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(GZ-7-2018) 
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Zehn Jahre Interkommunale Lärmschutz-Initiative ILI:

 

Mit Beharrlichkeit zum Erfolg

Die Interkommunale Lärmschutz-Initiative (ILI) kann auf zehn Jahre erfolgreiches Wirken zurückblicken. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Lärm durch abgestellte Züge und Triebfahrzeuge zu reduzieren, mit dem tausende Anlieger von oberbayerischen S- und Regionalbahnhöfen regelmäßig nachts und an Wochenenden konfrontiert sind. Ein Lärm, der nicht nur lästig ist, sondern auch zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen kann.

Die ILI ist ein Zusammenschluss von Bürgern aus 24 Städten und Gemeinden in Oberbayern mit den inzwischen 13 aktiv beigetretenen Kommunen Altomünster, Aying, Deisenhofen, Fürstenfeldbruck, Gilching, Herrsching, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Holzkirchen, Landkreis München, Sauerlach, Tutzing, Weßling und Wolfratshausen. Insgesamt gehören ca. 200 Mitglieder (Kommunen und Einzelmitglieder) der Initiative an.

Konstruktiver Dialog

Wie ILI-Vorsitzender Werner Litza im Rahmen einer ordentlichen Mitgliederversammlung in Oberhaching betonte, sei das Augenmerk der Initiative auf den Lärm gerichtet gewesen, „der vom ruhenden Schienenverkehr insbesondere an dezentralen Abstellbahnhöfen in der Region München und Oberbayern ausgeht“. Mit enormem Engagement und Einsatz sei es der ILI gelungen, den Kontakt zu Verantwortlichen der Bahn-Betreiber herzustellen und im konstruktiven Dialog über zahlreiche Einzelmaßnahmen einen erheblichen Teil der bestehenden Lärm-Probleme zu lösen oder zumindest zu verringern.

Wesentlich sei dabei ein integriertes Lärmmeldesystem, worin ILI-Mitglieder lärmende Züge direkt an die Bahn melden können, um Lärmursachen zeitnah beheben zu lassen. Das kontinuierliche Bemühen des ILI-Vorstandes um einen sachlichen und fachlich kompetenten Austausch mit der Bahn habe sich dabei als richtig erwiesen, stellte Werner Litza fest.

Auf der Agenda der Mitgliederversammlung, an der neben Mitgliedern aus Altomünster, Geretsried, Gilching, Holzkirchen, München, Oberhaching, Sauerlach und Weßling auch Vertreter der ILI-Mitgliedskommunen vom Landratsamt München und der Marktgemeinde Holzkirchen sowie Bürgermeister aus Sauerlach, Altomünster, Weßling und ILI-Beirat Stefan Schelle, Erster Bürgermeister Oberhaching, teilnahmen,  standen u. a. aktuelle Maßnahmen der S-Bahn zum Netzausbau im Zuge der 2. Stammstrecke. Konkret ging es um die Auswirkungen auf die Gemeinde und die Bahnhofsanlieger in Weßling (S 8) durch neu zu errichtende Wende- bzw. Abstellgleise. Zudem wird für die Gemeinde Sauerlach (S 3) bereits seit Jahren ein durchgehender 20 Minuten-Takt gefordert.

Alternativen forcieren

Laut Rathauschef Stefan Schelle wird die Region München weiter wachsen. Soll die Mobilität dabei nicht auf der Strecke bleiben, gelte es, leistungsfähige und attraktive Alternativen zur staugeplagten individuellen Mobilität zu forcieren. Der schienengebundene Öffentliche Personennah- und Regionalverkehr werde zunehmend in den Vordergrund treten. Planungen, Finanzierungen und Realisierungen müssten schnellstens gestartet und möglichst transparent gehalten werden, um bei der Bevölkerung auf Akzeptanz zu treffen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der von der ILI mit initiierten VDV-Mitteilung 1541 „Geräusche von Eisenbahnfahrzeugen in der Fahrzeugabstellung einschließlich Vorbereitungs- und Abschlussdienst“. Von der Bayerischen Eisenbahn-Gesellschaft (BEG) und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, wurde der ILI schriftlich zugesichert, dass die Empfehlungen und maximalen Lärmpegel der VDV 1541 bei der kommenden Ausschreibung der neuen S-Bahn-Triebfahrzeug-Generation Anwendung finden sollen. Diese Empfehlungen enthalten konkrete Hinweise für die Konstruktions- und Herstellungsphase zur wirksamen Reduzierung des Lärms bei abgestellten Zügen. Darüber hinaus bietet die ILI der BEG an, ihre auf diesem Gebiet erworbene Expertise einzusetzen, um die Empfehlungen der VDV 1541 wirksam ab Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge zu realisieren.

Ausblick

Für 2018 und 2019 hat sich der neugewählte Vorstand mit Vorsitzendem Werner Litza, seinem Stellvertreter Alois Wichtlhuber, Schatzmeister Henk Bos, Schriftführerin Irmtraud Dunger-Kaltenbach, den Rechnungsprüfern Christian Haucke und Evi Kreutner sowie den Beiräten Erster Bürgermeister Stefan Schelle (Oberhaching) und Erste Bürgermeisterin Barbara Bogner (Sauerlach) einiges vorgenommen. Die Ziele der ILI konzentrieren sich dabei auf den Abschluss der Arbeiten an den derzeitigen S-Bahn-Triebfahrzeugen sowie der Analyse von Lärmursachen und deren Reduzierung bei neueren Regionalbahn-Fahrzeugen wie dem Meridian oder dem Werdenfels-Express.

DK

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