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(GZ-1/2-2019)
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► Energiegipfel Bayern 2018/2019:

 

Startschuss zur Energiewende 2.0

 

Die Begeisterung für die Energiewende neu zu beleben, war das Ziel des von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger initiierten Energiegipfels Bayern. Betroffene Verbände, Kammern, Kommunen, Vertreter der bayerischen Energiewirtschaft sowie der Landespolitik und Wissenschaft trafen sich in München, um über den Stand und die Perspektiven für die Energiewende im Freistaat ins Gespräch zu kommen. Dabei herrschte eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen den Akteuren.

Von links: Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert auf dem Energiegipfel Bayern 2018. Bild: StMWi/M. Schlaf
Von links: Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert auf dem Energiegipfel Bayern 2018. Bild: StMWi/M. Schlaf

„Mit dem Energiegipfel Bayern starten wir die Energiewende 2.0 in Bayern. Die Energieversorgung der Zukunft ist umweltfreundlich und steht im Einklang mit den Interessen der Wirtschaft und Bevölkerung. Hierfür erarbeiten wir ein Gesamtkonzept“, hob Wirtschafts- und Energieminister Aiwanger hervor. Sein Ziel sei es, eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung mit möglichst viel Wertschöpfung vor Ort zu ermöglichen - etwa durch mehr Photovoltaik, Wind-
energie und Wasserkraft.

Im Zuge der Debatte um den Mindestwasserleitfaden sprach sich Aiwanger dagegen aus, kleine Wasserkraftwerke zu zerstören. Vielmehr wolle er die Betreiber ermuntern, in Modernisierung zu investieren. Dazu benötigten sie jedoch Planungssicherheit. Auch bei der Großen Wasserkraft sieht Aiwanger noch Möglichkeiten der Optimierung und Modernisierung. Diese sollten unbedingt genutzt werden.

Stromtrassen-Bau reicht nicht

Die Energieversorgung nur durch den Bau von Stromtrassen zu sichern, hält der Wirtschaftsminister hingegen für „sicher nicht ausreichend“. Erneut zweifelte er die Notwendigkeit des SuedOstLinks an. „Gleich welche Trassenvariante man auswählt, es wird immer massiven Ärger in der Bevölkerung geben“, unterstrich Aiwanger. Außerdem werde die endgültige Trasse für die Stromautobahn, die Windstrom aus Norddeutschland über Hof nach Essenbach in Niederbayern transportieren soll, erst in zwei oder drei Jahren festgelegt. Für den Minister bedeutet dies „alles andere als Versorgungssicherheit“. Die Realisierung der Trassen stehe schlichtweg in den Sternen.

Als geeignete Alternativen, die zudem die Versorgungssicherheit stärken, bezeichnete Aiwanger regionale Gaskraftwerke mit einer Leistung von mindestens vier Gigawatt. Diese Energie könnten Deutschlands modernstes Gaskraftwerk Irsching im oberbayerischen Vohburg an der Donau und zumindest ein zweites noch zu bauendes Kraftwerk liefern. Grundsätzlich präferiere er eine dezentralere und über das Land verteilte Lösung.

Investoren für den Kraftwerksbau gäbe es genügend, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch mehr Förderungen aus Bundesmitteln passten, machte Aiwanger deutlich. Wo die Kraftwerke stehen könnten, sei offen, denkbar wären etwa die Orte, an denen bisher Atomkraftwerke an das Netz angeschlossen sind.

Insgesamt, so der Minister, wird sich in den kommenden Jahren die bayerische Energiepolitik darauf konzentrieren, Erneuerbare Energien stärker auszubauen, die Stromnetzarchitektur intelligent zu gestalten, Speicher voranzubringen und Energieeinsparpotenziale stärker zu nutzen. Dafür werden in Folge des Energiegipfels vier Arbeitsgruppen eingerichtet, die Maßnahmen zu den jeweiligen Themenfeldern erarbeiten werden. Um die Energiewende neu auszurollen, wird parallel dazu die Landesagentur für Energie und Klimaschutz aufgebaut.

Wie Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber abschießend bemerkte, seien Klimaschutz und Energiewende untrennbar miteinander verbunden. „Wir haben sehr ambitionierte Klimaziele, die wir kraftvoll umsetzen wollen. Wir werden dem Klimaschutz Verfassungsrang geben und ein eigenes Bayerisches Klimaschutzgesetz schaffen. Als starkes Industrieland hat Bayern hier eine Vorbildfunktion.“ Ziel sei es, die Treibhausgasemissionen in Bayern bis 2050 auf unter zwei Tonnen je Einwohner und Jahr zu reduzieren.

 DK

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