Fachthemazurück

(GZ-15/16-2017)
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 Auf dem Limeswanderweg:
 
Spannende Zeitfenster in die römische Geschichte

Limes

Der Erkertshofener Limesturm ist der einzige Nachbau eines steinernen Wachtturms in Deutschland. RED

Auf dem Limeswanderweg und bei Römerfesten wird Vergangenheit lebendig

Heiß brennt die Sonne vom Himmel. Schwert trifft auf Schwert, die sonnengebräunten Gladiatoren schwitzen in derArena – nein, nicht in Rom, sondern mitten in Bayern, im Naturpark Altmühltal. Vor rund 2000 Jahren verlief der Limes – seit 2005 UNESCOWelterbe – quer durch die Region; im Hinterland der antiken Grenzmauer entstanden Kastelle und römische Siedlungen. Ausgrabungen und Museen, aber auch historische Feste lassen heute die Kultur der Römer wieder lebendig werden.

Geschichte erleben, Feste feiern und Natur entdecken – der Limeswanderweg im Naturpark Altmühltal verbindet dies auf 115 Kilometern entlang des Raetischen Limes. Unterwegs treffen Wanderer auf die zahlreichen Spuren der römischen Vergangenheit, die das Geschichtserlebnis in der Region so einzigartig machen: wieder freigelegte römische Thermen, rekonstruierte Wachttürme und teilweise wieder aufgebaute Limeskastelle, wie das teilrekonstruierte Kastell Sablonetum in Ellingen oder die Grundmauern des Kleinkastells Burgus in Burgsalach. Eine erlebnisreiche Station ist die einzige Rekonstruktion eines steinernen Limeswachtturms in Bayern am Rande von Erkertshofen bei Titting. In Kipfenberg geht es hinauf zum Römer und Bajuwaren Museum auf der Burg Kipfenberg, wo auch der Infopoint Limes auf wissensdurstige Besucher wartet. In voller Militärmontur marschieren die Römer beim großen Festumzug des Limesfests in Kipfenberg (13. August 2017) auf.

Durch schattige Wälder und das malerische Schambachtal verläuft der Weg, den Spuren der alten Grenzmauer folgend, weiter Richtung Donau, die zu römischer Zeit als „nasser Limes“ die Fortsetzung der Grenzbefestigung bildete. Bevor der Limeswanderweg am Römischen Museum für Kur- und Badewesen in Bad Gögging endet, setzt nach der Überquerung des Flusses das Kastell Abusina als einzige in ihrem Mauerbestand vollständigfreigelegte römische Wehranlage in Bayern einen spannenden Akzent: „Zeitfenster“ lassen hier das römische Lager vor den Augen der Betrachter mit Hilfe von Informationen und Geräuscheffekten wieder auferstehen. Antike Musik und Kulinarik, Handwerksvorführungen, Gladiatorenkämpfe und Mitmachaktionen für Kinder stehen bei den Römertagen (11.-13. August 2017) in Eining unter dem Motto „Salve Abusina“ auf dem Programm. Tipp für Radwanderer: Fast parallel zum Limeswanderweg verläuft der Limes-Radweg – er beginnt ebenfalls in Gunzenhausen, endet aber in Kelheim.

Vereine oder Familien treten im Naturpark Altmühltal sogar in die Fußstapfen der antiken Besatzer und werden zu „Römern auf Zeit“: Gelegenheit zur Zeitreise ins 3. Jahrhundert nach Christus bietet das „Historische Römerlager“. Die Teilnehmer wohnen im originalgetreuen Zeltlager, kochen nach Rezepten der Antike und üben sich in den damaligen Handwerkstechniken (buchbar für Gruppen). Noch ein Anziehungspunkt für Römerfans im Naturpark Altmühltal ist Weißenburg mit dem rekonstruierten Nordtor des Kastells „Biriciana“ und der römischen Thermenanlage. Dort wurde im Frühjahr diesen Jahres das RömerMuseum nach umfangreichen Umbaumaßnahmen und einer Neukonzeption wiederer- öffnet. Neben dem berühmten Weißenburger Römerschatz wird in der Ausstellung das Leben am Limes näher gebracht.

 

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