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(GZ-6-2018) 
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► Sparkassenpräsident Netzer bei der Jahrespressekonferenz des Sparkassenverbands Bayern:

 

Sparkassen bleiben auch 2018 ein Erfolgsmodell

Bayerische Sparkassen gestalten das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich „Unsere Kunden haben gewählt und sich für die Finanzdienstleistungen und Produkte der bayerischen Sparkassen entschieden. Ihre Kundenbedürfnisse werden erfüllt. Die Konditionen stimmen. Sparkasse steht für Vertrauen und Sicherheit,“ resümierte Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern in München.

GZ 06 2018 Sparkasse Strohmaier

Der Verbandsverwaltungsrat des Sparkassenverbands Bayern hat die weitere Führung des Verbands geregelt. Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, wurde im Amt bestätigt. Sein Dienstvertrag wird bis Ende 2020 verlängert. Er wird damit auch für die kommenden knapp drei Jahre an der Spitze des Sparkassenverbands Bayern stehen. Unser Bild zeigt (v. l.): Walter Strohmaier, Bundesobmann, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Niederbayern-Mitte, Walter Pache, Landesobmann, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Günzburg-Krumbach, Ralf Fleischer, Stv. Landesobmann, Vorsitzender des Vorstands der Stadtsparkasse München und Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern. RED 

Damit gelang es den bayerischen Sparkassen auch bei wirtschaftlich schwierigen Bedingungen wie Niedrigst- und Negativzinspolitik, hohem Regulierungsdruck und der beschleunigten Digitalisierung, das Geschäftsjahr 2017 erfolgreicher abzuschließen als erwartet.

Kundengeschäft deutlich gewachsen

Das Kundengeschäft ist bei den bayerischen Sparkassen 2017 wiederum deutlich gewachsen: Die Kredite erreichten ein Gesamtvolumen von 130,6 Mrd. Euro und die Kunden legen ihr Geld immer mehr in Wertpapieren an.

Der Erfolg im Kundengeschäft kann sich allerdings in der derzeitigen Zinssituation nicht im Ertrag niederschlagen. Nach Netzers Worten gelang es den Sparkassen, das operative Ergebnis zu stabilisieren. Den rückläufigen Zinsmargen begegneten sie mit der Fokussierung auf Kundenbedürfnisse.

Mit hohem Kostenbewusstsein begegnen die einzelnen Sparkassen und die Verbundunternehmen der S-Finanzgruppe Niedrigzinsen und Regulierungsdruck, „um weiterhin ein kraftvoller Partner für unsere privaten Kunden und die bayerische Wirtschaft zu sein“ sagte der Präsident. Parallel löse man die strukturellen Fragen für das Sparkassen-Geschäftsmodell, nehme bei innovativen digitalen Angeboten Fahrt auf und bleibe in der Fläche präsent.

Geschäftszahlen 2017 

Das Kreditvolumen der bayerischen Sparkassen stieg im Jahr 2017 wieder deutlich an und lag am Jahresende bei insgesamt 130,6 Mrd. Euro (+3,8 %).

Der Bestand an Unternehmenskrediten konnte überdurchschnittlich gesteigert werden und wuchs um +5,6 % auf 68,2 Mrd. Euro. Seit 2003 wächst das Kreditvolumen von Unternehmen und Selbstständigen kontinuierlich und auch der Anteil der Mittelstandskredite an den Gesamtausleihungen nimmt seit 10 Jahren zu. Auch das Leasinggeschäft der Sparkassen gehört dazu: 2017 konnte das Neugeschäftsvolumen auf 692 Mio. Euro gesteigert werden (+27,7 %).

Der Kreditvergabespielraum ist damit nicht ausgereizt. Der weiter steigenden Kreditnachfrage steht ausreichend Liquidität auf Sparkassenseite gegenüber. Im Jahr 2017 wurden neue Darlehen in Höhe von 15,1 Mrd. Euro an Unternehmen und Selbstständige zugesagt (+9,1 %).

Immobilienkredite steigen

Mit großer Dynamik entwickelte sich auch der Markt für Immobilienkredite. Der Bestand wuchs 2017 um 5,0 % auf 70,2 Mrd. Euro. Fast 70 % davon entfallen auf Immobilienkredite für Privatpersonen (48,5 Mrd. Euro; +3,5 %). Jedoch ist laut Netzer der private Immobilienmarkt gerade in Ballungsräumen an ei- ner Grenze angelangt, wo das Angebot die immer noch enorme Nachfrage nicht mehr decken kann. Zudem ist das Preisniveau gestiegen, da mit der ultralockeren EZB-Geldpolitik Immobilien zur Vermögensbildung besonders begehrt sind. Normalverdiener und Familien können sich daher Immobilieneigentum immer seltener leisten.

