Claus Kumutat bei der Veröffentlichung der Abfallbilanz 2015 feststellte, „ist es uns gelungen, im Sinne einer nachhaltigen Ressourceneffizienz mehr als doppelt so viele Wertstoffe zu verwerten. Der Schritt von der Wegwerf- zur Verwertungsgesellschaft ist ein gutes Stück vorangekommen.“

Abfallbilanz

Aktuelle Herausforderungen lägen in der ansteigenden Menge an Verpackungsmüll und Einwegverpackungen. „Die Reduzierung der Abfallmengen durch Vermeidung, Wiederverwendung oder längere Nutzung müssen wir deutlich steigern. Hier kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten“, so Kumutat.

Pro Einwohner in Bayern fallen über 500 kg Haushaltsabfälle und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle pro Jahr an. Wurden 1991 erst 153 kg an Wertstoffen getrennt erfasst und verwertet, waren dies 2015 mit 356 kg mehr als doppelt so viele. Bereits seit 1995 ist das Wertstoffaufkommen höher als die Menge an Restabfall. Die Verwertungsquote, die den Anteil der Wertstoffe am Gesamtabfallaufkommen angibt, stieg in den vergangenen 25 Jahren von 39,6 Prozent im Jahr 1991 auf 73,8 Prozent im Jahr 2015.

Rund 78 % der Körperschaften förderten die Eigenkompostierung. Städte und Landkreise boten Zuschüsse zu Kompostern oder Häckslern, Kompostierkurse, reduzierte Abfallgebühren oder die Wahl eines kleineren Restabfallbehälters an, um den kommunal erfassten Anteil an organischem Abfall zu verringern.

Bei der Wertstofferfassung mittels Holsystem ergaben sich im Bilanzjahr keine wesentlichen Änderungen gegenüber dem Vorjahr. Folgende Systeme standen den Bürgern zur Verfügung: Biotonne, Papiertonne, Papiersack, Bündelsammlung von Papier, Gelbe Tonne, Gelber Sack, Straßensammlung von Alttextilien sowie Elektro- und Elektronik-Altgeräte.

Das Angebot an Bringsystemen blieb weiterhin qualitativ auf hohem Niveau. Im Jahr 2015 waren in sechs entsorgungspflichtigen Körperschaften Wertstoffmobile im Einsatz. Die Problemabfälle wurden in 82 Körperschaften über mobile Sammlungen erfasst. In 14 Städten und Landkreisen wurden die Problemabfälle ausschließlich an stationären Einrichtungen angenommen. In 95 von 96 Körperschaften standen im Jahr 2015 den Bürgern insgesamt 1.621 Wertstoffhöfe zur Verfügung (1.632).

Bei den Abfällen zur Verwertung aus Haushalten ging das Bioabfallaufkommen, das sich aus den Abfällen aus der Biotonne sowie dem Grüngut zusammensetzt, von 150,0 auf 145,3 kg/EW.a zurück. Im Bilanzjahr wurden bayernweit ca. 4,54 Mio. t Wertstoffe erfasst und einer Verwertung zugeführt (Vorjahr: 4,56 Mio. t). Das Aufkommen an Primärwertstoffen aus Haushalten verringerte sich von 4,04 Mio. t im Vorjahr auf 4,02 Mio. t.

Im Jahr 2015 wurden durch die entsorgungspflichtigen Körperschaften 687.610 t Abfälle aus dem Gewerbe erfasst, die anschließend einer Verwertung zugeführt wurden (Vorjahr: 750.634 t). Dies waren Baustellenabfälle, Bioabfall (incl. Grüngut), verwerteter Schrott und Asche aus der thermischen Behandlung von Gewerbeabfällen sowie sonstige gewerbliche Wertstoffe. Von der Gesamtmenge wurden 365.425 t (Vorjahr: 338.139 t) einer energetischen Verwertung zugeführt.

Die schadstoffhaltigen Abfälle (Problemabfall), die den entsorgungspflichtigen Körperschaften überlassen wurden, stiegen von 6.308 t im Vorjahr auf 6.437 t im Jahr 2015. Rund 50,4 % bzw. 3.246 t dieser gefährlichen Abfälle konnten verwertet werden.

Im Bilanzjahr standen den entsorgungspflichtigen Körperschaften 661 Anlagen (Vorjahr: 740) zur Sortierung, Aufbereitung und Verwertung oder zum Umschlag bzw. als Makler für Wertstoffe, Haushaltsabfälle und hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle oder Inertabfälle zur Verfügung. 574 dieser Anlagen lagen innerhalb von Bayern. Insgesamt wurden in diesen Anlagen 4,51 Mio. t verarbeitet (Vorjahr: 4,43 Mio. t).

Kompostier- und Vergärungsanlagen

Im Bilanzjahr wurden 259 Kompostieranlagen und fünf Vergärungsanlagen in Bayern sowie eine Anlage außerhalb von Bayern zur Verarbeitung von insgesamt 868.044 t Grüngut (ca. 851.700 t im Vorjahr) genutzt. An 57 bayerischen Bioabfall-Kompostieranlagen (58 im Vorjahr) und 20 Vergärungsanlagen (18 im Vorjahr) sowie 6 Anlagen außerhalb von Bayern wurden insgesamt rund 985.500 t Bioabfallgemische mit Abfällen aus der Biotonne (1.017.900 t im Vorjahr) angeliefert.

Im Bilanzjahr wurden aus 1,97 Mio. t Rohmaterial aus der Erfassung von Bioabfall und Grüngut sowie zusätzlich aus der Nachkompostierung von Gärrückständen ca. 534.054 t Kompost erzeugt. Als Restabfall fielen 2015 insgesamt 2.283.313 t bzw. 179,5 kg/EW·a an. Dies entspricht nach 177,6 kg/EW·a im Jahr 2014 einem Anstieg um 1,1 %. Das Haus- und Geschäftsmüllaufkommen stieg um 0,3 % auf 145,2 kg/EW·a (Vorjahr: 144,8 kg/EW·a ). Im Bilanzjahr fielen außerdem 15,5 kg/EW·a Sperrmüll (Vorjahr: 15,9 kg/EW·a) und 18,7 kg/EW·a hausmüllähnliche Gewerbeabfälle (Vorjahr: 16,9 kg/EW·a) an.

Das einwohnerspezifische Gesamtabfallaufkommen belief sich 2015 auf 528,8 kg (Vorjahr: 529,9 kg). Seit 1995 liegt die erfasste Wertstoffmenge über den jeweiligen Restabfallmengen und übersteigt diese inzwischen deutlich.

DK

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