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(GZ-22-2016)
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►  Unterallgäu Nordwest:
 
Projekt Energiewende Unterallgäu Nordwest
 

Deutschlandweites Modell für die Energiewende im ländlichen Raum

Von heute knapp 40 auf 60 Prozent erneuerbarer Energie bei Strom- und Wärmeverbrauch in nur fünf Jahren – das ist das ambitionierte Ziel des Projekts Energiewende Unterallgäu Nordwest. Der Landkreis Unterallgäu, das Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!) und die Lechwerke AG (LEW) wollen zusammen mit vielen Partnern eine beschleunigte Energiewende modellhaft umsetzen.

22 2016 Projekt

Der Landkreis Unterallgäu, das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) sowie die Lechwerke AG (LEW) wollen die Energiewende im Unterallgäu exemplarisch umsetzen. Über das Vorhaben informierten eza-Geschäftsführer Martin Sambale, Landrat Hans-Joachim Weirather und LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann (von links) in Kirchheim.   Foto: LEW/Heidi Sanz   

Es handelt sich um einen deutschlandweit einmaligen Feldversuch, der aus dem Energie- und Umweltfonds der Bundesregierung über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dessen Projektträger, der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), mit knapp 870.000 Euro gefördert wird. Die Projektpartner stellten das Vorhaben im Rahmen einer Pressekonferenz bei der Firma Wanzl in Kirchheim vor.

„Dass wir als Modellregion für ganz Deutschland ausgewählt worden sind, ist auch eine Anerkennung für unsere bisherige Arbeit und unseren Einsatz für erneuerbare Energien“, freut sich Landrat Hans-Joachim Weirather. Er sieht im Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren eine einmalige Chance für den Landkreis. „Wir können hier beispielhaft demonstrieren, wie eine erfolgreiche Energiewende in einem ländlichen Raum in Deutschland funktionieren kann.“

Regionale Profiteure

Die Schwerpunkte sollen dabei auf der Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen bei Verbrauchern und der stärkeren Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz liegen. „Ob Kommunen, Bürger oder Unternehmen, alle in der Region werden davon profitieren“, betont Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!), das für die Umsetzung des Projekts Energiewende Unterallgäu Nordwest verantwortlich ist.

Mit neuen Beratungsangeboten, wie sie beispielsweise aktuell schon in Winterrieden und später auch in den anderen Gemeinden der Modellregion den Bürgern mit kostenlosen Kurzchecks offeriert werden, sollen vermehrt Sanierungen und der Einsatz erneuerbarer Energien im privaten Bereich ausgelöst werden. Auch Unternehmen der Region wie die Molkerei Ehrmann, Ökohaushersteller Baufritz, Wanzl Metallwarenfabrik oder das Ziegelwerk Klosterbeuren haben bereits erfolgreich Maßnahmen zur Effizienzsteigerung oder zur Nutzung erneuerbarer Energien umgesetzt und wollen sich in diesem Bereich auch mit Unterstützung von eza! im Rahmen des Modellprojektes weiterentwickeln.

Projektpartner LEW

Eine zentrale Rolle als Projektpartner spielt die Lechwerke AG (LEW). Der Energieversoger wird ein virtuelles Regionalwerk zur Systemintegration von erneuerbaren Energien untersuchen und Interessenten bei der Speicherung und Nutzung von Solarstrom für Wärmezwecke unterstützen. Im Projektgebiet liefern heute bereits über 5.700 PV-Anlagen klimaneutral Energie. „Einzelne Gemeinden in der Region erzeugen weit mehr Strom, als sie verbrauchen“, berichtet LEW-Vorstandmitglied Norbert Schürmann. „Aber eben nicht immer dann, wenn der Strom gebraucht wird.“ Gleichzeitig stellt Schürmann klar: „Energiewende ist mehr als nur Stromwende.“ Die Bereiche Mobilität und Wärme gelte es ebenso zu beachten. Eine stärkere Wärmenutzung bestehender Biogasanlagen ist daher ein wichtiges Ziel.

Enge Kooperation

Voraussetzung für den Erfolg des Projekts ist laut Sambale „eine enge Kooperation mit den 27 Gemeinden in der Modellregionen“. Die Gemeinden wollen engagiert mitarbeiten und in den nächsten Jahren sowohl in den eigenen Liegenschaften Maßnahmen umsetzen wie auch bei Bürgern und Unternehmen neue Projekte initiieren, um so als Motoren in der Energiewende zu wirken. Bereits bestehende Netzwerke, Konzepte und Projektideen werden dabei gebündelt und integriert.

„Mit dem Projekt Energiewende Unterallgäu Nordwest stärken wir auch regionale Wirtschaftskreisläufe und die Wertschöpfung vor Ort und reduzieren gleichzeitig unsere Abhängigkeit von fossilen Energien“, erklärt Landrat Hans-Joachim Weirather.

Weitere Infos unter: www.energiewende-unterallgaeu.de

RED

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