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(GZ-13-2017)
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► Die 11 schwäbischen Sparkassen zogen Bilanz:
 
Enorme Herausforderungen – zufrieden mit Ergebnis
 

Schwaebische Sparkassen

V.l.: Rolf Settelmeier (Vorstandsvorsitzender Stadtsparkasse Augsburg), Hubert Hafner (Landrat Günzburg), Walter Pache (Bezirksobmann, Vorstandsvorsitzender Sparkasse GünzburgKrumbach), Leo Schrell (Vorsitzender des Sparkassen-Bezirksverbandes, Landrat Dillingen), Richard Fank (Vorstandsvorsitzender Kreissparkasse Augsburg), Thomas Munding (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim). RED

Die 11 schwäbischen Sparkassen haben trotz enormer Herausforderungen mit ihrem nachhaltigen, auf die Region ausgerichteten Geschäftsmodell ihre Marktposition gestärkt und gefestigt. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Sparkassen-Bezirksverbandes Schwaben präsentierte derVorsitzende Leo Schrell (Landrat Dillingen) zusammen mit Bezirksobmann Walter Pache (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Günzburg-Krumbach) die vorläufigen Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2016.

Die Sparkassen haben sich gut geschlagen. Sie haben 2016 erneut ein Ergebnis erreicht, das vor dem Hintergrund der mittlerweile seit ca. acht Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase sowie den herausfordernden Rahmenbedingungen gut ausgefallen ist, wenn auch das operative Ergebnis im Hinblick auf die EZB-Niedrigzinspolitik einige Wünsche offen ließ. Einlagen und Kredite der schwäbischen Sparkassen sind weiter gewachsen. „Dieser Markterfolg gibt unserem Geschäftsmodell Recht“, so Walter Pache.

Das ist das Ergebnis umsichtiger und professioneller Arbeit von rund 5.446 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Sparkassen profitierten im Berichtsjahr aber auch von einer positiven Grundstimmung in der lokalen Wirtschaft und dem guten Konjunkturverlauf in der Region.

In ihrer Geschäftspolitik sind sie auf Geschäftsfelder ausgerichtet, die einen örtlichen Bezug haben, insbesondere auf den Mittelstand, das Handwerk, die Landwirtschaft, die Kommunen und das breite Privatkundengeschäft.

Die anhaltende Niedrigzinsbzw. Nullzinsphase ist deutlich in der Gewinn- und Verlustrechnung der Sparkassen angekommen. Vor diesem Hintergrund haben sie sich auf die bestehende Lage eingestellt, schöpfen bestehende Ertragsmöglichkeiten aus und senken konsequent die Kosten. „Die Zinssituation wird uns aber auch in den nächsten Jahren massiv fordern“, so Walter Pache.

Analog und digital vernetzen

Die wachsenden Anforderungen durch Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sowie veränderte Kundenbedürfnisse durch die fortschreitende Digitalisierung stellen gerade regional ausgerichtete, einlagenstarke Kreditinstitute wie die Sparkassen vor besondere Herausforderungen.

Das grundlegende Selbstverständnis wird sich aber auch in der digitalen Welt nicht verändern: Wir sind für den Kunden dort da, wo er uns braucht – sei es online, telefonisch oder persönlich“, bekräftigt Pache. Ziel sei es, die analogen und digitalen Möglichkeiten in Zukunft noch mehr miteinander zu verzahnen, um Banking für die Kunden so einfach wie möglich zu gestalten.

Die Sparkassen-Apps haben im letzten Jahr eine Reihe von nützlichen Funktionen erhalten, so zum Beispiel die Zahlungsfunktion „Kwitt“, mit der App-Nutzer schnell und bequem von Handy zu Handy Geld senden und anfordern können, oder die neue Möglichkeit zur „Fotoüberweisung“. Dabei können Rechnungen mit der Kamera des Smartphones abfotografiert werden, die App erkennt dann alle nötigen Informationen und füllt das Überweisungsformular automatisch aus.

Das im Jahr 2016 eingeführte Online-Bezahlverfahren Paydirekt nimmt immer mehr Fahrt auf. Paydirekt ist das von allen deutschen Banken und Sparkassen entwickelte und betriebene neue Online-Bezahlverfahren, sozusagen die deutsche Antwort auf „PayPal“. Inzwischen kann in knapp 870 Online-Shops mit Paydirekt bezahlt werden, darunter große Händlerketten wie Aldi, dm oder Saturn. Für Paydirekt können sich die Kunden online registrieren.