Wertpapiergeschäft nimmt zu

2017 haben die Kunden erneut auch mehr Wertpapiergeschäft bei den bayerischen Sparkassen abgewickelt: Der Wertpapierumsatz erreichte die Marke von genau 20 Mrd. Euro. Dabei übersteigen die Wertpapierkäufe wieder die -verkäufe, der Nettoabsatz stieg auf 1,73 Mrd. Euro (+10 %).

Die bayerischen Sparkassen raten nach wie vor zum regelmäßigen Wertpapier-Sparen. Hier tragen schon kleinste monatliche Anlagebeträge dazu bei, auch in Niedrigzinszeiten Renditen zu erzielen, die die Kunden dringend für ihre Altersvorsorge benötigen. „Auch bzw. gerade Bezieher kleiner Einkommen müssen von der Entwicklung an den Wertpapiermärkten profitieren können,“ so Netzer.

Kundeneinlagen steigen

Die Einlagen der Sparkassenkunden sind 2017 trotz niedrigster Zinsen erneut kräftig angestiegen: Sie stiegen um 3,3 Mrd. Euro (+2,1 %) auf 159,9 Mrd. Euro.

Der Zuwachs resultiert in erster Linie aus Sichteinlagen von Privatkunden, während die Unternehmen ihre Einlagen im Konjunkturaufschwung zugunsten der Finanzierung von Investitionen reduziert haben.

Zinsüberschuss weiterhin rückläufig

Die Geschäftsentwicklung zeigt, dass die bayerischen Sparkassen weiter wachsen. Der große Markterfolg gibt ihrem Geschäftsmodell Recht. In der Ertragsentwicklung bildet sich das Wachstum allerdings nicht ab, da der Zinsüberschuss durch die Niedrigst- und Nullzinsen weiter rückläufig bleibt. Diese Erträge können nicht parallel mit der Geschäftsentwicklung wachsen, in Relation zur Durchschnittlichen Bilanzsumme sinken sie sehr deutlich. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. „Bereits ein oberflächlicher Blick auf unsere Sichteinlagen in Höhe von knapp 110 Mrd. und den negativen EZB-Einlagezins von 0,4 % skizziert das Spannungsfeld sehr deutlich“, erklärte Netzer.

„Als Hauptertragsquelle der Sparkassen ist der Zinsüberschuss die zentrale Größe, die über den Erfolg eines Geschäftsjahrs bestimmt. Während das operative Geschäft weiter kräftig wächst, belastet in diesen Jahren der Rückgang des Zinsüberschusses den wirtschaftlichen Erfolg empfindlich,“ so Netzer. „Der Zinsüberschuss wird strukturell bedingt weiter sinken. Auf Dauer wird es extrem schwierig, den Rückgang über andere Ertragsquellen und Kostensenkungen vollständig aufzufangen.“

Betriebsergebnis vor Bewertung stabilisiert

 2017 erzielten die bayerischen Sparkassen ein Betriebsergebnis vor Bewertung von rund 1.756 Mio. Euro. Es konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden (+1,2 %) und liegt klar über den Prognosen, die die bayerischen Sparkassen vor Jahresfrist angestellt hatten. Damit beweisen die Sparkassen ihre Reaktionsfähigkeit auf die ver- änderten Rahmenbedingungen. Sie stellen sich mit Effizienzsteigerungsprogrammen entschieden und erfolgreich gegen die außerordentliche Ertragsbelastung durch den rückläufigen Zinsüberschuss. Gleichzeitig schlägt sich das hohe Kundenvertrauen in verbesserten Provisionserträgen nieder.

In Bezug auf die Durchschnittliche Bilanzsumme ist das in absoluten Zahlen stabilisierte Betriebsergebnis jedoch trotzdem leicht rückläufig und liegt zum dritten Mal unterhalb der 1-%-Marke (0,88 %).

