Fachthemazurück

(GZ-7-2018) 
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1. Global Recycling Day:

 

Abfall ist kein Müll!

„Schütze den Planeten. Unterstütze Recycling“ lautete das Motto des 1. Global Recycling Day, einer Initiative des Bureau of International Recycling (BIR). Ziel des Aktionstages war es, der Gesellschaft das Thema Recycling näherzubringen, der Politik Denkanstöße und Handlungsempfehlungen zu geben sowie Recycling als „Siebte Ressource“ zu etablieren. 

In einem Sieben-Punkte-Plan hat das BIR formuliert, wie eine effektivere Rückgewinnung von Rohstoffen geschaffen und Privathaushalte mit einbezogen werden können. Zentral sind dabei die Implementierung und Stärkung internationaler Abkommen zur Förderung des Recyclings, die Unterstützung und Förderung eines nachhaltigen weltweiten Handels mit recyclingfähigen Materialen, die Aufklärung der breiten Öffentlichkeit über die unverzichtbare Rolle des Recyclings in der modernen Welt, weltweit einheitliche Recycling-Termini, die Unterstützung von Initiativen, Forschung und internationalen Abkommen, die Zusammenarbeit mit der Industrie für eine frühzeitige Verankerung des Recyclinggedankens in Fertigungsprozessen sowie die Unterstützung von Innovation, Forschung und Initiativen, die eine Verbesserung der Recyclingverfahren zum Ziel haben.

Unterstützer VBS

Neben den Verbänden BDSV (Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen), bvse (Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung) und VDM (Verband Deutscher Metallhändler) unterstützt auch der Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen diese Initiative nachdrücklich. Denn auch in Bayern gibt es laut VBS noch Optimierungsbedarf in Sachen Kreislaufwirtschaft. So existieren trotz der seit 2015 geltenden Getrenntsammlungspflicht von Bioabfällen auch in Bayern noch einzelne Gebietskörperschaften, die ihren Bürgern keine Biotonne anbieten. Der VBS fordert, alle privaten Haushalte an ein System zur Getrenntsammlung anzuschließen, denn die Biotonne leiste einen Beitrag zum Ressourcenschutz, zum Kampf gegen den Klimawandel und diene dem Ausbau erneuerbarer Energien.

Umweltcluster Bayern

Auch das Umweltcluster Bayern rief dazu auf, über das wichtige Thema Recycling nachzudenken, denn jeder noch so kleine Beitrag zähle für die Umwelt, die Natur und unseren Planeten. Das Netzwerk der bayerischen Umweltwirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und kommunalen Betriebe machte hierzu folgende Vorschläge: „Nutzen Sie einen wiederverwendbaren Kaffeebecher anstelle eines Wegwerf-coffee-to-go-Bechers. Nehmen Sie zum Einkaufen Ihre eigene Tasche oder einen Korb mit um Plastiktüten zu vermeiden. Denken Sie darüber nach, Dinge zu reparieren anstatt neue zu kaufen, um Produkte so lange wie möglich zu nutzen. Versuchen Sie so wenig Müll zu produzieren wie möglich. Verkaufen oder spenden sie Dinge, die Sie nicht mehr wollen oder brauchen, vielleicht freut sich ein Anderer darüber. Blicken Sie über den Tellerrand: Gibt es eine Möglichkeit ein neues Produkt aus einem alten gebrauchten zu machen? Zum Beispiel können Sie aus dem Lieblings T-Shirt, das nicht mehr passt, eine Patchwork-Decke, einen Kissenbezug oder sogar eine Tragetasche machen. Versuchen Sie Dingen ein zweites Leben zu geben. Ist Ihnen das selbst nicht möglich, achten Sie bitte auf eine korrekte Entsorgung, sodass andere sie recyceln können.“

„Abfälle sind kein Müll, das muss den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewusst werden. Deshalb ist es gut, dass der BIR den Global Recycling Day 2018 ausgerufen hat“, betonte Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Sekundärrohstoffgewinnung aus Abfällen dürfe nicht als Entsorgungsproblem gesehen werden, sondern als Teil der Rohstoffversorgung für wichtige Industriezweige.

Je besser die Abfalltrennung, desto höher die Qualität 

„Dazu müssen unsere Unternehmen in der Lage sein, der Industrie qualitativ hochwertige Sekundärrohstoffe in ausreichender Menge zu liefern. Das macht eine flächendeckende und getrennte Sammlung der Wertstoffe erforderlich. Je besser die Abfalltrennung, desto höher die Qualität. Das gilt für die Anfallstellen in Industrie, Handwerk und Gewerbe und gilt genauso für die privaten Haushalte“, so Rehbock.

Wer mehr Recycling will, müsse das Potenzial der privaten Recycling- und Entsorgungsunternehmen auch nutzen. Es könne nicht angehen, dass die privaten Unternehmen der Recycling- und Entsorgungsbranche gegen die Privilegien der kommunalen Unternehmen anzukämpfen haben.

Maßstab Recyclingfähigkeit

Rehbock zufolge „ist es jetzt an der Zeit, die Recycling-Strukturen in Deutschland vom Kopf auf die Füße zu stellen und endlich nach Qualitätskriterien auszurichten. Spätestens hier muss aber auch die Sprache auf die Recyclingfähigkeit von Produkten kommen. Die Hersteller müssen endlich erkennen, dass die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte keine in ihrem Ermessen liegende beliebige Entscheidung ist, sondern dass dies Voraussetzung dafür sein muss, diese überhaupt auf den Markt bringen zu dürfen.“

Der Welt-Recycling-Tag kann aus Rehbocks Sicht einen Beitrag dazu leisten, dass Recycling-Produkte, ob im gewerblichen oder im privaten Bereich, eine größere Akzeptanz erhalten. Ob beim Haus- oder Straßenbau, in Verwaltungen oder der Industrieproduktion: Es gibt eine Vielzahl von Einsatz-Möglichkeiten. „Öffentliche Auftraggeber sollten endlich ihre Zurückhaltung aufgeben und mit gutem Beispiel vorangehen, dann wird auch der private Sektor bald nachziehen“, zeigte sich der bvse-Vertreter überzeugt.

DK

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