Geschäftszahlen

Die 11 Sparkassen im Regierungsbezirk Schwaben konnten ihre Bilanzsumme erneut steigern. Mit nunmehr 27 Mrd. Euro liegt die Bilanzsumme um 466 Mio. Euro (+1,8 %) über dem Vorjahreswert.

Trotz des historisch niedrigen Zinsniveaus sind die Kundeneinlagen nochmals kräftig auf 20,7 Mrd. Euro angestiegen, das ist eine Steigerung von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. Gerade in dieser Zahl kommt zum Ausdruck, dass in unsicheren Zeiten die Kunden den Qualitätsanbieter Sparkasse als „sicheren Hafen“ für die Anlage ihrer Ersparnisse wählen. Dabei geht der Trend – bedingt durch die Zinssituation – ganz klar hin zu kurzfristigen Einlagen, das sind mittlerweile 66 % der Gesamteinlagen.

Die klassische Spareinlage erreichte ein Volumen von rund 6,2 Mrd. Euro, das sind 2,9 % weniger als im Vorjahr. Einen erneuten sehr starken Zuwachs verzeichneten täglich fällige Anlagemöglichkeiten. Bei den jederzeit verfügbaren Einlagen konnte mit rund 13,8 % Mrd. Euro ein Plus von 8,4 % erreicht werden. Dagegen verlieren die Termineinlagen immer mehr an Bedeutung. Hier wurden nur noch 168 Mio. Euro (- 45,2 %) angelegt.

Die Pro-Kopf-Quote stieg bei den Einlagen im vergangenen Jahr um 1,4 % auf durchschnittlich 11.000 Euro je Einwohner in Schwaben.

Kreditgeschäft

 Das Kreditgeschäft erreichte im abgelaufenen Jahr mit 328 Mio. Euro ein Plus von 1,9 % und damit ein Kreditvolumen von 17,9 Mrd. Euro.Die insgesamt gute Konjunkturlage und das anhaltend niedrige Zinsniveau begünstigten und unterstützten auch 2016 die Investitionstätigkeit der Unternehmen in der Region. Die Sparkassen haben diese Vorhaben ihrer Kunden auch im Berichtsjahr partnerschaftlich begleitet und hierfür insgesamt Finanzierungsmittel in Form von neuen Investitionsdarlehen von 2 Mrd. Euro (Vorjahr 1,9 Mrd. Euro) zugesagt. Das entspricht einer Steigerung von 3,1 %.

Damit zeigten die schwäbischen Sparkassen in besonderer Weise Verantwortung für die Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft und der Menschen in der Region.

Das Neugeschäft im Privatkundenbereich war dagegen etwas rückläufig. Hier wurden knapp 1,5 Mrd. Euro neue Finanzierungsmittel ausgereicht. Die Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) sorgte im letzten Jahr bundesweit immer wieder für Diskussionen. Seit dem Frühjahr 2016 müssen die Banken bei der Vergabe von Immobilienkrediten neue Vorschriften beachten.

Das Kreditvolumen pro Einwohner in Schwaben entspricht 2016 mit 9.527 Euro einem Plus von 0,5 % gegenüber dem des Vorjahres.

Verbund- und Dienstleistungsgeschäft

Im Verbund der SparkassenFinanzgruppe Bayern deckt die Versicherungskammer Bayern den gesamten Bedarf der Kunden an Versicherungen ab. Insgesamt wurde im Bereich Lebensversicherung eine Beitragssumme von 259 Mio. Euro vermittelt. Das entspricht einem sehr erfreulichen Anstieg im Neugeschäft um 35,2 %.

Mit der Bayerischen Landesbausparkasse LBS verfügen die Sparkassen in Schwaben über einen erfahrenen und kompetenten Partner bei der Immobilienfinanzierung. „Bausparen macht nach wie vor Sinn“, so Walter Pache. Bei den regelmäßigen Sparleistungen gilt es als feste Größe, bietet vergleichsweise gute Zinsen in der Ansparphase und ist bei der Inanspruchnahme des Bauspardarlehens eine Zinsgarantie über die gesamte Laufzeit.

Die Summe der neu vermittelten Bausparverträge beträgt in Schwaben 837 Mio. Euro (Vorjahr 1.062 Mio. Euro). Dahinter stehen 17.518 neue Verträge.

 RED

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