Stabilisierungsmaßnahmen

Nach Netzers Worten greifen die Stabilisierungsmaßnahmen der bayerischen Sparkassen. Durch das lebhafte Wachstum im Kundengeschäft und Preisanpassungen konnten die Sparkassen der Verschmälerung der Zinsmarge begegnen und erneut den Provisionsüberschuss um knapp 116 Mio. Euro steigern (+9,9 %). Dies ist geprägt durch erhöhte Entgelte im Giroverkehr und Kartengeschäft sowie den gesteigerten Wertpapierumsatz. Die kostenadäquate Preise für ihre Dienstleistung akzeptierten die Kunden, „weil sie Wert auf nachhaltige Beratungsqualität und auf die Präsenz der Berater in den größeren Geschäftsstellen legen.“

Beim Personalaufwand zeigen sich erste Effekte aus Altersteilzeitprogrammen, reduzierten Arbeitszeiten/Teilzeitmodellen und der konsequenten Nutzung der natürlichen Fluktuation. Insgesamt konnte der Personalaufwand ohne Einschränkungen in der Kundenbetreuung um 2,2 % gesenkt werden. In den bayerischen Sparkassen sind jetzt 38.666 Menschen für die Kunden da. Perspektivisch liegt die Herausforderung nicht nur in der Personalreduktion, sondern auch in der Qualifikation der Mitarbeiterschaft für Beratung und neue digitale Services.

Jahresüberschuss steigt durch positives Bewertungsergebnis 

Für 2017 blicken die bayerischen Sparkassen auf das beste Bewertungsergebnis seit 10 Jahren. Das Betriebsergebnis nach Bewertung liegt mit 943 Mio.Euro um rund 35 Mio. über dem des Vorjahrs. Netzer dazu: „Die Konjunktur gibt uns Rückenwind.“ Nach den noch vorläufigen Berechnungen wird am Ende ein Jahresüberschuss von 343 Mio. Euro stehen.

Auf das gute Ergebnis führen die bayerischen Sparkassen 458 Mio. an gewinnabhängigen Steuern ab. 206 Mio. Euro davon sind Gewerbesteuern, die erneut auch die bayerischen Kommunen stärken.

Modernes Banking – digital wie lokal präsent

Mit einem Blick in die Zukunft startete Roland Schmautz, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, seinen Überblick über die kommenden digitalen Angebote der Sparkassen: „Auch bei den digitalen Anwen- dungen geht es uns immer um den Menschen und seine Be- dürfnisse,“ erklärte Schmautz die Strategie der Sparkassen. „Besonders deutlich wird das, wenn sich der Mensch mit der Technik unterhält.“ Die Sparkassen ergänzen die bewährte Bar- geldversorgung demnächst um neue Varianten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.

Echtzeit-Überweisungen und elektronischer Safe

Mit dem Wachsen des Onlinehandels verändern sich auch die Anforderungen an das Online-Bezahlen. Zudem werden die Sparkassen die erste Institutsgruppe in Deutschland sein, die Mitte 2018 Echtzeit-Überweisungen flächendeckend einführt. Noch in 2018 werden die Sparkassen den „elektronischen Safe“ anbieten, mit dem Kunden im Online-Postfach der Internetfiliale ihre privaten Dokumente elektronisch so sicher ablegen können, wie es auch mit physischen Dokumenten im Kellerschließfach der Sparkasse möglich ist.

Für Firmenkunden steht eine weitere wichtige digitale Neuerung an: Der „Digitale Finanzbericht“ wird in Deutschland ab April 2018 als bundesweiter Standard für die elektronische Bilanzübertragung von Firmenkunden an Banken und Sparkassen etabliert.

Identifikationsdienst YES

Die Integration von Daten aus einer bereits genutzten Anwendung in ein anderes Angebot wird künftig an Bedeutung gewinnen. Die Sparkassen werden sich daher auch öffnen, um ihre Daten mit anderen Anbietern zu teilen, wenn ihre Kunden das wünschen. Noch im ersten Halbjahr 2018 erweitern sie ihr Angebot deshalb um den Identitätsund Vertrauensdienst „YES“. Im Fokus stehen derzeit Legitimationsdaten: Kunden können sich damit im Internet durch ihre Online-Banking-Daten identifizieren, ohne diese an den Anbieter übertragen zu müssen. Die Sparkasse garantiert die Identität für das anstehende Geschäft.

Soziales Engagement

Die Sparkassen übernehmen gemäß ihrem öffentlichen Auftrag auch eine besondere Rolle als Förderer in der Gesellschaft des Freistaats: Neben Sponsoring und Spenden haben die 65 bayerischen Sparkassen und der Sparkassenverband 2017 insgesamt 110 Stiftungen unterhalten, mit denen sie soziale Zwecke, Umwelt, Kultur und Sport fördern. Dafür haben sie 2017 über 47 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt. 

RED

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