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(GZ-23-2016)
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Kernforderungen der Eisenbahnverbände:
 
Entschlossene Politik für mehr Schienenverkehr
 
 

Erstmals haben die acht Verbände der deutschen Eisenbahnbranche - Allianz pro Schiene, BAG SPNV, Mofair, VDB, VCD, VDV und VPI - gemeinsam politische Kernforderungen zur Bundestagswahl 2017 und für die kommende Legislaturperiode präsentiert. Zusammen mit den politischen Entscheidern im Bund und in den Ländern wollen sie sich in den kommenden Jahren für die Einführung des Deutschland-Takts, für die Halbierung der Schienenmaut und für die Förderung von Innovationen im Schienenverkehr einsetzen.

„Sicher, energieeffizient, kostengünstig: Leistungsfähiger Schienenverkehr ist ein unverzichtbarer Bestandteil für die mobile und vernetzte Zukunft in unserem Land. Die Bahn steht schon heute für klimaschonende Mobilität mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien“, heißt es in der aktuellen Publikation.

Bereits heute erbringe der Schienenverkehr über 90 Prozent seiner Leistung im elektrischen Betrieb. Die Eisenbahn sei mit jährlich über 2,6 Milliarden Reisenden im Nah- und Fernverkehr sowie über 360 Millionen Tonnen beförderter Güter ein vielseitiger, leistungsfähiger Verkehrsträger. „Sie will und kann noch viel mehr Bürgerinnen und Bürger zum Umsteigen bewegen und viel mehr Transporte von überlasteten Straßen auf die umweltfreundlichere Schiene verlagern.“

Verstärkte Investitionen

In vielen Metropolen und Regionen der Welt habe die Politik das erkannt und unterstütze den Ausbau und die Modernisierung der Eisenbahnsysteme – damit mehr Reisende mit der Bahn fahren und mehr Güter auf der Schiene transportiert werden. Auch in Deutschland mit seinem rund 38.000 Kilometer umfassenden Schienennetz habe die Politik  wieder verstärkt in das System Eisenbahn investiert.

„Entscheidend ist jedoch, dass die Rahmenbedingungen der Eisenbahnen durch die politischen Entscheider weiter verbessert werden, um mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern“, so die Eisenbahnverbände. Der Schienenverkehr brauche faire Rahmenbedingungen im Wettbewerb zu anderen Verkehrsträgern, eine ausreichende Finanzierung des Systems Schiene und ein nachhaltiges politisches Engagement für Forschung und Entwicklung.

Begrüßt werden die Ansätze für den Deutschland-Takt im Bundesverkehrswegeplan 2030. „Er enthält erste, richtungsweisende Vorschläge, wie die Schieneninfrastruktur durch Ausbaumaßnahmen durchlässiger und leistungsfähiger für Personen- wie Güterverkehre gemacht werden kann.“ Die Verbände fordern, den Deutschland-Takt infrastrukturpolitisch verbindlich zu verankern, da durch ihn ausreichende Kapazitäten für wachsenden Personen- und Güterverkehr auf der Schiene entstünden.

„Aktuell wird der Schienenverkehr von Jahr zu Jahr durch steigende Nutzungsentgelte teurer. Deshalb halten wir eine Halbierung der Trassenpreise für unumgänglich“, lautet eine weitere Forderung. Der Bund müsse nicht nur für den Ersatz, sondern auch für den Unterhalt aller Schienenwege eine größere Finanzverantwortung übernehmen und zusätzliche Haushaltsmittel bereitstellen. So entstünden Spielräume für eine spürbare Absenkung der Schienenmaut.

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen trügen als Nutzer der Infrastruktur den betrieblichen Aufwand für ihre Verkehre. Mit diesem EU-konformen Modell lasse sich die erwünschte Halbierung der Trassenpreise erreichen – mit besten Aussichten für mehr Schienenverkehr. Der Schienenpersonennahverkehr könne dadurch sein Angebot für den  Bürger weiter kontinuierlich ausbauen, denn zusätzliche Verkehre könnten deutlich günstiger bestellt werden. Wichtiger Nebeneffekt steigender Nachfrage: „Je mehr Verkehr durch halbierte Trassenentgelte auf die Schiene verlagert wird, umso geringer fällt der zusätzliche Finanzbedarf aus.“

Attraktive Dimensionen

Die Vielfalt der digitalen Technologien schafft heute bereits neue, attraktive Dimensionen des Bahnfahrens, von der individualisierten Auskunft über nahtlose Reiseketten bis hin zu WLAN-Diensten, die aus dem Zug ein rollendes Büro machen. Automatisiertes Fahren auf der Schiene führt den Eisenbahnverbänden zufolge zu dichterer Zugfolge und damit bis zu 40 Prozent höherer Streckenauslastung.

„Die Schieneninfrastruktur muss digitalisiert werden. Beim Einsatz der europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS liegt Deutschland gegenüber vielen seiner Nachbarländer deutlich zurück. Soll ein einheitlicher europäischer Eisenbahnraum bald Wirklichkeit werden, ist ein Sondertitel des Bundes zur entsprechenden Digitalisierung der Infrastruktur und der Schienenfahrzeuge erforderlich.“

Höchste Verfügbarkeit der Fahrzeugparks durch vorausschauende, digitalisierte Instandhaltung, mehr Energieeffizienz und Kapazitätssteigerungen im Netz durch moderne Leit- und Sicherungstechnik: So entstehe ein neues Niveau der Qualität, Flexibilität und (betrieblichen) Stabilität. Neue Antriebslösungen – batterieelektrisch, Brennstoffzelle, hybride Aggregate – und neue Werkstoffe schafften noch mehr Klimaschutz. „Auch das sind Forschungsthemen, die wir gemeinsam mit der Politik mit einem Programm für Forschung und Entwicklung voranbringen wollen“, heißt es abschließend.

DK

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